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Zwischen Aufschwung und Einbruch

  • Schlagzeile: Die amtlichen Zahlen von Küche bis Kastenmöbel

In den Lockdown-Monaten Januar und Februar hat sich der Umsatz der deutschen Möbelbauer um 10,4 Prozent reduziert. Im Inland um 8,8 Prozent, im Export um 14 Prozent. In diesen schlimmen Zahlen des Statistischen Bundesamtes finden sich aber nicht alle Segmente wieder.

 

So ist zum Beispiel der Polstermöbelumsatz (da wird bekanntlich in der amtlichen Statistik nur die Produktion in Deutschland einbezogen) in den ersten beiden Monaten nur um 1,6 Prozent gesunken. Der Inlandsumsatz ging um 0,8 Prozent und der im Export um 3,4 Prozent zurück. Erträglich in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Läden in den beiden Monaten geschlossen waren. Diese Zahlen dürfen aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dieser Zeit größtenteils die Auftragsbestände aus dem letzten Jahr abgearbeitet wurden. In den darauffolgenden Monaten dürfte es umsatzmäßig schlimmer aussehen.

 

Richtig gut fiel im Januar (+1 Prozent) und Februar (+8,9 Prozent) die Umsatzentwicklung noch im Küchenbereich aus: 5 Prozent mehr Umsatz als in den beiden Vorjahresmonaten konnten die Küchenbauer kumuliert über die ersten beiden Monate des Jahres einfahren.

 

Bei den Herstellern „Sonstiger Möbel“, also hauptsächlich von Kastenmöbeln, hat der Lockdown dagegen voll reingedrückt. Die ersten beiden Monate brachten einen Umsatzeinbruch von 22,3 Prozent. Im Export fiel das Minus mit -35,1 Prozent noch stärker aus als im Inland (-16,2 Prozent).

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Schieben lieben

  • Schlagzeile: Hettich steigt bei Kuhn ein

Auf der Interzum 2013 war die Beschlaggröße Hettich mit dem Slogan „Schieben lieben“ unterwegs. Schieben lieben sie bei Hettich noch immer – und so steigt der größte deutsche Hersteller von Möbelfunktionsbeschlägen nun bei der Kuhn GmbH in Bünde ein.

 

Kuhn ist Spezialist für Schiebetürensysteme – und mit eigenem Konfigurator und einer speziell für Architekten und Handwerker ausgelegten Plattform, mit der sich Schiebetüren- und Raumtrennsysteme bauen lassen, auf dem Markt.

 

Gründer Norman Kuhn bleibt an Bord, heißt es in Kirchlengern. Kuhn soll demnach auch zukünftig als Mitgesellschafter und technischer Geschäftsführer für das Produktportfolio verantwortlich sein und für innovative technische Lösungen sorgen. Auch die Marke Kuhn bleibt.

 

Hettich will sein bestehendes Schiebetürprogramm mit Kuhn um korpusungebundene Schiebeelemente erweitern. Die gemeinsame Zielsetzung beider Unternehmen sei es, mit Vertriebspartnern das Geschäft für diese Systeme auszubauen. Gestartet wird zunächst im Segment Handel/Handwerk in den Regionen DACH und Benelux. Auch auf den HettichXperiencedays werden bereits Kuhn-Produkte gezeigt.

 

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Grüne Fabrik

  • Schlagzeile: Team 7 um 7 Prozent gewachsen

Im Pandemiejahr 2020 ist Team 7 gewachsen, das Geschäft in Deutschland hat daran einen guten Anteil. „Sehr erfreulich“, seien die Zahlen, sagt Inhaber und Geschäftsführer Dr. Georg Emprechtinger. Mit 101 Mio Euro und 7 Prozent Plus nach Erlösschmälerungen habe man ein in Summe sehr positives Ergebnis eingefahren. Neben dem sehr großen Wachstum in Deutschland war auch in der Schweiz ein gestiegenes Kaufinteresse zu verzeichnen. Österreich lag auf Vorjahresniveau. Geliefert wird in 34 Länder, die Exportquote liegt bei 86 Prozent. Auch die etwa 730 Mitarbeiter sowie in den haben ihren Anteil daran. Zeitweise war deutlich mehr an Arbeit zu bewerkstelligen.

 

Jetzt startet der Hersteller das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte: Von 2021 bis 2024 wird die Firma aus Ried 35 Mio Euro in Produktion, Verwaltung und Firmensitz investieren. Ziel ist die „Grüne Fabrik“: Im Stammwerk in Ried wird die Umstellung auf eine sequenzielle Produktion gestartet. Umstrukturierungen in der Fertigung, Digitalisierungsmaßnahmen und Roboter in der Kommissionierung helfen mit, dass im Stammwerk künftig die Endmontage für alle Möbel stattfinden kann. In der Fabrik in Pram werden dann Teile gefertigt. Neue CNC-, Schleif- und Kittanlagen sowie eine Mess-Station, Trockenkammern und das automatisierte Kommissionier-Lager sollen die „Grüne Fabrik“ kennzeichnen. Auch die Photovoltaik-Anlage wird großzügig aufgestockt, von 400 auf 1000 kWp. Eine Holz-Heizzentrale für die autarke Wärmversorgung komplettiert die Maßnahmen im Bereich Herstellung, den Mit-Geschäftsführer Hermann Pretzl verantwortet.

 

Teil des neuen Großprojekts ist aber auch der große Neubau der Team 7-Welt in Ried – in konsequenter Holzbauweise. Schulungsräume, neue Büroflächen, Marken-Inszenierung: All das soll ab 2024 der Firma auch in der Verwaltung ein neues Gesicht geben. 

 

35 Mio Euro – das ist ein amtlicher Betrag. Die Entscheidung in Ried beflügelt hat dabei sicher die Ansage der österreichischen Bundesregierung im vergangenen Jahr, ein großangelegtes Investitionsprogramm. Anzuschieben im Alpenland. Bis Ende Februar konnte man die so genannte Investitionsprämie beantragen. Und die ist ordentlich. Auszug aus der Regelung: „Die Prämie beträgt 7 Prozent der Neuinvestitionen. Wird die Investition jedoch in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung oder Gesundheit/Life-Science getätigt, verdoppelt sich die Investitionsprämie auf 14 Prozent.“

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Küchengeräte im Abonnement

  • Schlagzeile: Miele startet Pilotprojekt

Upgreat. So nennt der Gütersloher Geräte-Riese sein neues Abo-Pilotprojekt, das diese Woche gestartet ist. Ziel ist es, so die Gütersloher, vorrangig junge Paare und Familien zu erreichen, die an einer hochwertigen Küchenausstattung interessiert sind, aber die Flexibilität eines individuellen Abonnements dem Kauf vorziehen. „Für diese Zielgruppe ist Mieten eventuell eine gute Alternative“, sagt Miele-Sprecher Michael Prempert. Miele will vorrangig die 20- bis 40-Jährigen erreichen. Das merkt man schon daran, dass der Konzern die potentiellen neuen Kunden auf der seit Montag freigeschalteten Website www.theupgreat.de duzt. Auf miele.de bleibt Gütersloh bei Sie.
 

Wer bei theupgreat.de Kunde werden will, der hat die Wahl zwischen einer Laufzeit des Vertrags von zwölf, 24 und 36 Monaten. Auf der Website finden Kunden 18 Produkte erstmal aus folgenden Kategorien: Kaffeeautomaten, Mikrowellen, Dampfgarer, Backöfen, Kochfelder, Dunstabzugshauben,  Kühl- & Gefrierschränke und Geschirrspüler. Ein Set aus Geschirrspüler, Kühlgerät, Herd mit Kochfeld, Dunstabzug und Dampfgarer ist beispielsweise ab 197 Euro monatlich zu erhalten.  

 

Ein Einzelgerät, zum Beispiel ein vollintegrierter Geschirrspüler, kostet im Jahresabonnement 76,99 Euro pro Monat. Im 36-Monatsabonnement muss der Kunde immer noch 43,99 Euro pro Monat abdrücken. Rechnet man die Kosten eines Geschirrspülers in einem 36-Monats-Abo-Vertrag hoch, dann zahlt der Kunde in diesem Modell sogar mehr, als wenn er das Gerät neu kaufen würde. Wer zahlt so was? Der Miele-Sprecher dazu: „Der Preis beinhaltet ein Sorglos-Paket. Wir kümmern uns um die Montage, die wir mit Fachhändlern vor Ort planen und von uns bezahlt werden und auch um die Entsorgung der Altgeräte.“ Sollte ein Gerät kaputt gehen, übernimmt Miele die Reparaturkosten.

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Extrawurst für Küchen

  • Schlagzeile: Küchen Aktuell, Küchen Keie und Co: Service- statt Einzelhandel

Die ganze Story ist lang und kompliziert, so wie der Maßnahmen-Katalog in Corona-Zeiten. Und auch wenn in diesen Tagen gewütet und geschimpft wird, so gibt es für manche Händler oder Segmente Ausnahmen, die durch eine besondere Auslegung in einer Landesverordnung, einem kooperativen Gesundheitsamt oder einem der differenzierten Betrachtung zugewandten Gericht zustande kommt.

 

Das Modell Berlin war schon im Januar (INSIDE 1105) und Februar Thema. Dort kann Beratung im Möbel- und Küchenfachhandel stattfinden. Flamme, Hübner, Küchen Aktuell und andere nutzen das. Mittlerweile fordert das Berliner Gesundheitsamt, dass die strengen Hygiene-Auflagen für die Beratungstermine um ein Testangebot für Kunden erweitert wird, was bei Hübner zum neuen Service „Test & Meet“ führt. Eine DRK-Teststation gibt es jetzt direkt im Einrichtungshaus. Teststationen stehen mittlerweile vor vielen Möbelhäusern, auch vor dem Kare-Kraftwerk in München. Oder in allen geöffneten Küchen-Aktuell-Häusern. Womit wir beim Thema wären.

 

Weshalb haben bis auf Hamburg-Rahlstedt alle Küchen-Aktuell-Häuser offen in diesen Tagen? Seit Montagmorgen auch wieder das neue Haus in Hanau, das seit der Eröffnung Mitte März eine erstaunliche Öffnungs-Historie hinter sich hat. Das Haus war erst auf, weil die Inzidenz in Hessen Mitte März niedrig war. In den Wochen darauf war das Haus nun schon zwei Mal zu. Seit diesem Montagmorgen ist es – unabhängig von den Inzidenzzahlen in Hessen – wieder offen. Wie geht das? 

 

Küchen Aktuell hat früh angefangen, gegen die Schließungen zu klagen, in allen Bundesländern, in denen man Häuser hat. Und immer mit dem Argument: Man sei kein klassischer Einzelhandel, sondern der Geschäftszweck sei Beratung, Planung und Service. Man konnte ein offenkundig sehr überzeugendes Hygienekonzept vorlegen. In der Kombination hat das schon Mitte Februar vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht überzeugt. Küchen Aktuell bekam Recht. Und hat seitdem in Hildesheim, Hannover, Braunschweig und Buchholz in den Nordheide offen – für Beratung und Verkauf. Nicht nur die Mitarbeiter werden getestet. Auch die Kunden können sich hier testen und dann beraten lassen.

 

Zurück nach Hanau. Am Montagmorgen hat auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel pro Küchen Aktuell entschieden. Was dort dann konkret bedeutete: Samstag hatte man dort schließen müssen, am Montag ging das Haus schon wieder auf. Und so ist es jetzt. Unabhängig vom Inzidenzwert wird Küchenplanung als Serviceleistung gesehen – und nicht als klassischer Einzelhandel. Wenn nicht die nächste Landesverordnung genau das wieder kassiert.

 

Hat sich in Hessen dann wie ein Lauffeuer unter Küchenfachhändlern herumgesprochen. Mittlerweile wirbt auch Magnum-Händler Küchen Keie: „Die Planung und Beratung von Einbauküchen ist im Küchenfachmarkt ausdrücklich erlaubt. Selbstverständlich unter strengster Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen und ausschließlich mit vorheriger Terminvereinbarung.“ Auch andere Küchenfachhändler jubeln. Während der Möbelhandel, der auch viel plant, sehr oft auch Küchen, weiter die Arschkarte hat. Küchen-Aktuell-Boss Claus Küpers: „Ich kann jeden verstehen, der das höchst ungerecht findet. Aber es steht auf der anderen Seite auch jedem frei, für das eigene Recht vor Gericht zu ziehen.“

 

 

 

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Nachfolge eingestielt

Bernhard Schonhoff, Jörg Brune
  • Schlagzeile: Wechsel in der Naber-Vertriebsleitung

Gesamtvertriebsleiter Bernhard Schonhoff wird sich im Laufe des Jahres beim Küchen-Zubehör-Spezialisten Naber in den Ruhestand verabschieden. Seit 1979 ist er in Nordhorn tätig.

 

Schonhoffs Nachfolger steht bereits in den Startlöchern: Jörg Brune war zuletzt Geschäftsführer der WKS Textilveredlungs GmbH in Wilsum, die Küchenbranche kennt er aus einem früheren Job bei Berbel. Bei Naber wird er in den kommenden Monaten noch von Bernhard Schonhoff eingearbeitet.

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Neues Werk in Polen

  • Schlagzeile: Homag baut

Der Schwarzwälder Maschinenbauer Homag will in den nächsten drei Jahren das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte auf den Weg bringen. Zwischen 60 und 80 Mio Euro werden am Stammsitz in Schopfloch investiert – in die Erneuerung von Kundencenter, Bürogebäude, in ein Betriebsrestaurant und ein Logistikcenter, das externe Läger ablösen soll. Weitere 15 Mio Euro lässt sich der Konzern den Bau eines neuen Werkes in Polen kosten.

 

In Polen beschäftigt Homag aktuell 700 Leute. Homag-CEO Ralf W. Dieter: „Der polnische Markt wächst seit Jahren, inzwischen sind wir an unserem bisherigen Standort an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Hinzu kommt, dass das polnisches Werk in unserem globalen Produktionsverbund eine wichtige Rolle spielt. Deshalb errichten wir ab dem zweiten Quartal 2021 in Środa ein neues Werk.“

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Designweek im Süden

  • Schlagzeile: Plan für neues Hausmesse-Format im Juni

Die Landing Page wird aufgebaut, der Plan wurde gerade verabschiedet: Vom 6. bis zum 13. Juni werden führende Premiumhersteller in ihren Showrooms vorwiegend in Süddeutschland gemeinsam eine neue Designweek veranstalten. Neuheiten-Präsentationen in Corona-Zeiten sind bekanntlich ein ganz eigenes Thema. Der Zeitpunkt Frühsommer erscheint den Initiatoren aus den Häusern Rolf Benz, Schönbuch und Kettnaker nun grundsätzlich geeignet. Jürgen Mauß von Rolf Benz zum Plan: „Wir haben das vor, ja. Wäre eine tolle Sache. Aber wir behalten die Inzidenzzahlen natürlich im Blick und werden uns in zwei Wochen wieder im Veranstalter-Kreis besprechen, ob wir den Plan auch wirklich umsetzen können.“

 

Mitmachen werden auf der Designweek, wenn sie stattfindet: Walter Knoll, Kettnaker, Rolf Benz/Freistil, Schönbuch, Object Carpet, Draenert. Es soll einen Shuttle-Service geben – und ein der Lage angepasstes Hausmesse-Konzept. Schönbuch-Chef Michael Ress und Team würden im Rolf-Benz-Showroom in Nagold einziehen für die Tage.

 

Der Plan der Hausmesse-Runde ist es, in erster Linie die Kundschaft aus dem DACH-Raum nach Süddeutschland zu holen. 

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Zugang

  • Schlagzeile: Maja mit neuem kaufmännischem Geschäftsführer

Zu Anfang April hat Vivonio für die beiden Maja-Töchter in Kasendorf und Wittichenau einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer bestellt: Peter Völkner hat übernommen. Hauptdienstsitz für den 52-Jährigen ist der Leichtmöbel-Standort Wittichenau. 

 

In Wittichenau unterstützt Vökner die beiden Geschäftsführer Uwe Gottschlich und Gunnar Halbig. Bei Maja Möbel Kasendorf ist Völkner neben Axel Brömstrup in die Geschäftsführung eingetreten. Diplom-Kaufmann Völkner war zuletzt Vorsitzender der Geschäftsführung der Plauen Stahl Technologie GmbH.

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Bundesnotbremse

  • Schlagzeile: Kabinett hat Entwurf zur Gesetzesänderung beschlossen

Mit Ministerpräsidentenkonferenzen bis in die frühen Morgenstunden soll es bekanntlich bald vorbei sein. Heute hat das Bundeskabinett den Entwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, das bundeseinheitliche Maßnahmen ab einer Inzidenz von 100 vorsieht. Leider – das wird in hohem Maße auch wieder die Möbelbranche betreffen – zählt zu diesen Maßnahmen auch wieder die verbindliche Schließung des „nicht essenziellen“ Handels.

 

Um die dritte Welle zu bremsen, sie zu brechen oder gar umzukehren, seien die bisherigen Regelungen der Länder nicht ausreichend, kommentierte Kanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Kabinettssitzung. Nachvollziehbarkeit und Klarheit seien für das Verständnis der Maßnahmen nötig, das würden wohl die meisten unterschreiben, auch wenn es immer noch schwerfällt zu verstehen, wieso ein Möbelhaus Infektionsherd sein soll und ein Supermarkt nicht.

 

Kommen soll auch ein „verpflichtendes Testangebot“ in Unternehmen. Die Änderung muss noch von Bundestag und Bundesrat abgesegnet werden. Das sollte eigentlich im Eilverfahren passieren, was aber aufgrund des Widerstands von FDP und AfD unwahrscheinlich ist. Unter anderem Business Insider rechnet damit, dass das Gesetz erst Ende April in Kraft treten wird.

 

Dort, wo die Inzidenz stabil unter 100 ist, entscheiden übrigens weiterhin die Länder bzw. Kreise über die Regeln.

 

Am Ende ihrer Ansprache wurde Merkel immerhin nochmal optimistisch. Vom „Licht am Ende des Tunnels“ durch das endlich etwas an Fahrt gewinnende Impfprogramm war ebenso die Rede wie vom „Sieg über die Pandemie“.

 

 

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Nur ein Teil-Ruhestand

  • Schlagzeile: Manfred Wippermann übergibt bei Nolte und Express

Für die Nolte Holding war Manfred Wippermann in den letzten Jahren der Restrukturierung sowas wie ein Fels in der Brandung. Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer der Küchen-Töchter Nolte Küchen und Express Küchen war Wippermann 2014 in den Vorstand der Holding eingezogen. Dort stand er an der Seite verschiedener Restrukturierer, begleitete eine weitere Formänderung und die Verkäufe der Tochterfirmen CS Schmal, Nolte HWS, Nolte Möbel, und Express Möbel. Zuletzt war er Alleinvorstand der Holding, der inzwischen noch die beiden Küchenfirmen und Drum Systeme angehören. Das wird er auch bleiben.

 

Dass Manfred Wippermann die kaufmännische Geschäftsführung von Nolte und der 2010 gegründeten Schwester Express zum 15.4. übergeben wird, kommt nicht überraschend. Wippermann ist 66 Jahre alt und scheidet nach 30 Jahren Tätigkeit aus. Ganz in den Ruhestand wird Wippermann sich aber, wie schon erwähnt, nicht zurückziehen, sondern sich auf seine Holding-Aufgaben konzentrieren.

 

Seine Aufgaben bei den beiden Küchenfirmen wird Melanie Thomann-Bopp, 42, übernehmen, die die Unternehmen zusammen mit Eckhard Wefing (Vertrieb) und Marc Hogrebe (Technik) leiten soll. Die neue Geschäftsführerin kommt vom Schweizer Hörgerätehersteller Sonova.

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Nur kleine Nachbesserungen bei Liebherr

  • Schlagzeile: „Bundeskartellamt sichert Chancengleichheit des Online-Handels“

Zum neuen Jahr führte der Premiumgeräte- und Kühlgerätespezialist Liebherr eine neue selektive Vertriebsvereinbarung für seine Handelspartner ein, die mit viel Hirnschmalz und Strategieplanung im Ressort des Liebherr-Vertriebsgeschäftsführers Steffen Nagel erarbeitet worden war. In der Regel sind solche neuen Vertriebsvereinbarungen heutzutage im Vorfeld mit dem Bundeskartellamt abgestimmt. So war das auch in diesem Fall, halbwegs offenbar. Denn Bonn hat sich in den vergangenen Wochen nochmal intensiv mit dem Liebherr-Modell beschäftigt und meldete am Montagmorgen: „Bundeskartellamt sichert Chancengleichheit des Online-Handels beim neuen Liebherr-Vertriebsmodell.“ 

 

Die Liebherr-Hausgeräte Vertriebs- und Service GmbH hat nun „auf bestimmte Klauseln in ihren Vertriebsbedingungen verzichtet, die nach vorläufiger Auffassung des Amtes zu einer Benachteiligung des Online-Handels geführt hätten“. Es hatte Beschwerden aus dem Markt gegeben. Konket: Vier Onlinehändler, die nun außen vor sind, hatten interveniert, wie man hört. Daraufhin hatte wiederum das Bundeskartellamt interveniert. Nun hat Liebherr ein paar kleine Anpassungen vornehmen müssen. Im Großen und Ganzen wurde das neue Liebherr-Vertriebsmodell nicht beanstandet.

 


Kartellamts-Präsident Andreas Mundt dazu: „Markenhersteller wie Liebherr haben die Möglichkeit, Qualitätsanforderungen für den Vertrieb ihrer Waren aufzustellen. Bei Liebherr haben wir nach Beschwerden aus dem Markt allerdings festgestellt, dass im Online-Vertrieb teilweise deutlich strengere Anforderungen als im stationären Handel gelten, um als Händler in den Genuss von Rabatten zu kommen. Händler, die auf beiden Vertriebsschienen aktiv sind und die strengen Online-Vorgaben nicht erfüllen, laufen dabei Gefahr, den Rabatt auch im stationären Bereich einzubüßen. Solche Klauseln können dazu führen, dass die Attraktivität des Online-Verkaufs erheblich leidet oder manche Händler ihn sogar einstellen. Das ist kartellrechtlich nicht akzeptabel. Auf unsere Intervention hin hat Liebherr die in Rede stehenden Kriterien angeglichen und flexibler gestaltet. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können somit auch in Zukunft von aktivem Preiswettbewerb zwischen den Händlern profitieren und zwar online und offline.“

 

Um was ging es im Einzelnen? Bonn dazu: „Anfang 2021 hat der Hersteller einen neuen Vertriebsvertrag und im Zuge dessen auch den Liebherr-Performance-Rabatt eingeführt. Auf Beschwerden aus dem Markt hin hat das Bundeskartellamt die Leistungskriterien, die ein Händler für den Erhalt von Rabatten erbringen muss, untersucht: Nach den Ermittlungen galten teilweise deutlich strengere Kriterien für den Online-Vertrieb im Vergleich zum stationären Verkauf. Dazu zählten Anforderungen an den Online-Shop wie die Erreichbarkeit von Personal an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 20 Uhr, die Lieferfrist für bestellte, nicht beim Händler vorrätige Ware sowie das Angebot bestimmter Zahlungsarten. Diese Regelungen benachteiligten nach vorläufiger Auffassung des Bundeskartellamtes neben reinen Online-Händlern insbesondere auch Hybridhändler, die sowohl ein Ladenlokal als auch einen Online-Shop betreiben. Für diese galt, dass für den Erhalt des jeweiligen Rabattsatzes sämtliche Kriterien – sowohl online als auch offline – erfüllt werden mussten. Im Ergebnis erschienen die Anforderungen geeignet, den preisaktiveren Internetvertrieb wirtschaftlich unattraktiv zu machen. Dies hätte den markeninternen Wettbewerb zwischen den Händlern von Liebherr-Geräten geschwächt. Liebherr erklärte sich bereit, diese Leistungskriterien an diejenigen für stationäre Verkaufsstellen anzupassen und die Erreichbarkeitszeiten wochenbezogen zu flexibilisieren. Damit waren die wettbewerbsrechtlichen Bedenken ausgeräumt.“

 

Weiter ist zu lesen, dass die neuen Liebherr-Kriterien zur Autorisierung der Händler, die Bestandteil des neuen Vertriebsvertrages sind, nicht beanstandet worden sind. Zudem gab es weitere Beschwerden über die von Liebherr vorgenommene Reduzierung der Händlerverkaufsstellen in Deutschland. Um gut 5 Prozent soll die Zahl der Händler reduziert werden. Bonn sah darin aber ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine diskriminierende oder unverhältnismäßige Art der Händlerauswahl. Liebherr hat sich aber verpflichtet, abgelehnten Händlern die Gründe der Auswahlentscheidung schriftlich mitzuteilen.

 

 

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