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INSIDE Wohnen

  • Schlagzeile: Erster Prozesstag gegen Max Müller und Ipek Demirtas
  • H1: Castor, Hastor und andere Erinnerungen: Erster Prozesstag gegen Max Müller und Ipek Demirtas

Am Montag hat vor dem Stuttgarter Landgericht der Prozess gegen die früheren Alno-Vorstände Max Müller, 78, und Ipek Demirtas, 57, begonnen. Die Vorwürfe sind bekannt: vorsätzliche Insolvenzverschleppung, Kreditbetrug, Untreue und Bankrott. Eine dritte Person, der 82-Jährige Horst Overbeck, damals Geschäftsführer des mysteriösen Brinkmeier-Übernehmers Castor, wird „in einem besonders schweren Fall“ der Untreue beschuldigt. Geklärt werden soll in dem Prozess, wann genau die Alno AG denn nun tatsächlich zahlungsunfähig war. Wenn es nach der Bewertung von Insolvenzverwalter Prof. Martin Hörmann geht, war das

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  • Schlagzeile: Wieder ein neuer CEO für König + Neurath

Steffen Schwerd heißt der Mann, der den Büromöbelbauer König + Neurath ins neue Jahr und durch die auch im Office-Segment nicht allzu rosige Konjunktur bringen soll. Schwerd, 58, kommt vom Maschinenbauer Wittenstein SE, wo er zuletzt als Chief Sales Officer den globalen Vertrieb in 22 Ländern verantwortete.

In Karben übernimmt

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  • Schlagzeile: Galaxus nutzt das Wiki-Prinzip
  • H1: Community editiert Produktdaten: Galaxus nutzt das Wiki-Prinzip

Während gerade allerorts das Mega-Thema KI den E-Commerce bewegt, will der aus der Schweiz stammende Onlinehändler Digitec Galaxus seine Plattform mit der geballten Schwarmintelligenz der Kunden verbessern. Das Prinzip hat man sich bei Wikipedia abgeguckt, dann wurden entsprechende Funktionen entwickelt und getestet: Die Endkunden editieren die Produktdaten, das Ganze wird aber moderiert. Zu einem späteren Zeitpunkt soll technisch abgerundet werden.

Die Anfang der 2000er zunächst mit dem IT- und Unterhaltungselektronikshop Digitec gestarteten und seit 2012 im Onlinekaufhaus Galaxus fortgeführten

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  • Schlagzeile: Streit um Software-Lizenz
  • H1: Cyncly verklagt SHD: Streit um Software-Lizenz

Großer Zoff, kurz vor den Herbstmessen: Softwarehersteller Cyncly – 2021 aus der Fusion der Softwareschmieden 2020 Technologies und Compusoftentstanden – und der Mitbewerber SHD befinden sich aktuell in einem Rechtsstreit. Damit verklagt Cyncly einen vormaligen 2020-Reseller. Wie Cyncly am heutigen Montag bekannt gab, klagt die Cyncly-Tochter 20-20 Technologies Limited vor dem Landgericht Frankenthal gegen die SHD Kreative Planungs-Systeme wegen Urheberrechtsverletzung. Letztere sieht sich in dem Fall zu Unrecht vor den Kadi gezerrt. Im Fokus der Klage steht die Software KPS Designstudio, beziehungsweise der darin verwendete Editor.

Die Klage, so Cyncly, stütze sich „auf deutliche Hinweise, dass ein ehemaliger Partner und Distributor die Cyncly-Software, insbesondere ein Tool namens Catalogue Editor, über die genehmigte Nutzungsdauer hinaus weiter nutzt.“ Cyncly hatte 2022 angekündigt, die Küchen-Softwareprodukte im DACH-Markt ab Ende 2023 nur noch direkt vermarkten zu wollen.

Auch Prozessgegner SHD hat sich bereits an die Öffentlichkeit gewandt. SHD sei „der festen Überzeugung, dass die Anschuldigungen von Cyncly gegen SHD völlig unbegründet und substanzlos sind“, hieß es

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  • Schlagzeile: Türen zu zum Monatsende
  • H1: Das Ende bei Kika/Leiner: Türen zu zum Monatsende

Nachdem Kika/Leiner Anfang Dezember Konkursantrag eingereicht hatte, läuft der Abverkauf. Offenbar hat dies zu einem zumindest zeitweisen Run auf die Geschäfte geführt. Der österreichische Standard berichtet, dass „Kunden dem Unternehmen vielerorts nahezu die Türen eintraten. Etliche Märkte wurden angesichts des Andrangs an Samstagen zeitweise geschlossen. Wer

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  • Schlagzeile: Neue Geschäftsmodelle – Ein Gastbeitrag von Pierre Haarfeld
  • H1: Neue Geschäftsmodelle – Ein Gastbeitrag von Pierre Haarfeld

In den vergangenen Jahren sind in der Möbelbranche viele neue E-Commerce- und Digitalunternehmen entstanden. Einige von ihnen haben bis heute Bestand. Andere sind komplett vom Markt verschwunden oder fallen aktuell der großen Konsolidierungswelle zum Opfer. Welche Entwicklung gab es in den letzten Jahren? Und wie fällt die aktuelle Prognose aus?

Von Pierre Haarfeld

Laut dem E-Commerce-Branchenverband BEVH gab es 2022 einen Rückgang beim Online-Kauf von Möbeln um 10,1 Prozent. Und auch im ersten Halbjahr 2023 blieb der Online-Handel gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum nochmals um 12,2 Prozent zurück. Die Sonderkonjunktur im Möbel- E-Commerce ist vorbei, das kann man so sagen jetzt.

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  • Schlagzeile: Uwe Kreidel in Italien

Seit dem 9. Januar wohnt Uwe Kreidel in Italien. Am Telefon kommt das „Buon giorno“ schon sehr flüssig rüber.

Kurz vor seinem 60. Geburtstag hat Hettich-Frontmann Uwe Kreidel nochmal einen großen Schritt gemacht: Neustart im Süden ist angesagt. Seit dem Jahreswechsel ist Kreidel der neue CEO des italienischen Beschlagherstellers FGV. Nach der Übernahme durch Hettich haben sich Renato und Giacomo Formenti aus der Führung verabschiedet.

Weitestgehend zumindest.

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  • Schlagzeile: Wiener Luxuskaufhaus vor der Fertigstellung pleite

Überraschend kommt es nach der Signa-Pleite wirklich nicht: Ende vergangener Woche musste auch die Projektgesellschaft des auf der Wiener Mariahilfer Straße geplanten Luxuskaufhauses Lamarr Insolvenzantrag stellen. Wo früher die Leiner-Vorzeigefiliale war und im Obergeschoss das Penthouse der einstigen Kika/Leiner-Eignerfamilie Koch,

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  • Schlagzeile: Whirlpool und Arçelik lassen prüfen

Es war auch immer wieder Thema auf den Herbstmessen, wenn es um die Aussteller Beko und Bauknecht ging, obwohl Konkretes kaum zu erfahren war: Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Whirlpool Corporation, Whirlpool EMEA Holdings LLC, plant bekanntermaßen, zusammen mit der hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Arçelik, Ardutch B.V, ein neues eigenständiges Unternehmen im europäischen Haushaltsgerätesektor zu gründen. Damit kündigt sich ein großer Zusammenschluss an, der im Markt einiges Gewicht haben wird. 

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  • Schlagzeile: Breiter aufstellen
  • H1: Breiter aufstellen: Der Schlafzimmeranbieter Staud rüstet auf

Ja, da war schon viel Unruhe. Die Trennung von Staud-Chef Wolfgang Schwägele, Nils Czekays Abschied, die teilweise desaströse Lage im Schlafzimmer-Segment, der Umbruch bei Vivonio mit neuem Gesellschafter. Der neue Staud-Geschäftsführer Günther Berchtenbreiter (kam von Lamy) und sein GF-Kollege Dirk Schmidtmeier mussten zuletzt viel erklären. Aber sie haben mit

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  • Schlagzeile: Die „Psychologie des Möbelkaufs“ auf dem 7. INSIDE Branchen-Gipfel
  • H1: Die „Psychologie des Möbelkaufs“ auf dem 7. INSIDE Branchen-Gipfel

Wir hoffen natürlich alle, dass es irgendwie besser wird – am lieben Standort Deutschland und in der Einrichtungsbranche. Besser ist aber wohl, weniger zu hoffen und mehr selbst zu machen. Die Prognosen sind nicht so wirklich kraftvoll. Den Einrichtungsmarkt der Zukunft, es wird ihn aber ganz sicher geben. Die Frage ist nur, wer einen guten Plan hat, um dort eine Rolle zu spielen.

Das Motto des 7. INSIDE Branchen-Gipfels folgt genau diesem Gedanken. Der Weg ins Zuhause von morgen – das Motto ist durchaus auch im übertragenen Sinne zu verstehen. Wie richtet sich die Branche im Markt der Zukunft ein? Wer schafft es dorthin?

Klingt hart, ist es auch. Der Markt sortiert sich neu. Im Ausscheidungsrennen der Anbieter müssen dringend die Kunden und ihre Sehnsüchte mehr in den Fokus geraten. Welche Rolle spielt das Zuhause für die Menschen morgen? Wie entwickelt sich der Wohnraum von morgen und welche Möbel werden dort gefragt sein? Was überzeugt die Menschen wirklich, wenn sie neue Möbel suchen? Wie dringt man durch?

Möbel stehen für ein Lebensgefühl, sie sind ein Spiegelbild der eigenen Seele. Was können wir daraus für Schlüsse für ein zeitgemäßes Angebot an die Menschen ziehen? Genau darüber werden wir auf dem nächsten INSIDE Branchen-Gipfel am 6. und 7. Mai in der Alten Kongresshalle auf der Münchner Theresienhöhe mit tollen Gästen sprechen. Wir haben Philosophen, Trendexperten, CEOs, Gründer, Unternehmer und Geostrategen für die Bühne gecastet. Wir werden zusammen mit dem Rheingold-Institut eine Grundlagenstudie zur „Psychologie des Möbelkaufs“ konzipieren. Als Partner für die Grundlagenstudie, die bei der Orientierung in den Markt der Zukunft helfen soll, haben wir den Mittelstandsverband EMV gewonnen. Darüber freuen wir uns sehr. Wir haben viel vor!

Alle Infos zu Protagonisten und Programm finden Sie in den nächsten Tagen auf der Gipfel-Seite www.inside-branchen-gipfel.de und im INSIDE. Am 2. Dezember starten wir in die Frühbucherphase für den 7. INSIDE Branchen-Gipfel.

Wie sieht der Markt der Zukunft aus? Wer wird ihn gestalten? Nach was sehnen sich die Kunden wirklich? Der Weg ins Zuhause von morgen: Wir freuen uns auf Sie auf dem 7. INSIDE Branchen-Gipfel!

 

  • Schlagzeile: Blum sucht einen Neuen
  • H1: Deutschland-Vertriebsleiter geht: Blum sucht einen Neuen

Mit einer knappen Mitteilung aus Hoechst hat Beschlaghersteller Blum nun das Aus der Zusammenarbeit mit seinem bisherigen Vertriebsleiter Deutschland verkündet. Erst Anfang des Jahres war Stefan Sacher die Leitung übertragenworden. Angefangen in Vorarlberg hatte er im Frühjahr

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  • Schlagzeile: Leif Lindner im Talk

 

 

 

Der Schachzug, mit Leif Lindner einen gebürtigen Berliner und gleichzeitig einen gestandenen Industrie-Mann (Samsung, Sony) auf den CEO-Posten der weltweit größten Consumer-Electronic-Messe IFA zu setzen, der war schon gut. Lindner kennt die Sorgen und Wünsche aus der Perspektive eines Ausstellers, er ist in der Branche vernetzt, er ist nicht nur vom Erscheinungsbild durchsetzungsstark – und er redet nicht um den heißen Brei herum.

Spricht man mit Lindner, hat man schnell den Eindruck: Um den heißen Brei herumreden, das kann der auch gar nicht. Das ist gut. Denn die 2022 neu gegründete IFA Management GmbH, in der mehr als 40 Mitarbeiter in einem Joint Venture der GFU Consumer & Home Electronics GmbH gemeinsam mit Clarion Events Ltd, dem immerhin zweitgrößten Messeveranstalter der Welt, arbeiten, hat ein dickes Brett zu bohren.

Wie viele große Messen muss auch die IFA ihre neue Rolle finden. Umsatz und Mediawert sind auf Messen wie der IFA nicht mehr in erster Linie die Argumente für teure und nicht wirklich nachhaltige Megashows von kleinen und großen Ausstellern. Die Budgets sind eingedampft, der Kostendruck ist immens – und der schlaue Kundenzugang die eigentlich neue Währung.

Wie Lindner, der im vergangenen Jahr noch Zuschauer war, davor Aussteller und jetzt im Driverseat sitzt, die IFA vom 6. bis zum 10. September nicht nur zur 100. Ausgabe wieder jung, frisch und relevant machen will, sondern die diesjährige Ausgabe eher als „Startschuss“ für die neue IFA definiert wissen will, darüber haben wir in dieser Woche im neuen INSIDE-Küche-Talk gesprochen. Lindner: „Wir werden in diesem September zeigen, wo wir hinwollen.“

Den Talk gibt's auch hier als Podcast.

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  • Schlagzeile: XXXL-Küchenoffensive im Höffner-Stammgebiet
  • H1: XXXL-Küchenoffensive im Höffner-Stammgebiet

Das „Küchenquelle-Modell“ der Küchenberatung zu Hause wird ab dem 4.9. von XXXLutz in weiteren Regionen angeboten – und zwar dort, wo die expansiven Österreicher bislang kaum mit Möbelhäusern vertreten sind: im Höffner-Stammgebiet Ostdeutschland. Ganz falsch liegt man sicherlich nicht, wenn man dies als Antwort auf die Direktvertriebs-Offensive der Familie Krieger mit der Marke Alno wertet. 

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  • Excerpt: Die beiden Holzrausch-Gründer Tobias Petri und Sven Petzold kennen sich aus der Schule. Heute sind sie ein weltweit gesuchtes Designteam, das auch noch die Küche neu erfinden will. Oder erfunden hat?
  • Schlagzeile: „Hedonistische Nachhaltigkeit“
Die beiden Holzrausch-Gründer Tobias Petri und Sven Petzold kennen sich aus der Schule. Heute sind sie ein weltweit gesuchtes Designteam, das auch noch die Küche neu erfinden will. Oder erfunden hat?
  • Excerpt: Marc und Alexander Staude haben mit dem Concept Store by Möbel Staude eine neue Duftmarke gesetzt.
  • Schlagzeile: „Ein Shop, der uns selbst gefällt“
Marc und Alexander Staude haben mit dem Concept Store by Möbel Staude eine neue Duftmarke gesetzt.
  • Schlagzeile: Eine Messe als Gemeinschaftsprojekt

Im aktuellen INSIDE Magazin, dem letzten dieses Jahres, haben wir nochmal auf das Jahr 2024 zurückgeblickt. Wir haben uns entschlossen, auf den klassischen Jahresrückblick zum Möbelmarkt zu verzichten, der gewiss eine Auflistung von Insolvenzen, Personalwechseln, Geschäftsaufgaben und Unternehmensverkäufen geworden wäre. Stattdessen hat jeder INSIDE-Redakteur (und auch die Redakteurin) in einer Geschichte des Jahres aufgeschrieben, was ihn oder sie am meisten beeindruckt hat in diesem Jahr. Und wir haben zusammengetragen, was uns 2024 nachdenklich gemacht hat. Diese Geschichten des Jahres werden wir nach und nach auch online veröffentlichen.

Eine Messe als Gemeinschaftsprojekt: Die Orgatec als gutes Beispiel.

Es ist ja nicht so, dass im Objektgeschäft in diesen Zeiten so richtig was gehen würde. Nein, es ist hart, auch dort. Wenn sie es gut meinen mit ihrem Markt, dann sprechen die Unternehmer im Objektsegment von einer „flachen Marktentwicklung“, wenn sie über das laufende Jahr sprechen. Am Ende schrumpft das Volumen im Officemarkt in diesem Jahr aber auch. Zum Halbjahr 2024 lag das offizielle Minus bei 3 Prozent. Wie sich das zweite Halbjahr nun entwickelt hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Der Druck ist jedenfalls auch bei den Office-Leuten groß. Und genau in so einem Jahr musste nun dringend etwas gelingen, was viele genau vor zwei Jahren nicht mehr wirklich für möglich gehalten hätten. Das Revival der Office- Leitmesse Orgatec in Köln.

Fangen wir von hinten an. Nach der Orgatec war die Branche energiegeladen wie lange nicht. Viele Hersteller hatten gezeigt, dass angestaubte Chefmöbel nicht mehr der Weg für die Büros der Zukunft sind. Manch ein Besucher fühlte sich in Köln fast schon wie in Mailand. Dass so was noch passiert in diesem Universum. Allein dafür musste man die neue Orgatec fast lieben. Style und gute Energie (fast) überall, zeitgemäße Konzepte, von digitalen Ideen getriebene Messestände, Kreislaufwirtschaft nicht als Nervthema – ach, die Orgatec fühlte sich an wie eine moderne Messe, obwohl sie groß war und in so großen Messehallen stattfand, die heute oft als Ballast gelten. Die Koelnmesse hatte die Orgatec zusammen mit dem IBA mal wirklich komplett neu gemacht – bis hin zum Catering, in dem plötzlich keine ollen Würschtel und belegte Semmeln für überteuerte Kohle in unappetitlichen Systemgastro-Auslagen herumlagen. Plötzlich gab es Vitamine, Burger, Panini, Salate, gute Kuchen und echten Cappuccino.

Helmut Link, neben dem IBA-Vorsitzenden Joachim Link Interstuhl- Inhaber, strahlte schon auf der Messe übers ganze Gesicht. Er war zu Recht stolz. Nicht nur auf das Orgatec-Revival, sondern auch auf ein Standkonzept, mit dem die digitalen Fragen der Jetztzeit auf einer physischen Messe so fortschrittlich beantwortet wurden, dass bald auch auf der Interzum große Unternehmen Anleihen daran nehmen werden. Direkt neben Interstuhl auf dem Assmann-Stand war Karla Aßmann mit ihrem Team im Dauergespräch. Über die Stände von Sedus, Dauphin oder Wilkhahn schoben sich die Massen. Und selbst wenn die Interiormöbelfraktion mit Zug ins Objektgeschäft – Cor, Kettnaker, Jan Kurtz, Müller Möbelwerkstätten oder Walter Knoll – in ihrer Hybridhalle 5.2 noch nicht rundherum happy war, so war das Andocken an die Orgatec für sie doch der Startschuss für die neuen Interior Design Days, die ab dem kommenden Herbst in Köln stattfinden – und 2026 wieder parallel zur Orgatec den Messeplatz Köln mit Möbeln füllen sollen.

Auch mit ein paar Tagen Abstand bewerten etwa Sedus-Vorstand Daniel Kittner oder Dauphin-Chef Elmar Duffner die Orgatec – getrennt voneinander befragt – als „vollen Erfolg“. Duffner sagt: „Es war nicht nur die Quantität. Es war auch die hohe Qualität der Besucher, die wir auswerten durften, und die uns darin bestätigt, dass wir die neue Orgatec mit viel Energie angegangen sind.“ Dauphin hatte mit seinem Messemotto „Wonderworld“ den ausgerufenen Festival-Charakter aufgegriffen. Dass das Gensler Research Institut in der großen Studie „Global Workplace 2024“ ermittelt hatte, dass die meisten Menschen sich das Büro der Zukunft wie ein Café, am besten in einem Boutique Hotel, vorstellen, war dann nicht nur für Dauphin die Bestätigung dafür, dass man sich in den vergangenen Jahren konzeptionell und im Produkt bestens weiterentwickelt hat. Dauphin fährt mit dieser Erkenntnis auch in diesem Jahr gut und wächst, nach eigenen Angaben, um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in der Gruppe auf nun 120 Mio Euro. Dynamik passt auch zu Aßmanns, die heute viel mehr sind als Kastenmöbelhersteller, und ihrer komplett neuartigen Zusammenarbeit mit Westwing (INSIDE 1194). Dynamik und Vision steht auch für die Topstar-Familie Wagner und ihre kraftvolle Wagner-Living-Kreativschmiede. Bei Sedus etwa hatte man auf der Orgatec die „young executives“ im Visier. Und auch wenn nach Jahren des rasanten Wachstums (Sedus hat seit 2020 um 30 Prozent zugelegt) im Sommer 2024 ein harter Kostenstopp in Dogern verordnet wurde, so bleibt für Sedus-Chef Kittner zum Ausklang des Jahres der Lichtblick Orgatec doch sehr präsent. Kittner: „Wir haben alle zusammen viel Energie in die neue Orgatec gesteckt. Das war ein Gemeinschaftsprojekt zusammen mit der Koelnmesse. Der Branche gibt das hoffentlich Rückenwind.“

Simon Feldmer