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Extrawurst für Küchen

Küchen Aktuell, Küchen Keie und Co: Service- statt Einzelhandel

15.04.2021 | 11:31

Die ganze Story ist lang und kompliziert, so wie der Maßnahmen-Katalog in Corona-Zeiten. Und auch wenn in diesen Tagen gewütet und geschimpft wird, so gibt es für manche Händler oder Segmente Ausnahmen, die durch eine besondere Auslegung in einer Landesverordnung, einem kooperativen Gesundheitsamt oder einem der differenzierten Betrachtung zugewandten Gericht zustande kommt.

 

Das Modell Berlin war schon im Januar (INSIDE 1105) und Februar Thema. Dort kann Beratung im Möbel- und Küchenfachhandel stattfinden. Flamme, Hübner, Küchen Aktuell und andere nutzen das. Mittlerweile fordert das Berliner Gesundheitsamt, dass die strengen Hygiene-Auflagen für die Beratungstermine um ein Testangebot für Kunden erweitert wird, was bei Hübner zum neuen Service „Test & Meet“ führt. Eine DRK-Teststation gibt es jetzt direkt im Einrichtungshaus. Teststationen stehen mittlerweile vor vielen Möbelhäusern, auch vor dem Kare-Kraftwerk in München. Oder in allen geöffneten Küchen-Aktuell-Häusern. Womit wir beim Thema wären.

 

Weshalb haben bis auf Hamburg-Rahlstedt alle Küchen-Aktuell-Häuser offen in diesen Tagen? Seit Montagmorgen auch wieder das neue Haus in Hanau, das seit der Eröffnung Mitte März eine erstaunliche Öffnungs-Historie hinter sich hat. Das Haus war erst auf, weil die Inzidenz in Hessen Mitte März niedrig war. In den Wochen darauf war das Haus nun schon zwei Mal zu. Seit diesem Montagmorgen ist es – unabhängig von den Inzidenzzahlen in Hessen – wieder offen. Wie geht das? 

 

Küchen Aktuell hat früh angefangen, gegen die Schließungen zu klagen, in allen Bundesländern, in denen man Häuser hat. Und immer mit dem Argument: Man sei kein klassischer Einzelhandel, sondern der Geschäftszweck sei Beratung, Planung und Service. Man konnte ein offenkundig sehr überzeugendes Hygienekonzept vorlegen. In der Kombination hat das schon Mitte Februar vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht überzeugt. Küchen Aktuell bekam Recht. Und hat seitdem in Hildesheim, Hannover, Braunschweig und Buchholz in den Nordheide offen – für Beratung und Verkauf. Nicht nur die Mitarbeiter werden getestet. Auch die Kunden können sich hier testen und dann beraten lassen.

 

Zurück nach Hanau. Am Montagmorgen hat auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel pro Küchen Aktuell entschieden. Was dort dann konkret bedeutete: Samstag hatte man dort schließen müssen, am Montag ging das Haus schon wieder auf. Und so ist es jetzt. Unabhängig vom Inzidenzwert wird Küchenplanung als Serviceleistung gesehen – und nicht als klassischer Einzelhandel. Wenn nicht die nächste Landesverordnung genau das wieder kassiert.

 

Hat sich in Hessen dann wie ein Lauffeuer unter Küchenfachhändlern herumgesprochen. Mittlerweile wirbt auch Magnum-Händler Küchen Keie: „Die Planung und Beratung von Einbauküchen ist im Küchenfachmarkt ausdrücklich erlaubt. Selbstverständlich unter strengster Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen und ausschließlich mit vorheriger Terminvereinbarung.“ Auch andere Küchenfachhändler jubeln. Während der Möbelhandel, der auch viel plant, sehr oft auch Küchen, weiter die Arschkarte hat. Küchen-Aktuell-Boss Claus Küpers: „Ich kann jeden verstehen, der das höchst ungerecht findet. Aber es steht auf der anderen Seite auch jedem frei, für das eigene Recht vor Gericht zu ziehen.“

 

 

 

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