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Digital am Start

  • Schlagzeile: Küchenwohntrends ist online

Es ist nicht die erste Messe, aber die erste digitale Messe, die am heutigen Montag von Möbel-Austria und Küchenwohntrends gemeinsam aus der Taufe gehoben wurde. Fünf Tage lang haben jetzt die Besucher der Online-Messe die Gelegenheit, sich umfassend über Neuheiten der Branche zu informieren und online in Dialog mit den Ausstellern zu treten.

 



Seit 2013 arbeiten Möbel Austria und Küchenwohntrends zusammen - mit der Online-Messe heute gehen beide Veranstalter zusammen einen deutlichen Schritt nach vorne. „Aufgrund der aktuellen Situation ist es nicht möglich, physische Veranstaltungen durchzuführen“, sagt Christian Altmann von Business Upper Austria bei der Eröffnung der Messe im Live-Stream. „Wir haben deswegen gemeinsam sehr frühzeitig entschieden, unser für Mai geplantes Messedoppel in den Oktober zu verlegen. Dafür haben wir auch viel Verständnis von unseren Ausstellern bekommen. Da die Zeit bis Oktober doch eine etwas lange ist, haben wir uns überlegt, den Zeitraum mit einer digitalen Fachmesse zu überbrücken und sind heute froh, dass wir mit unserer digitalen Fachmesse starten können.“ Und Küchenwohntrends-Macher Michael Rambach ergänzt: „Der Informationsfluss Richtung Fachhandel und Medien muss laufen. Dafür gibt es Messen“.

 



Suchfunktionen auf der Online-Plattformen der Küchenwohntrends sollen es einfacher machen, Neuigkeiten zu entdecken, die man bei einem physischen Besuch einer Fachmesse vielleicht sogar übersehen würde. Einig sei man sich mit allen Ausstellern, so Rambach: „Physische Messen sind unersetzlich“. Dennoch hat man bei der Online-Ausgabe der Küchwohntrends versucht, gerade die Kommunikation zwischen Ausstellern und Besuchern - unter anderem mit Chat-Funktionen - zu erleichtern.
 

 


Insgesamt ist die Online-Plattform der Küchenwohntrends eine Weiterentwicklung der bereits letzten Herbst an den Start gegangenen Online-Messe Küchenherbst.online. Aufgeteilt ist die Seite in die Bereiche Aussteller und Marken, Produktgruppen, Neuheiten und Highlights, Themenwelten, das Live-Programm sowie die Funktionen Kommunikation, Meine Messe und Mein Feedback. Begleitet wird das Informations- und Kommunikationsangebot durch Online-Vorträge unter anderem von der Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern und dem Managing Director der Design Network GmbH Lorenz Kilga, der über den Möbelkäufer der Zukunft spricht.

 

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Im ersten Quartal gewachsen

  • Schlagzeile: Forte mit Plus bei Umsatz und Ergebnis

Nach vorläufigen Zahlen hat der polnische Kastenmöbelbauer Forte im ersten Quartal 298 (Vorjahr: 276) Mio Zloty umgesetzt, das waren 8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Auch das EBIT erhöhte sich auf 45 Mio Zloty, nach 27 Mio im Vorjahreszeitraum. Die Ergebnissituation profitierte von den Wechselkursverhältnissen.

 

Die Öffnungsverbote des Handels in verschiedenen wichtigen Exportmärkten, speziell im DACH-Raum, führten diesmal nicht zu einem vollständigen Produktionsstopp. Die Kapazitäten wurden vorübergehend reduziert, die Lagerbestände erhöht, um nach den Erfahrungen des Vorjahrs für den Restart gerüstet zu sein.

 

Das eigene Spanplattenwerk namens Tanne, das Forte im April seit drei Jahren betreibt, hat sich angesichts der immer enger werdenden Versorgungslage rückblickend als Glücksgriff erwiesen. Zumindest für den Moment.

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Plus mit Segmüller

  • Schlagzeile: Der EMV meldet seine Zahlen für 2020

Die Gesellschafterversammlung des EMV hat im April wieder im schriftlichen Verfahren stattgefunden. Nun gibt der Mittelstandsverband aus Fahrenzhausen sein Zahlenwerk auch offiziell durch. Demnach erzielte der EMV im Geschäftsjahr 2020 einen zentralregulierten Umsatz in Höhe von 1,63 Mrd Euro, macht ein dickes Plus um 26,6 Prozent. Der Segmüller-Beitritt hat ordentlich Volumen in den Verband gepustet. Der Gewinn stieg ebenfalls – auf 22,7 Mio Euro.

 

Die EMV-Geschäftsführer Felix Doerr und Ulf Rebenschütz verweisen für 2020 zudem auf den Homepoet-Start und das neue Küchenportal (siehe auch INSIDE 1111); beide Portale seien „wichtige Pfeiler der Digitalisierungsstrategie des EMV“. Auch der Beirat wurde neu gewählt. Ins Aufsichtsgremium gewählt wurden: Siegfried Brandl, Günter Dick, Frank Engelhardt, Katrin Fahnenbruck, Friedrich Hämel, Robert Andreas Hesse, Robert André Kabs, Dieter Kleemann, Nils Kuiper, Ingo Schütze, Florian Segmüller, Sebastian Spitzhüttl, Uwe Starke, Martin Stephan, Gernot Wenig.

 

Die nächste Gesellschafterversammlung soll dann wieder im normalen Rahmen vom 10. bis 11. April 2022 in Düsseldorf stattfinden. 

 

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6 Mio in acht Stunden

  • Schlagzeile: Brand vernichtet Kartonagen-Lager und -Produktion

Komplettes Desaster: Bei einem Lieferanten für die deutsche Möbelindustrie hat in der Nacht auf Freitag, 30. April,  ein Großbrand eine komplette Produktionshalle sowie Lagerflächen komplett zerstört. Getroffen hat es Levell Kartonagen, der im fränkischen Lichtenfels-Seubelsdorf seinen Hauptsitz unterhält. Vollkommen abgebrannt ist die Produktion im thüringischen Eisfeld. Nach Firmenangaben verarbeitet Lewell pro Tag 200.00 qm Kartonagen – an zwei Produktionsstandorten. Ob damit nun die Hälfte oder ein höherer oder geringerer Anteil der Produktionskapazitäten ausfällt, ist noch unklar.

 

Die einzig gute Nachricht: Menschen kamen bei dem Großfeuer nicht zu Schaden. Allerdings mussten verschiedene lokale Feuerwehren und das THW zum Nachteinsatz ausrücken, der nach Polizeiangaben etwa acht Stunden andauerte. Die 130 Helfer konnten allerdings nie hat verhindern, dass am Standort in Thüringen alles abbrannte. Bislang ist die Brandursache unbekannt. Derzeit wird der Sachschaden von den Behörden mit etwa 6 Mio Euro beziffert.

 

Wenn das mal reicht. Schließlich beliefert Lewell auch deutsche Möbelproduzenten mit Kartonagen. Damit wird der Brand auch direkte Auswirkungen auf Teile der Branche haben. Wie groß diese sein werden, dürfte aktuell noch kein Möbelhersteller genauer abschätzen können.     

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Best-of-Video zur INSIDE-Lieferketten-Runde

  • Schlagzeile: Die Woche auf INSIDE Küche

In diesen Tagen starten die Zulieferer der Möbel- und Küchenindustrie mit ihren Neuheitenpräsentationen. Teils digital auf der Interzum@home, teils im eigenen virtuellen Showroom, teils live vor Ort. Kurz vor dem Go-Live der digitalen Vauth-Sagel-Neuheitenplattform war unser Kollege Simon Feldmer - frisch getestet – in Brakel und hat von dort – unter anderem - ein kleines Videointerview mit Inhaber Claus Sagel mitgebracht. Außerdem gibt es auf INSIDE Küche neue Gastbeiträge aus unserer Serie „Die Küchen von morgen“: Ralf Müterthies, Head of Market Intelligence bei Hettich, vertritt die pragmatische Auffassung: „Der Wandel in der Küche vollzieht sich langsamer als in anderen Bereichen.“

 

Einen Überblick über die Technik-Neuheiten der Beschläge-, Oberflächen und sonstiger Technik-Größen, aber auch der kleinen Spezialisten, werden wir nach und nach in unserem Frühjahrs-Technik-Spezial auf INSIDE Küche veröffentlichen, eine Vorschau findet sich in der heute in die Post gesteckten Print-Ausgabe.

 

In erwähntem  Zuliefer Spezial haben wir auch ein langes Interview abgedruckt, das aus einer Gesprächsrunde mit zehn Branchenvertretern entstanden ist.  Von aufgewühlt bis konstruktiv – so könnte man die Stimmung in dieser Runde zusammenfassen. Klar wurde: Lieferzeiten, Preise, Beschaffung – das sind Probleme, die hat gerade jeder im Markt, egal an welcher Stelle der Lieferkette er steht. Den Unmut der Endverbraucher kriegen allerdings in erster Linie die Händler ab. Bei dem auf INSIDE-Seite von Simon Feldmer und Eva Ernst moderierten Gespräch waren dabei: Elmar Duffner (Vivonio), Michael Egger jun. (Egger), Thorsten Gösling (Pronorm), Dieter Hilpert (Bega), Jens Hölper (Garant), Uwe Kreidel (Hettich), Stefan Möller (Häcker), Ralf Priefer (Ninka), Simone Scheuermann (Küchen Keie) und Peter Schönhofen (Kare). Eine gar nicht so kurze Videozusammenfassung des Gesprächs haben wir heute auf INSIDE Küche veröffentlicht.

 

Für die Rubrik Nahaufnahmen haben wir mit dem badischen Küchenhändler Hubert Lehmann (Lehmann Küchen, Rust) gesprochen. Ein Portrait seines Küchenstudios ist in Planung, zunächst geht es jedoch um Lehmanns Erfindung Profil 2.0, eine Lösung, durch die Lüftungsgitter bei in die Wand eingelassenen Küchenschränken zum Designelement werden. Und mit moebel.de gibt es einen weiteren Anbieter im großen Feld der Lead-Generierung für den Küchenhandel.

 

Das ist diese Woche noch passiert: Rheinbach hat die Nachfolge von Geschäftsführer Joachim Bringewald eingestielt. Die Küchentreff-Geschäftsführer Daniel Borgstedt und Marko Steinmeier übernehmen die Führung beim Küchenring bzw. bei Alliance in Personalunion. Ein Schritt hin zu mehr? Das will man heute so noch nicht sagen, weder in Rheinbach, noch in Wildeshausen. Dass die Küchenmöbelindustrie zwar nach wie vor gut ausgelastet ist, aber die Auftragseingänge durch die anhaltenden Geschäftsschließungen im ersten Quartal doch eingebrochen sind – im Inland sogar um fast 19 Prozent – gab die Arbeitsgemeinschaft die Moderne Küche (AMK) am Montag bei ihrer Wirtschaftspressekonferenz bekannt. Und Lechner hat sich mit dem Regensburger Start-up The Wall zusammengetan. Gemeinsam wollen sie die Vermarktung der gleichnamigen Multifunktionsrückwand  vorantreiben. Ein Interview mit Lechner- Geschäftsführer Daniel Griehl und The-Wall-Gründer Johannes Falk werden wir in Kürze auch auf INSIDE Küche bringen.

 

Wie die Digizum steht für auch die Online-Küchenwohntrends in den Startlöchern. Am Montag geht es los, unter anderem mit einigen Live-Casts von Ausstellern. Auch hier bleiben wir dran.

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Branchen-AGB

  • Schlagzeile: Kooperationsnetzwerk Möbelindustrie: Offensive auf leisen Sohlen

Seit nun fünf Jahren gibt es das Kooperationsnetzwerk Möbelindustrie, recht lange als zahnloses Vereinstigerchen. Der Zusammenschluss von Wohnmöbelherstellern hat in den vergangenen Monaten seine Aktivitäten konzentriert. Mit verschiedenen Handelskooperationen liefen und laufen Gespräche. Ziel ist die Umsetzung einer neuen Form von Branchen-AGB, in einem zweiten Schritt könnten auch vertriebliche Kooperationen folgen.

 

Der Handel wehrte bislang mit Nachdruck ab. Doch der Widerstand scheint zu bröckeln. Das Netzwerk bekommt indes weiter Zulauf. Eine neue Front entsteht. Mit Chancen, Risiken und einem Haufen Konfliktpotenzial für die gesamte deutsche Möbelbranche. Und offenbar mit einem Signal der 1. Beschlussabteilung des Bundeskartellamts, das zumindest Industrievertreter als ermutigend wahrnehmen. Man muss sich schon sehr zusammenreißen, um in diesen Tagen zumindest ab und zu gute Laune zu haben. Der Dauerlockdown, die erneut steigenden Zahlen, die Materialpreisexplosionen, die Lieferzeiten: Aus dem Gewinnermarkt Möbel im Jahr 2020 ist in diesen Wochen ein Schlachtfeld geworden. Fachhändlern und Premiumanbietern und Onlinern und ihren Lieferanten geht’s weiter gut bis sehr gut. Dem Rest: meist schlecht. Einziger Trost für viele: Die Rekorde und teilweise auch Rekordgewinne in 2020, von denen viele zehren können. Die Lage ist mehr als komplex.

 

Und da ist es sicher für die großen Fraktionen des Handels eine die schlechte Laune exponentiell fördernde Entwicklung, dass in der Industrie seit Monaten nicht mehr nur über den ach so bösen Handel gejammert wird. Es tut sich was. Wie soll man sagen? Das Kooperationsnetzwerk Möbelindustrie, 2016 als Interessensverein gegründet, heute in der eigenen Wahrnehmung eher als Effizienzkartell im Sinne des §2 GWB zu sehen, ist aufgewacht. Nicht jetzt im Frühjahr. Schon eine Weile. 15 Wohnmöbelhersteller sind aktuell im Netzwerk organisiert. Wie man hört, kündigt sich weiterer Zulauf an. Angeblich wollen sich relevante Polsterer anschließen. Von elf Stück ist die Rede. Apropos reden. Sprechen über die eigenen Aktivitäten mag im Netzwerk niemand. Es ist eher ein Versteckspiel. Die Industrielobby versucht den Spagat, auf der einen Seite den Druck auf große Handelsabnehmer zu erhöhen, auf der anderen Seite es sich dort mit niemandem zu verscherzen. Was mancher der Beteiligten der eigenen Lobby als gewisse Weichei-Mentalität auslegt. Denn worum es geht, ist klar: Mit dem angestrebten Zugang der Krieger-Gruppe zur Begros (noch ist der Zugang in Bonn nicht abgesegnet), der Marktstellung von XXXLutz, weiteren Zusammenschlüssen auf Mittelstandsverbandsebene wird der Marktdruck der Abnahmeseite für Industrieanbieter – wenn man nicht gerade BSH, Nobilia oder Polipol heißt – unkalkulierbar.

 

Eigentlich ist er das heute schon. Unabhängig davon, ob aus dem KHG-Zugang bei der Begros was wird. Der Kampf um die Produktionskontingente Die Lage ist klar: Im Handel sorgen sich alle, die nicht zu Lutz oder Giga gehören, um die Produktionskontingente der Zukunft. Der Milliardenplayer und Möbelhandels-Marktführer aus Wels-Würzburg hat hier in den vergangenen Jahren geschickt agiert. Ein Ikea mit vertikaler Fertigung wollte Wels nie werden, aber die Vereinbarung von fixen Abnahmemengen, die priorisiert an Lutz und Giga-Kollegen gehen müssen, ist immer öfter fester Bestandteil der Vereinbarungen mit Lieferanten.

 

Und es gibt nicht wenige im Markt, die im in den vergangenen Jahren hartnäckigen Streben eines Riesen wie KHG nach Verbandsanschluss vor allem einen Grund sehen: die Sicherung der Lieferkette. Auf der anderen Seite steht die Industrie, die sich in gefährliche Abhängigkeiten begeben muss, um vorwärtszukommen. Wenn man 50 Prozent seines Umsatzes, sagen wir mal, mit Lutz und Begros/KHG macht. Ja, was ist man dann? Sicher mal nicht am längeren Hebel. Zwar ist vielen Verbands- und Zentraleinkäufern mittlerweile klar, dass die Einkaufsschraube nicht endlos weiterzudrehen ist, weil sonst eben niemand mehr da ist, mit dem man überhaupt verhandeln kann. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass – bei allem verständlichen Ärger über die Liefer-Performance in diesen Tagen – gerade in der aktuellen Ausnahmelage ein ums andere Mal teilweise unverschämte Konventionalstrafen gezogen werden. Giga-Gespräche Zu den Fakten, über die aktuell niemand offiziell sprechen will, die aber seit Wochen durchsickern, weil viele Gespräche laufen, viele Papiere kursieren, alle Verbände angefragt worden sind: Vertreter des Kooperationsnetzwerks Möbelindustrie und großer und kleiner Handelsgruppierungen haben bereits ausgelotet, ob man die Zusammenarbeit in der Zukunft vielleicht auf neue Beine stellen könnte. Aus dem Netzwerk werden die Gespräche forciert. Spätestens nach dem letzten Bamberger Urteil und seinen auf beiden Seiten kunstvollen Auslegungen (INSIDE 1108) ist der Handlungsdruck allein mal in der Frage Konventionalstrafen auch allgemein anerkannt. Bisher sind aber keine Fortschritte auf dem langen Weg zu neuen Standard- oder Branchen- AGB wirklich erzielt worden.

 

Gesprochen worden soll sein, so sagen INSIDER, u.a. mit VME, KHG, der Begros oder auch mit Giga. Neben neuen Standard-AGB geht es um eine neue Compliance-Vereinbarung, die im Netzwerk gerne zum Standard erhoben werden soll. Ziel: Ein Lieferant unterschreibt eine neue Vereinbarung mit dem Handelspartner nur dann, wenn der wiederum die Compliance-Vereinbarung unterzeichnet hat. Wir lassen das hier mal so stehen, ohne die Wahrscheinlichkeit zu kommentieren, dass sich große Handelseinheiten auf so ein Szenario einlassen. Oder? „Ich sehe da durchaus Chancen“, sagt einer. Am Ende haben beide Seiten ein Interesse an einer neuen Basis für die Zusammenarbeit in der Zukunft. Und beide Seiten haben Druck. Die Verbände, weil sie für ihre Mitglieder, die an der Front mega unter Druck stehen, die Warenversorgung sichern müssen. Die Industrie, weil sie ums Überleben kämpft. Manch einer meint wahrgenommen zu haben, dass man in den aktuellen Gesprächen mit Giga eigentlich auf einem konstruktiven Weg sei. Sollte eine Einigung des Kooperationsnetzwerks mit Giga gelingen, wäre das mehr als ein erster Schritt gleich zum Start. Noch ist der Weg aber weit, auch der Weg zu einem Würzburg-Deal. Es wird in den Gesprächen zur Sache gehen. Was auch an den Regelungen liegt, die in den vom Kooperationsnetzwerk aufgesetzten „Compliance-Vereinbarungen in Bezug auf Vertrags- und Geschäftsbedingungen des Handels“, die dem INSIDE vorliegen, steht.

 

Vier Seiten hat das Dokument. In der Compliance-Vereinbarung steht viel über die Regelungen, wann AGB unwirksam werden, über Lieferung, Gewährleistung und unter dem Punkt „Vorbehalt der Vertragsstrafe“ stehen dann Sätze wie diese: „(…) Kommt der Lieferant in Verzug, kann der Vertragspartner – sofern er glaubhaft macht, dass ihm hieraus ein Schaden entstanden ist – eine Entschädigung für jede vollendete Woche des Verzugs von je 0,5 Prozent, insgesamt aber höchstens 5 Prozent des Netto-Preises für den Teil der Lieferung verlangen (…).“ Oder unter dem Punkt „Lieferzeiten, Anlieferung, Annahmeverzug“ steht zum Beispiel das: „Kommt es trotz der Avisierung der Lieferung zu Annahmeverzug aufgrund von Wartezeiten an der Rampe des Vertragspartners länger als 30 Minuten, so steht es dem Lieferanten nach eigenem Ermessen frei, den Lieferversuch abzubrechen und/oder Verzugsschaden (wie für Standgeld, Kosten für Neuanlieferung) geltend zu machen.“ 

 

Schaut man auf die aktuell gängigen Regelungen und Vertragswerke zwischen Industrie und Handel oder auch nur auf die Gepflogenheiten an manch einer Rampe eines großen Filialisten, kämen allein diese beiden oben genannten Vertragsdetails in der Compliance-Vereinbarung einer Revolution gleich. Doch das muss ja nichts heißen. Denn auf der anderen Seite ist zu vernehmen, dass zuletzt die Entschlossenheit im Kooperationsnetzwerk deutlich gestiegen ist. Und was wäre denn, wenn selbst große Player im Handel bei der Verteilung der Produktionskontingente in Zukunft öfter auch mal leer ausgehen würden, weil der Marktführer am Ende den Daumen draufhat? Es ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass im Kooperationsnetzwerk Möbelindustrie zuletzt auch über eine zusätzliche und neu zu gründende „Vermarktungskooperative Möbelindustrie“ gesprochen worden sein soll. Kartell, Kartell, Kartell. Kartell? Bei einem Informationsgespräch in Bonn in der Sache, das vor wenigen Wochen stattgefunden hat, sollen, sagen INSIDER, die Vorsprecher des angedachten neuen Industrievereins grundsätzlich grünes Licht für ihren vorgestellten konzeptionellen Ansatz bekommen haben.

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Nachwuchs trifft Unternehmer

  • Schlagzeile: Der INSIDE-MÖFA-Talk am 10. Mai um 14 Uhr

Ohne Live-Sessions geht heute nix mehr. In einem weiteren Jahr ohne klassischen INSIDE Branchen-Gipfel starten wir in eine lose Talk-Reihe, hybrid und digital und auf den Punkt. Den Auftakt macht: „Der INSIDE-MÖFA-Talk – live aus den Vogelsänger Studios“.

 

Es ist ja so ungefähr ein halbes Jahrhundert her, so fühlt es sich zumindest an. Am 6. Juni 2019 fand der 3. und bisher letzte INSIDE Branchen-Gipfel im Literaturhaus München statt. Volle Hütte. 300 Gäste im Saal. Gabor Steingart oder Birkenstock-Boss Oliver Reichert auf der Bühne. Karl Sommermeyers letzter großer Auftritt. Das waren Zeiten. Und eine lange Nacht war es auch. Für alle mit überlastetem Kurzzeitgedächtnis in Corona-Zeiten: Das Gipfel-Motto damals lautete: „Jeder gegen jeden? Oder alle in einem Boot?“ Das Gute an dem Motto ist: Können wir jederzeit wiederholen. Kleiner Scherz. Zum Scherzen ist es uns ohnehin nicht zumute, weil uns schon lange klar ist, dass wir die liebste unserer Aktivitäten, den Gipfel, auch in diesem Jahr nicht machen können. Aber wir geben nicht auf. 2022 im Frühsommer, da wird es den besten INSIDE Branchen-Gipfel ever geben. Wir sind – zusammen mit unserem strategischen Gipfel-Partner, Julian Franke und seinem 3C-Team – wild entschlossen.

 

Auf die INSIDE Seller-Days mit bestens gebuchtem Showroom und durchgetaktetem Branchen-TV im vergangenen Herbst folgte der Start des Multimedia-Portals INSIDE Küche in diesem März. Auch den Messeherbst haben wir weiter im Blick. Den Auftakt unserer neuen Live-Talk-Reihe macht nun am 10. Mai um 14 Uhr: Der INSIDE-MÖFA-Talk – und zwar live aus den Vogelsänger Studios. Wir senden live aus Neufahrn am 10. Mai. Und freuen uns sehr, dass wir in den vergangenen Monaten zusammen mit Kai Vogelsänger und Norbert Gierlich, Standortleiter in Neufahrn und zuständig für New Business bei Vogelsängers, ein neues Baby auf die Welt gebracht haben. Mit dem INSIDE-MÖFA-Talk werden wir nun zusammen starten – und, wir sagen es offen, sehen, was sich Richtung Messeherbst daraus noch entwickelt. Das Vogelsänger-Studio in Lage wiederum ist sehr nah dran an den versammelten Messezentren. Könnte auch naheliegen, dort was zu machen.

 

Zum Auftakt der neuen Live-Session-Reihe haben wir uns ein Thema ausgesucht, das alle betrifft. Den Nachwuchs. Ohne junge Leute, die Lust auf die Möbelbranche haben, können sich die Protagonisten heute wie sie wollen die Köpfe einschlagen. Es wäre unerheblich, was dabei herauskommt, wenn die Branche als Ganzes nicht mehr attraktiv für junge Leute ist, die gerne mit aller Kraft, Energie und Kreativität durchstarten wollen. Was bewegt junge Menschen, sich den Einrichtungsmarkt als zukünftiges Arbeitsfeld auszusuchen? Wie stellen sie sich die Arbeitsumfelder der Zukunft vor? Was haben sie für Wünsche? Was haben sie zu bieten? Das werden wir sechs aktuelle MÖFA-Studenten fragen. Die neue Schulleiterin Sabine Gantzkow wird in Neufahrn im Studio dabei sein und zur Neuausrichtung der zentralen Ausbildungsstätte der Branche Auskunft geben.

 

In der zweiten Hälfte unserer flotten Stunde werden wir den Nachwuchs mit der Realität konfrontieren. Wir haben sechs Unternehmer mitten aus dem Markt für kurze Interviews zu ihren Recruiting-Strategien, zu ihren vielleicht veränderten Einstellungskriterien und ihrem Blick auf die sich wandelnde Arbeitswelt gewonnen. Was und wen suchen Sie wie? Wir fragen das ein ziemlich cooles Panel, das sich aus folgenden Protagonisten zusammensetzt: Torsten Bendlin (Valuedesk), Birgit Gärtner (Porta), Jan Filler (Otto), Werner Heilos (MHK), Dr. Dennis Schmoltzi (Emma), Christian Seisenberger (Janua).

 

Zuschauen kostet nichts. Man muss sich auch nicht registrieren. Einfach reinklicken. Gesendet wird auf unserem Job-Portal www.inside.jobs. Zum Abruf wird die hybride Stunde im Anschluss bei Inside.jobs und wwww.inside-kueche.de zur Verfügung stehen.

 

Ps.: Wer im Umfeld des INSIDE-MÖFA-Talks im INSIDE oder auf Inside.jobs auf Personalsuche gehen möchte, für den bieten wir ein besonderes Schmankerl: 20 Prozent auf alle Stellenanzeigen im Mai!

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Dicke für Sitter

  • Schlagzeile: Personal-Rochaden bei Flokk

Die skandinavische Bürositzmöbelgröße Flokk hat mit Philipp Dicke seit 1. April einen neuen Country Manager Deutschland & Österreich. Dicke übernimmt die Position von René Sitter, der künftig für Flokk als Senior Vice President Central Western Europe in der Konzernleitung im Einsatz ist. Dicke ist bereits seit 2019 bei Flokk. Vor seiner Beförderung war er als Vice President Commercial Development Central Western Europe dafür zuständig, die Entwicklung kommerzieller Strategien und ihre Umsetzung voranzutreiben.

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Ausgebremst durch Lockdown

  • Schlagzeile: Schmidt Küchen verzeichnet herben Umsatzrückgang

Zufrieden kann die französische Nummer 1 im Küchenbusiness nicht sein, was die Umsatz-Entwicklung angeht. Der Umsatz in der Produktion der Groupe Schmidt rutschte um 6 Prozent auf 564 Mio Euro. Der Außenumsatz der Schmidt-Händler sank um 7 Prozent. Insgesamt, inklusive der über die Gruppe gelieferten Elektrogeräte, kam die Gruppe 2020 auf 1,62 Mrd Euro.

 

Dabei wäre aus Sicht der französischen Küchengröße weit mehr drin gewesen. Jean-Claude Meyer (Foto), Geschäftsführer der deutschen Schmidt Küchen GmbH & Co. KG, lässt sich in einer Mitteilung so zitieren: „Unsere Entwicklung war durchweg positiv. Der Wunsch nach einer neuen Küche und vor allem auch das Interesse an unseren Maßanfertigungen aus den Wohnwelten waren enorm.“ Allerdings hätten die Werke aufgrund der Pandemie in Frankreich zweieinhalb Monate stillstehen müssen. Damit seien 22 Prozent der Produktionskapazitäten weggefallen. Dieses Loch habe sich „nicht so schnell stopfen“ lassen. Dabei habe Schmidt Küchen von September bis Dezember 7 Prozent über der maximalen Kapazitätsauslastung gelegen, so Meyer.

 

Aber es lief offenbar nicht alles unter den Erwartungen. Annähernd stabil blieb beispielsweise die Zahl der Mitarbeiter, die bei 1.736 lag. Was die Angestelltenzahl der Studios angeht, gab Schmidt Küchen sogar ein Plus von 3 Prozent auf 7.708 Beschäftigte durch. Die Zahl der Exklusivhändler, die die Marke Schmidt Küchen vertreiben und in Frankreich und Belgien zusätzlich das Label Cuisinella, kletterte in 27 Ländern insgesamt um 33 auf 793 Partnerhäuser. In Deutschland sind es aktuell 34 Häuser.

 

Als positiven Nebeneffekt der Pandemie hat man bei Schmidt Küchen ebenso ein verstärktes Interesse an der französischen Webseite festgestellt. Dort seien die Zugriffe um 51 Prozent auf 5,4 Millionen gestiegen. 750.000 Kunden hätten dazu auch den 3D-Konfigurator von Schmidt Küchen genutzt. Mehr noch: Bei Schmidt Küchen geht man davon aus, dass sich rund 18 Prozent des Umsatzes in Frankreich „direkt auf digitale Marketingaktivitäten zurückführen“ lassen.

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Zu dritt in die Zukunft

Daniel Borgstedt, Jürgen Feldmann, Marko Steinmeier
  • Schlagzeile: Alliance und Küchenring mit Zuwachs in der Führung

Gut ein Jahr nach Beginn der Einkaufskooperation von Küchenring und Küchentreff im März 2020 wachsen Rheinbach und Wildeshausen personell zusammen. Wirtschaftlich sollen sie, das betont man, weiterhin autark bleiben. In den drei Verbänden sind insgesamt 1.300 Möbel- und Küchenhändler zusammengeschlossen.

 

Bei den Schwesterverbänden Küchenring und Alliance hatte es kürzlich schon Veränderungen an der Spitze gegeben: Alliance-Geschäftsführer Thomas Eck verließ Rheinbach Anfang März, Küchenring-Geschäftsführer Jürgen Feldmann übernahm seinen Posten in Personalunion. Seitdem wurden also beide Verbände von dem Duo Joachim Bringewald und Jürgen Feldmann geleitet, wobei Bringewald kein großes Geheimnis um seinen bevorstehenden Ruhestand gemacht hatte.

 

Die Lücke, die durch Bringewalds Abschied entstehen würde, wird nun rechtzeitig durch den Kooperationspartner aus Wildeshausen gefüllt. Die Küchentreff-Geschäftsführer Daniel Borgstedt und Marko Steinmeier übernehmen jeweils Führungsaufgaben in Rheinbach: Bei Alliance werden sich Feldmann und Borgstedt Marketing und Vertrieb untereinander aufteilen, Steinmeier wird für Controlling und Einkauf zuständig sein. Der Küchenring wird in Zukunft von Feldmann (Marketing und Vertrieb) und Steinmeier (Controlling und Einkauf) geleitet. Joachim Bringewald wird den Prozess noch einige Monate begleiten, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. Keine Veränderungen gibt es indes beim Küchentreff. Hier bleiben Borgstedt und Steinmeier verantwortlich.

 

Über die Kooperation zwischen Küchenring und Küchentreff – und weitere Themen haben Daniel Borgstedt und Marko Steinmeier kürzlich im Video-Interview auf INSIDE Küche gesprochen.

 

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Dreieinhalb Jahre Bauzeit

Konzept mit Dachterrasse
  • Schlagzeile: Abbrucharbeiten in der Mariahilfer Straße

Der Räumungsverkauf fand schon zum Jahresanfang statt, mit den Abbrucharbeiten der früheren Leiner-Vorzeigefiliale in der Mariahilfer Straße in Wien sollte eigentlich im März begonnen werden.

 

Nun ist es so weit. Laut Die Presse beginnt der Abriss Mitte Mai. "Die Abbrucharbeiten dauern vier bis fünf Monate. Ende September bzw. Anfang Oktober steht dort nur noch die historische Fassade entlang der Mariahilfer Straße", wird Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber zitiert. Danach wird dreieinhalb Jahre gebaut, bis am Ende ein neues Luxuskaufhaus nach KaDeWe-Vorbild samt Hotel stehen soll. Den endgültigen Namen des „KaDeWe Wien“ verrät Signa noch nicht.

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„Eine echte Unternehmerpersönlichkeit“

  • Schlagzeile: Anton Hettich ist mit 91 Jahren gestorben

Eine Unternehmer-Legende ist in dieser Woche verstorben: Anton Hettich, über Jahrzehnte die treibende Kraft und geschäftsführender Gesellschafter des heute mit Abstand größten deutschen Möbelfunktionsbeschlag-Spezialisten Hettich, verstarb am vergangenen Samstag, den 24. April nach kurzer, schwerer Krankheit. 91 Jahre ist Anton Hettich geworden. Ein stolzes Alter. Doch am Ende ging es sehr schnell.

 

Anton Hettich war bis zum Schluss aktiv und rüstig und lebensfroh, zupackend und ein Optimist. So hat er beispielsweise bis ins hohe Alter noch Tennis gespielt. 

 

Anton Hettich hatte früh Verantwortung übernommen: mit 27 Jahren. Allein die Anfangszeit ist ein Mythos. Seit 1949 war Anton Hettich Mitgesellschafter des Familienunternehmens in Schramberg. Im Januar 1959: die Trennung vom Stammhaus im Schwarzwald, die damals etwas größere Hetal-Einheit übernahm Franz Hettich. Anton Hettich nahm Hettich mit rund 12 Mio DM Umsatz in Kirchlengern an sich – mitten im Möbelmekka OWL.

 

35 Jahre  war Hettich als Geschäftsführer an der Front, machte Hettich groß und brachte den Mittelständler bis Anfang der 90er Jahre schon auf über 250 Mio DM Umsatz. Eine gigantische Unternehmerleistung. Der Wechsel in den Beirat kam dann im Jahr 1991, Dr. Andreas Hettich übernahm, ebenfalls sehr jung, Anfang der 2000er Jahre. Es hat Hettich nie geschadet, auf die jungen Nachkommen zu setzen.

 

Ein Vierteljahrhundert blieb Anton Hettich im Beirat der Unternehmensgruppe. Erst 2016 gab er sein Amt als Beiratsvorsitzender auf. Dazu kam das soziale Engagement des heute noch bei vielen in der Branche hoch angesehenen Anton Hettich. Ab 1992 bündelte Hettich sein soziales Engagement in der Anton Hettich Stiftung. Die Förderung von Bildung, Ausbildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen gehören zu den wichtigsten Stiftungszwecken. Das Gründungskapital stockte er 2019 anlässlich seines 90. Geburtstags gemeinsam mit seinem Sohn Andreas auf 14 Mio Euro auf.

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