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Gute Zahlen für den Küchenfachhandel

  • Schlagzeile: BMK veröffentlicht Umfrage-Ergebnisse

Offenbar hat das Corona-Jahr den deutschen Küchenfachhandel eher beflügelt als gebremst. Darauf lässt zumindest die Umfrage des BMK (Bundesverband Mittelständischer Küchenfachhandel) schließen. „Über die Hälfte der deutschen Küchenspezialisten konnten mehr als 10 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erzielen", heißt denn auch aktuell seine zentrale Botschaft, obgleich in der Meldung des BMK nicht deutlich wird, wie viele Händler überhaupt an der Umfrage teilgenommen haben.

 


Aufgedröselt ergibt sich jedoch ungefähr folgendes Bild: Etwa 55 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Händler hätten die Umsatzentwicklung im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr als viel besser (mehr als + 10 Prozent Umsatz) bewertet, knapp 25 Prozent als besser (bis + 10 Prozent), 13 Prozent als etwa gleich (+/-2 Prozent) und 7 Prozent als schlechter (bis -10 Prozent) oder viel schlechter (mehr als -10 Prozent).

 


Weiterhin gibt der BMK zu Protokoll: „Der Auftragsbestand wird von fast zwei Drittel der Befragten als besser, von 25 Prozent als etwa gleich und 9 Prozent als schlechter im Vergleich zu 2020 bewertet. Bei den Auftragsgrößen und den erzielten Spannen nimmt der Küchenfachhandel mehrheitlich eine Entwicklung auf Vorjahresniveau wahr, wobei allerdings 38 Prozent der mittelständischen Fachbetriebe auch höhere Auftragsvolumina generieren konnten. Die Zahlungsmoral der Kundschaft ist unverändert, der durchschnittliche Zahlungseingang liegt bei 9,5 Tagen.“

 


Für den Vorsitzenden des BMK Hans Hermann Hagelmann ist die Sache klar: „Der qualifizierte Küchenfachhändler konnte auch im abgelaufenen Jahr deutlich seine Vertrauens-Position beim Verbraucher ausbauen und durch die Umsetzung von Infektionsschutz- und Hygienekonzepten ein sicheres Einkaufserlebnis auch während der Pandemie garantieren!“ Man dürfe nun aber „nicht die fast zehn Prozent der Fachhandelsbetriebe vergessen, die unverschuldet mit deutlichen Rückgängen zu kämpfen haben“. Er erwarte „eine verbindliche und sinnvolle Strategie zur Wiedereröffnung der stationären Verkaufsfläche“, denn für „einige Betriebe geht es derzeit um die nackte Existenz“.

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Nur Gewinner

  • Schlagzeile: Nach dem Bamberg-Urteil

Der Tenor des Urteils, das das OLG Bamberg Anfang März zum Thema Konventionalstrafen gesprochen hat, haben wir an dieser Stelle zeitnah berichtet. Im aktuellen INSIDE haben wir weiter nachgefragt - bei beiden Seiten. Der Artikel aus dem INSIDE 1108 im Folgenden:

 

Nach langem Warten ist es da, das Urteil des OLG Bamberg zum Thema Konventionalstrafen. Geklagt hatte die Wettbewerbszentrale - im Sinne der Industrie - gegen den Giga-Verband, der stellvertretend für andere Handelsgruppierungen als Vorreiter herhalten musste. Das Urteil legten dann erstaunlicherweise beide Seiten als Erfolg aus.

 

Kurz zu den Fakten: Auch das OLG wertete die Vielzahl von gleichlautenden Giga-Lieferantenverträgen als AGB und erklärte die enthaltene Klausel zu pauschal verschuldensunabhängig festgesetzten Konventionalstrafen für unwirksam. Als „Steilvorlage für die Industrie“ bezeichnet man das auf Lieferantenseite, denn nun sei die Chance da, Vereinbarungen individuell zu treffen und sich auf derartige Klauseln nicht einzulassen. Der Punkt, der weh getan habe, wurde gekippt, so ein Industrievertreter. Die Klage habe sich zwar nur gegen Giga gerichtet, auch andere Verbände wüssten nun aber, wie der Hase läuft.

 

VDM/VHK-Geschäftsführer Jan Kurth schickte nach dem Urteil folgendes Statement in die Möbelwelt: „Das Urteil aus Bamberg ist eine gute Nachricht für die Möbelindustrie, denn es macht Schluss mit überhöhten Schadenspauschalen bei Überschreitung der Lieferzeit („Konventionalstrafen“). In dem am OLG Bamberg in zweiter Instanz entschiedenen Verfahren wegen AGB-Verstoß wurden in erster Linie zwei für die Möbelbranche wichtige Entscheidungen getroffen: Lieferverträge, wie sie in der Branche Verwendung finden, stellen Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) dar und in AGB ist verschuldensunabhängiger, pauschalierter Schadensersatz unzulässig.“ Laut VDM sind durch das Urteil wesensgleiche Formulierungen allgemein verboten.

 

Im Statement aus Würzburg, das mit „Erfolg für Giga International“ überschrieben war, wurde dagegen auf den Punkt im Urteil abgehoben, in dem das OLG der vorigen Instanz nicht folgte: Regelungen in den Einkaufsverträgen, die Giga bei verspäteten Lieferungen von Lieferanten oder Herstellern unter bestimmten Voraussetzungen zum Rücktritt berechtigen, sind zulässig. Welche Voraussetzungen das sind, erklärt Giga-Geschäftsführer Gerald Socher auf INSIDE-Nachfrage: Hier geht es um Werbe- und Saisonware. Würden beispielsweise Christbaumkugeln erst Anfang Januar, oder die Prospektware erst im Monat nach Erscheinen des Prospekts geliefert, müssten sie nicht abgenommen werden.

 

Zu der Vorgehensweise bezüglich der gekippten Klausel sagt Socher: „Der Passus der Konventionalstrafen wird aus unseren Verträgen herausgelöst und soll mit allen Herstellern bis zum Anfang des Sommers individuell verhandelt werden, unsere Ausschüsse werde diesbezüglich in Kürze mit allen Gespräche aufnehmen. Wir haben derzeit nicht vor, aufgrund der derzeitigen Situation am Beschaffungsmarkt, Pönalen aufgrund von verspäteten Lieferungen zu ziehen und haben im Übrigen auch im letzten Jahr keine gezogen, sondern unsere Hersteller informiert, wie ihre Lieferperformance aussieht. “

 

Und noch ein kleiner, aber bedeutender Hinweis: Konventionalstrafen wurden auch in der Vergangenheit nicht von Giga selbst gezogen, sondern von den Mitgliedern. Verklagt wurde aber Giga. Sprich: Auch das Urteil bezieht sich auf Giga. Würde ein Lieferant also Schadensersatz fordern wollen (was viele schon allein deshalb nicht tun werden, weil sie gern Lieferant bleiben, einiges dürfte auch inzwischen verjährt sein), müssten zunächst die einzelnen Händler verklagt werden. Wer mit solchen Klagen rechnen kann im Handel, der müsste spätestens jetzt Rückstellungen bilden.

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In Richtung Süden

  • Schlagzeile: Nolte Küchen erweitert in Melle

In der Nolte-Gruppe, zu der seit dem vergangenen Herbst hauptsächlich noch die Küchenmöbelbauer Nolte Küchen und Express Küchen gehören, investiert man bekanntlich lieber leise. Kein großes Tam-Tam auch beim jüngsten Bauprojekt, das nun im Ortsrat in Melle-Bruchmühlen positiv beschieden wurde.

 

Zu Details möchte sich Nolte erst in ein paar Monaten äußern, heißt es auf Nachfrage in Löhne. Allzu schnell wird es auch nicht gehen. Laut Ortsrat wird der Entwurf im zweiten Halbjahr ausgelegt, die Planungen dann erst weiter konkretisiert und erforderliche Fachgutachten erarbeitet. Der Satzungsbeschluss sei um den Jahreswechsel herum vorgesehen.

 

Bekannt ist aber: An der Bennier Straße im Werk Melle-Bruchmühlen will Nolte seinen Betrieb in Richtung Süden um 12.500 qm erweitern. Einem Schreiben der Geschäftsleitung an die Stadt Melle kann man entnehmen, dass auf einem neu erworbenen Grundstück zunächst eine zweigeschossige Lager- und Produktionshalle mit der Bezeichnung 9.2 und daran anschließend eine eingeschossige Lager- und Produktionshalle (Halle 13) geplant sind. Die Halle 9.2 soll der Zwischenlagerung bzw. Pufferung und Bearbeitung von Materialien und Bauteilen und der Verpackung der Fertigteile dienen und auch Sozialräume beinhalten. Die Halle 13 wird sich in drei Bereiche teilen: Wareneingang zum Entladen von Halbformatplatten und anderen Materialien mit Blocklagerbereich zum Vorpuffern, ein Lager für Halbformate, das ganze Pakete ein- und auslagern aber auch Stapel kommissionieren und der Fertigung zuführen kann und eine Bauteilefertigung. Geplant sind bis zu 70 zusätzliche Arbeitsplätze.

 

Die jahrelangen Diskussionen um eine mögliche Investition von Nolte in Ostdeutschland dürften mit diesen Plänen endgültig vom Tisch sein.

 

In Löhne, wo neben der Verwaltung das Werk 1 angesiedelt ist, ist zudem der Bau des neuen Ausstellungszentrums in vollem Gange. Die Bauarbeiten hatten kurz vor der letzten Herbstmesse begonnen. Auch hier wird ein zweistelliger Millionenbetrag investiert.

 

Auch bei der einen Steinwurf vom Nolte-Werk entfernten Schwestergesellschaft Express Küchen wird investiert. Im vergangenen Sommer wurde die Fertigung komplett umgestellt, die Versandanbindung an die Endmontage neu installiert. Das Kommissionierlager für Frontbauteile, Schubkästen und Auszüge zog in einen Anbau um, in dem neben Produktions- und Lagerflächen auch ein neuer Sozialtrakt untergebracht ist. Verlagert wurden auch die Frontenbearbeitungsanlagen. Es folgte die Inbetriebnahme einer neuen Montagelinie für Sonderschränke, und für 2021/2022 ist eine Erweiterung der Korpusseitenbearbeitung geplant  (INSIDE Küchen Spezial Nr. 5).

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Vor der digitalen Interzum

  • Schlagzeile: Praxistipps von Goos Communication

Anfang Mai startet die digitale Interzum. Wir vom INSIDE werden zum Entwicklungsstand der Zulieferindustrie Ende April ein großes INSIDE Spezial Zulieferindustrie bringen. Was steht drin? Interviews, Roundtable-Gespräche, Porträts und viele Neuigkeiten aus dem Oberflächen-, Beschlags-, Licht- und Möbeltechnik-Markt. Zudem werden wir in unserem neuen Info-Portal www.inside-kueche.de ab Mitte April bis Ende Mai die aktuellen Entwicklungen und Nachrichten aus der Zulieferindustrie mit Küchen-Fokus in einem neuen Online-Special aufbereiten.

 

Das Team der Hamburger Kommunikationsagentur Goos Communication um Florian Goos hat in den vergangenen Wochen ein Whitepaper mit Praxistipps für die Präsentation auf der digitalen Interzum, die als Interzum @home ab dem 4. Mai im Netz stattfinden wird, ausgearbeitet.

 

Wir geben die Tipps aus Hamburg an dieser Stelle gerne weiter. In vier Schritten zum interzum @home-Auftritt? Einfach hier klicken!

 

Florian Goos: „Das digitale Event ist weit mehr als nur ein Ort für die reine Produktpräsentation – im Zentrum stehen die Vernetzung und der Austausch untereinander. Genau das ist es, was den Mehrwert von Veranstaltungen ausmacht. Und selbst, wenn das virtuelle Zusammentreffen nicht vollständig mit dem intensiven Gespräch am Unternehmensstand oder beim abendlichen Feierabend-Drink mithalten kann: Die interzum @home bietet hier mit einem ausgefeilten Konzept für effektives Networking und smarte Leadgenerierung eine attraktive Alternative für die Unternehmen an. Was die interzum @home erst zum wirklichen Gewinn für die Aussteller machen wird, ist die aktive Teilnahme – nur über die strategische Nutzung der vorhandenen Tools wird der Mehrwert spürbar sein.“

 

 

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Die Woche auf INSIDE Küche 1

Die erste Woche nach dem Quasi-Neustart im Handel ist fast vorbei. Wer öffnen durfte und sei’s nur auf Termin, bei dem lief es in der Regel gut an. Der Bedarf ist da nach fast drei Monaten Schließung, auch wenn der Küchenfachhandel im Vergleich zur Großfläche ja auch während des Lockdowns noch ganz gut verkauft hat. Viele Kunden haben mit Bemusterung und Abschluss dann halt doch gewartet, bis sie wieder ins Studio gelassen wurden. Wir haben uns für den neuen INSIDE durch den Markt telefoniert, mit Vertretern von Verbänden, aus dem Fachhandel und aus der Großfläche gesprochen. Ein paar Stimmen aus dem Fachhandel, u.a. von Nadine Goos, Yvonne Zahn, Stephen Grimm und Hendrik Lenz, sind auch auf INSIDE Küche nachzulesen.

 


Unschöner Nebeneffekt der Öffnungsfreuden: Die Lieferschwierigkeiten, die einige Hausgerätemarken bei verschiedenen Produktgruppen seit mehreren Monaten haben, dürften sich durch zusätzliche Aufträge nicht gerade verbessern. Die Corona-bedingten Abstellungen bei Miele in den letzten zwei Wochen taten ihr Übriges. Mit verlängerten Gerätelieferzeiten und den Problemen, die das in der Endkundenkommunikation mit sich bringt, hat es unter anderem Küchenquelle zu tun. Grundsätzlich surfen die Nürnberger aber gerade eher auf der Erfolgswelle. Das Geschäftsmodell der Zuhause-Beratung funktioniert auch in Pandemiezeiten. Einen weiteren Schub in Sachen Verkaufsabschlüsse und Durchschnittspreise bringt die seit Herbst eingesetzte HoloLens-Technologie, die Geschäftsführer Stephan Pattberg im Interview erläutert hat.

 


Mit digitalem Marketing Leute in den Laden zu locken – oder dort, wo nicht geöffnet werden darf, auf Videoplanung aufmerksam zu machen – darauf hat sich Unternehmensberater Chris Thieme spezialisiert. Im kurzen Videointerview hat Thieme erklärt, was ein Händler dafür an Geld in die Hand nehmen muss.

 

Wirklich verzweifeln konnte man in den vergangenen zwölf Monaten als Messemacher. So gut wie alle Präsenzmessen waren abgesagt. Michael Rambach, Chef des Area30- und Küchenwohntrends-Veranstalters Trendfairs hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Nach dem Küchenherbst.online im vergangenen Jahr und der digitalen Küchenwohntrends im Mai stehen im September in Löhne und im Oktober in Salzburg endlich wieder „echte“ Messen an. Darauf freut sich nicht nur Rambach, sondern auch viele Aussteller. „Nach so langer Zeit sind die Leute heiß“, erklärt Rambach im Videointerview, das mit rund 18 Minuten ausnahmsweise etwas länger geworden ist. Es gab viel zu besprechen.

 


Auch in die Küchenmöbelindustrie sind wir in dieser Woche tiefer eingetaucht. In der Rubrik Nahaufnahme gibt’s ein Portrait von Sachsenküchen, dem „letzten unabhängigen ostdeutschen Küchenmöbelunternehmen, wie Geschäftsführer Elko Beeg sagt. Sachsenküchen hat seine Nische als Fachhandelslieferant mit starkem Fokus auf Individualisierung gefunden und beliefert zu fast gleichen Teilen den Handel im Inland und Ausland. Und Nolte Küchen hat Pläne für zwei neue Werkshallen in Melle. Damit dürften die Überlegungen rund um eine Investition im Osten Deutschlands wohl endgültig vom Tisch sein.

 


Klicken Sie rein, hören Sie rein und schauen Sie rein in unsere Video-Interviews auf www.inside-kueche.de. Alle Inhalte auf dem Portal sind noch den gesamten März und April über frei abrufbar. Erst ab Mai werden einige – aber keinesfalls alle – Beiträge kostenpflichtig sein.

 

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Es ist soweit 7

Kurz nach den Feiertagen, am 28.12., sollte der Hardeck-Innenstadt-Store in Hamburg am Gänsemarkt die Türen das erste Mal öffnen. Daraus wurde nichts. Die zweite Corona-Welle war zur Weihnachtszeit auf dem Höhepunkt, die zweistöckige 1.500 qm Filiale musste erstmal geschlossen bleiben. Diese Woche, knapp drei Monate später, ging es dann endlich los (INSIDE 1108).

 

Das Hardeck-Innenstadt-Store-Konzept habe es in Hamburg in dieser Form noch nicht gegeben, so lautete die Ansage im Vorfeld. Man könne zum Beispiel auf dem Lieblingssessel sitzen und ihn gleichzeitig im Netz bestellen. „Eine neue Art des Einrichtens“ versprechen Hardecks Werbe-Strategen. Branchentouristen und Kunden können sich dazu jetzt ein eigenes Bild machen. Click&Meet-Termine gibt’s auf der Hardeck-Website. Noch sind reichlich verfügbar.

 

Die Innenstadt lockt nicht nur Hardeck. Auch Oliver und Michael Föst wollen noch dieses Jahr in Bremen eröffnen.

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Boxen mit Bodyguard

  • Schlagzeile: Bett1 und Emma im Clinch

„Es ist noch nicht so lange her, dass wir mit unserem Dormando-Shop als kleiner Händler im Markt wie viele andere Kollegen regelmäßig Abmahnungen wegen irgendwelcher Kleinigkeiten von Bett1 bekommen haben. Das kann einen kleinen Laden auch mal an den wirtschaftlichen Abgrund führen.“ Sagt Emma-Mitgründer Manuel Müller.

 

Müller hat seine eigene Geschichte mit Bett1 und Inhaber Adam Szpyt. Das haben viele im Matratzenmarkt. Und doch hatte sich das Bett1-Bild in den vergangenen Jahren eigentlich etwas gedreht. Zwar hatte Bett1 seltsam lange das StiWa-Testsieger-Label gebucht, was vielen stank, die wildesten Gerüchte befördert und zu dicken Schlagzeilen im Stern oder anderen Magazinen und Zeitungen geführt hat. Zwar machte Bett1 mit einer Geschäftsidee einen einst verkrusteten Markt nachhaltig so frisch, dass er heute ein anderer ist. Was viele Matratzen-Spezialisten bis heute den guten alten Zeiten mit unfassbaren Kalkulationen nachweinen lässt. Doch genau diese disruptive und gnadenlose Grundhaltung rechnen viele Unternehmer dem Berliner Szpyt auch irgendwie wieder an. Man hat Respekt vor der Leistung. Dazu kommt: Die Werbewelle von Bett1 hat in den Köpfen vieler Verbraucher das Verständnis für Matratzen und was sie kosten dürfen nachhaltig auf den Kopf gestellt. Der Markt hat sich grundlegend verändert.

 

Die Emma-Gründer Müller und Dr. Dennis Schmoltzi haben in diesem Umfeld seit der Gründung im Jahr 2013 eine bemerkenswerte Matratzen-Story hingelegt. „Wir wollen die weltweit führende Schlafmarke werden.“ Das sagte Gründer Schmoltzi zum ersten Mal öffentlich im INSIDE Spezial Neue Ideen zum Jahresstart. Und es klingt nicht wie ein Spruch, es klingt wie ein Plan.

 

Über 400 Mio Euro Umsatz im Jahr 2020, in bald mehr als 26 Ländern aktiv, online wie offline eine Hausnummer: Man muss sich schon schütteln, um diese Geschichte zu fassen. 2019, mit dem StiWa-Test-Sieg, gelang Emma die Wachablösung der Bett1-Parade-Matratze Bodyguard. 2020 legte Emma um 170 Prozent zu im Umsatz. Man möchte meinen, die Fronten sind geklärt. Zwar warb Bett1 erstmal weiter mit dem Slogan: „Die beste jemals getestete Matratze.“ Mittlerweile lautet der Slogan: „Deutschlands meistgekaufte Matratze.“ Doch in der Bekanntheit beim Verbraucher schenken sich die Emma One und die Bodyguard wohl nicht mehr viel. So oder so: Bett1 und Emma sind natürlich harte Wettbewerber. Es gibt immer wieder Stress um Werbeaussagen. Von Emma-Seite gab es aber auch den Versuch, die Auseinandersetzung um Werbeaussagen auf ein anderes Terrain zu bringen, den juristischen Weg zu vermeiden, heißt es bei Emma in Frankfurt. „Aber es gab kein spürbares Einlenken von Bett1“, so Müller.

 

Müller und Schmoltzi haben sich nun entschieden, den neuen StiWa-Test, der Ende Februar erschienen ist und die Emma One und die Dunlopillo Elements wieder zum Testsieger machte, mal so richtig offensiv einzusetzen – in der Bild. Fette Anzeige vor knapp zwei Wochen mit dem Text: „Jetzt ist es raus: Emma® One Matratze besser als Bodyguard von Bett1.“ Im Kleingedruckten stand der durchaus streitbare Absatz: „Nach dem aktuellen Test der Stiftung Warentest ist die Bodyguard Matratze von Bett1, die seit 2015 getestet worden ist (ca. 90 bis ca. 200 cm, H3), nur noch Mittelmaß. Sie kam lediglich noch auf die Note ‚befriedigend (2,6)‘. Die Bewertung der Bodyguard, vermeintlich ‚Deutschlands meistgekaufte Matratze‘, nimmt Emma zum Anlass, Kunden von Bett1 ein besonderes Angebot zu machen – getreu der Devise ‚Klasse statt Masse‘: Alle Kunden von Bett1, die ihre Bodyguard innerhalb der 100 Nächte Probe schlafen zurückschicken wollen*, erhalten beim Kauf einer Emma One 30 Prozent Rabatt (ab nur 139,30 Euro statt ab 199 EUR). Jetzt auf www. emma1.de.“ Vergleichende Werbung? Oder Frechheit?

 

War jüngst etwas vorgefallen, Herr Müller, oder weshalb holen Sie so aus? Müller: „Nein, es gab mit Bett1 keine spezielle Auseinandersetzung in der jüngeren Vergangenheit. Der Anlass für die Kampagne war das neue Testergebnis. Uns ist es wichtig, nach der ganzen Werbung zur ‚besten jemals getesteten Matratze‘ nun endlich mit einem mittlerweile schief gewordenen Bild in den Köpfen vieler Verbraucher aufzuräumen. Wir wollen Kante zeigen, das muss jetzt mal sein.“ Über den Stil kann man streiten. Mit Adam Szpyt leider nicht. Bett1-Macher Szpyt wollte sich zum Fall nicht äußern gegenüber INSIDE. 

 

Derweil hatten seine Anwälte bereits eine 21 Seiten dicke Abmahnung an Emma geschickt, die von der Emma-Führung nicht unterschrieben wurde, dafür aber zu einer neuen Anzeige, dieses Mal in der Bild am Sonntag, geführt hat. Text: „Bett1-Anwälte drohen Matratzen-Testsieger Emma.“

 

Der Streit wird nun vor Gericht gehen, so sieht es aus. Müller: „Wir gehen dem Konflikt nicht aus dem Weg.“ Zudem haben die Emma-Strategen offenbar weiterführende Kampagnen-Pläne. „Wir wollen Dynamik reinbringen, diese Dauerbeschallung von Bett1 mit weitgehend nicht mehr aktuellen Testergebnissen durchbrechen“, sagt Müller. Die Kampagne geht also weiter, wohl auch in anderen Medien. Müller: „Wir können uns durchaus vorstellen, diese Aufklärungs-Kampagne sehr breit in verschiedenen Kanälen auszurollen.“

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Nummer 5

  • Schlagzeile: Lübbering übernimmt MHK-Kollegen

Im Jahr 2018 baute Familie Lübbering mächtig um. Seitdem konzentriert sich der frühere Garant- und Alliance-Möbelhändler auf Küchen – unter dem MHK-Dach. Claudia und Michael Lübbering betreiben mit ihrer Möbel Lübbering GmbH mit Stammsitz in Wietmarschen-Lohne aktuell vier Küchenstudios: in Nordhorn, Lingen, Meppen und Papenburg. Dazu arbeiten sie als Objekteinrichter: Spezialgebiet Ferienwohnungen. Alles also auch in Corona-Zeiten recht krisenfest.

 

Nun übernehmen Claudia und Michael Lübbering ein weiteres Küchenstudio: Zum 1. April wird die Küchen Niesmann GmbH in Bremen als weiterer Standort übernommen. Nach fast 40 Jahren Selbständigkeit geht Thomas Niesmann aus Schwanewede in den Ruhestand. Niesmann: „Bei der Übergabe meines Unternehmens war mir wichtig, dass mein Nachfolger unser Unternehmen inklusive meines hervorragenden Teams in eine gute Zukunft führt. Der Name Niesmann bürgt für Qualität und ist seit mehreren Generationen im Bremer Norden bekannt.“

 

Niesmann bleibt also Niesmann – unter Lübbering-Flagge. Niesmann ist ebenso wie Lübbering MHK-Händler. Niesmann beschäftigt aktuell sieben Mitarbeiter und zeigt zwölf Ausstellungsküchen der MHK-Marke Elementa (Häcker) und Beckermann. Lübbering beschäftigt aktuell 63 Mitarbeiter und arbeitet mit den Herstellern Nobilia, Nolte, Leicht und Bauformat/Burger. 

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Konzentration aufs Strategische

Michael Assner, Delf Baumann, Sabine Brockschnieder, Matthias Berens
  • Schlagzeile: Delf Baumann gibt die Geschäftsführung ab

Baumann-Inhaber Delf Baumann wird sich zum 1.4. nach 25 Jahren aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Die Leitung der Baumann Group mit den Unternehmen Bauformat und Burger überlässt er seinen bisherigen Co-Geschäftsführern Sabine Brockschnieder, Matthias Berens und Michael Assner, die in den letzten Jahren unter Beweis gestellt haben, dass sie ein engagiertes Team sind. Baumann, 59, wird weiterhin für die strategische Unternehmensentwicklung zuständig sein und sich an wesentlichen Unternehmensentscheidungen beteiligen. Auch repräsentative Aufgaben will er weiterhin wahrnehmen.

 

Was nun in der Mitteilung aus Löhne angeführt wird, hatte Delf Baumann in den letzten Jahren selbst immer wieder betont, so dass sein Rückzug aus der Geschäftsführung nicht wirklich überraschend kommt - „Die Geschäftsführung der Baumann Group ist seit einigen Jahren ein eingespieltes Team, welches vollstes Vertrauen von Delf Baumann genießt.“

 

Die Geschäftsführung war vor rund fünf Jahren komplett neu aufgestellt worden. Neu hinzu kamen damals Matthias Berens und Sabine Brockschnieder. Seither hat die Gruppe nicht nur ihren Außenauftritt komplett umgekrempelt, sondern an vielen Schrauben gedreht. "Jetzt greift jedes Zahnrad ineinander", so Delf Baumann gegenüber INSIDE. "Das macht richtig Spaß." Der Umsatz ist in den vergangenen Jahren auf zuletzt rund 270 Mio Euro gewachsen. 

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Ultimatum verstrichen

So soll es aussehen: Geplantes Einkaufszentrum in Dresden-Nickern
  • Schlagzeile: Kurt Krieger im Dresdner Bauausschuss

Am Mittwoch tagte Dresdens Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung. Thema: Kurt Kriegers Pläne zu Erwerb und Um- beziehungsweise Neubau des Einkaufszentrums Dresden-Nickern. Wie berichtet, hatte Krieger den Stadträten ein Ultimatum gestellt. Er wollte wissen, ob seine Pläne so umgesetzt werden können, wie gewünscht. Dazu hätte es einer Probeabstimmung bedurft, da in Dresden sowieso erst in der zweiten Sitzung entschieden worden wäre. Dazu ist es nicht mehr gekommen. Um etwa 22.45 Uhr wurde die Sitzung beendet, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Im Ausschuss war Krieger ebenso Gast wie Dresdens Citymanagerin Friederike Wachtel, die einige Bedenken hat. „Das Projekt liegt ihm sehr am Herzen“, heißt es aus Stadtratskreisen. Allerdings könne man Krieger „keinen Freifahrtschein geben“.

 

Sowohl die städtischen Abgeordneten wie die Verwaltung stehen unter erhöhtem Druck des Handels aus der Stadt. Wie zu hören ist, sollen besonders einige der bislang bekanntgewordenen geplanten Mieter des neuen Centers in Nickern für Unmut sorgen. Diese kommen aus dem Bereich Mode- und Textileinzelhandel. Krieger hatte seine Fristsetzung für seine Entscheidung mit einer bis 21.3. laufenden Kaufoption begründet. Verkäufer des Zentrums ist die Redos-Gruppe aus Hamburg. Kaufoptionen lassen sich auch verlängern.

 

Während einige Beobachter davon ausgehen, dass sich Kurt Krieger spätestens nach dem kommenden Wochenende nochmal in der Sache äußert, setzen andere mit dem Verfahren Vertraute auf das neue Verträglichkeitsgutachten. Das, so hat es die Stadtverwaltung signalisiert, solle bis etwa Ende Mai vorliegen.

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Wieder mehr Möbel

  • Schlagzeile: Depot mit neuen Leuten und Ideen

Auf Dauer nicht nur Deko-Artikel bei Depot: Beim Neuaufbau nach dem Rückkauf aus dem Migros-Portfolio durch Depot-Gründer Christian Gries soll die Möbelsparte wieder eine größere Rolle spielen. „Sagen wir es mal so: Wir werden sicher nicht den etablierten Möblern, die wir alle kennen, Konkurrenz machen. Aber dass es einen Platz für Möbel im Depot-Style gibt auf dieser Welt, das liegt für mich auf der Hand, vor allem online“, sagt Depot-Geschäftsführer Dr. Gunnar George.

 

Mit Julia Zahn (davor bei Möbel Kempf) kam im Februar eine neue Einkäuferin für Möbel zur Depot-Mutter Gries Deco Company GmbH. Der ehemalige EMV-Kreative Philipp Goreth ist schon länger als Produktmanager Möbel da. Und nun gibt es mit Marcel Thiesies auch einen neuen Head of Digital. 

 

Thiesies kam vom Berliner E-Commerce-Dienstleister Best It nach Niedernberg. Rund 450 Shops hat Depot am Netz, zuletzt wurden knapp 30 geschlossen. Aber eben keine 60, wie die Spiegel vor Kurzem gemeldet hat. Online soll mit Wucht angeschoben werden. „An die Chance von kleinen Innenstadt-Shops glaube ich weiter sehr“, sagt George. Man halte die Augen offen. Die Umwälzungen im Handel sind massiv. Leerstehende Flächen gibt es mehr als genug.

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Nochmal vertagt

  • Schlagzeile: Die Spoga rückt in den August

Für Messemacher ist die Lage allmählich, eigentlich sogar schon lange, richtig frustrierend.

 

In dieser Woche ist die Kölner Outdoormesse Spoga+Gafa, die bereits auf Ende Mai verschoben war und eigentlich auch in Zukunft bei dem Frühsommertermin bleiben sollte, auf den 8. bis 10. August vertagt worden. Damit ist man schon fast wieder beim traditionellen Herbsttermin.

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