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Zweigleisig 1

Dunlopillo hat eine neue Website freigeschaltet. Wichtigste Neuerung ist der Bettenkonfigurator. Kunden können individuell aus vier unterschiedlichen Kopfteilen und 18 Varianten zur Gestaltung von Farbe und Stoff wählen, um sich ihr Bett zusammenzustellen. Die Händlersuche sorgt dabei für möglichst kurze Wege. Der Konfigurator ist nicht für Bestellungen im Netz direkt beim Hersteller gedacht, wie INSIDE ursprünglich falsch gemeldet hatte. Außerdem kann der Bettenkonfigurator als verkaufsunterstützendes Tool am PoS eingesetzt werden. Die neue Webseite unterstützt damit sowohl Endkunden als auch Händler beim Kauf- bzw. Verkaufsprozess.  Im Sommer will Dunlopillo zudem seinen Showroom in Frankfurt vergrößern. Dazu wird er vom Hauptsitz in ein benachbartes Gebäude umziehen. Verkauft wird in dem neuen Showrrom ebenfalls - auch wenn das nicht im Vordergrund steht.

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Knapp 9 Prozent Exportplus

  • Schlagzeile: China wird zum wichtigsten Importmarkt

Während der Inlandsmarkt den deutschen Möbelbauern in einigen Warengruppen lockdownbedingt zu schaffen machte, sah es im Export von Januar bis März schon wieder deutlich besser aus als im Vorjahr. Um 8,7 Prozent auf 1,98 Mrd Euro erhöhten sich die Ausfuhren laut amtlicher Außenhandelsstatistik.

 

Gut lief es für die deutschen Hersteller in so ziemlich allen wichtigen Exportmärkten: Frankreich (+22 Prozent), Schweiz (+12,3 Prozent), Österreich (+13,7 Prozent), Niederlande (+12,7 Prozent) und Belgien (+7,7 Prozent). Aber auch in Richtung Italien (+26,1 Prozent) und Spanien (+19,7 Prozent) stiegen die Ausfuhren. Die Lieferungen nach Großbritannien stabilisierten sich mit +0,7 Prozent. Küchen- (+18 Prozent) und Wohn-/Schlaf-/Speisezimmermöbelhersteller (+15,3 Prozent) legten hier überdurchschnittlich zu. Bei den Ausfuhren in die USA gab es einen Rückgang um 14,5 Prozent, während die Exporte nach China um 5,5 Prozent anzogen.

 

Deutlich aufwärts ging es trotz der Geschäftsschließungen in den ersten drei Monaten mit den Importen von Möbeln nach Deutschland, die insgesamt um 12,3 Prozent auf 2,4 Mrd Euro stiegen. Extrem legte der China-Import zu: Um 42,4 Prozent. Mit 765,8 Mio Euro bzw. 31,1 Prozent Anteil am Gesamtimport löste China damit Polen im ersten Quartal als Hauptlieferland ab. Die Einfuhren aus Polen reduzierten sich um 3,9 Prozent auf 655,8 Mio Euro und hatten einen Anteil von „nur“ noch 26,7 Prozent.

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Neues aus Bayern

  • Schlagzeile: TrendSet im Juli als Pilotmesse--

Nachdem Fachmessen eine gefühlte Ewigkeit lang überhaupt nicht stattfinden durften, haben in den letzten Wochen einige Bundesländer zumindest Perspektiven geschaffen. In der Regel sind diese an Inzidenzwerte geknüpft.

 

Auch in Bayern fanden Messen bei den jüngsten Lockerungen zumindest mal Erwähnung. Der Freistaat geht davon aus, dass Messen spätestens ab dem 1.9. wieder durchführbar sein werden. Die Bedingungen stehen allerdings nicht fest. Erfahrungen sammeln will man bei der Durchführung einer Pilotmesse – der Münchner Interiors- und Lifestylemesse TrendSet vom 10. bis 12.7..

 

„Im Rahmen der notwendigen Abstimmung und Aktualisierung des Rahmenhygienekonzepts zwischen dem Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ist in diesem Kontext insbesondere auch über die Festlegung einer Höchstbesucherzahl zu entscheiden. Dabei sind sowohl das aktuelle Infektionsgeschehen als auch das Bedürfnis nach Durchführung einer Messe in angemessener Größe zum Testen der Konzepte und der dazugehörigen Logistik zu berücksichtigen. Nach Durchführung der Pilotmesse wird das Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gebeten, im Ministerrat über die Erfahrungen und Erkenntnisse zu berichten und gleichzeitig einen Vorschlag für das weitere Vorgehen im Bereich des Messewesens vorzulegen“, heißt es aus München.

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„Störung der Geschäftsgrundlage“

  • Schlagzeile: Dirk Wellmanns Erfolg vor dem Landgericht Gera

Vor etwas mehr als einem Jahr, Anfang April war das und mittendrin im ersten Lockdown, hatte Dirk Wellmann trotzdem für einige Tage richtig gute Laune. Nachdem der Einstieg von Familie Krieger in die beim EMV angesiedelte Fachhandelskette Multipolster GmbH & Co. Handels-KG mit Sitz im sächsischen Burgstädt nach mehreren Anläufen gescheitert war, schnappten die Segmüllers zu. Kurz darauf war auch schon die Freigabe des Bundeskartellamts da.

 

75 Prozent an Multipolster gingen nach Friedberg – und Wellmann, recht lebensfroh und kinderlos, hatte seine Nachfolge geregelt. 62 Jahre ist Wellmann alt. Er kann noch ein bisschen weitermachen. Klar ist, dass Johannes und Florian Segmüller auch die restlichen Anteile nehmen. Die 300 Multipolster-Mitarbeiter wissen also, wohin der Zug weiterfährt. Das ist für ein mittelständisches Unternehmen immer gut.

 

Gerade hat Wellmann wieder gute Laune – trotz dem zurückliegenden Dauerlockdown und der Testpflicht, die, so sagt Wellmann, „die Kunden regelrecht verschreckt. Das Geschäft ist zusammengebrochen seit der Testpflicht“. Dass Wellmann nach dem Lockdown-Halbjahr dennoch aufrecht durch den Mai geht, liegt dieses Mal weniger an Friedberg, sondern am Landgericht Gera. Ende April wurde dort eine Klage des Vermieters der Multipolster-Filiale in Jena abgewiesen. Klar, alle Rechtswege sind weiter offen. Und doch kann man das Urteil vielleicht doch als Anfang einer grundsätzlichen Neubewertung interpretieren: Bisher haben Richter in Deutschland in der Regel gesagt, es gebe durch die Pandemie und deren Folgen keine Störung der Rechtsgrundlage im Verhältnis Mieter zu Vermieter. In Gera sieht man das anders.

 

Dort wurde die Pandemie durchaus als mögliche „Störung der Geschäftsgrundlage“ angesehen. Und das hat Folgen. Wellmann hat es mit 45 Vermietern zu tun, in 47 Landkreisen und in fast allen Bundesländern. Im ersten Lockdown hatte Multipolster für April keine Miete mehr gezahlt, an keinem Standort. Auch der Mai wurde erstmal zurückgehalten. Wellmann wurde verklagt, mehrfach. Es hat sich gezogen. Der zweite Lockdown kam. Nun haben die Richter in Gera zumindest am Standort Jena die Klage  abgewiesen. Heißt: Dass Multipolster im April keine Miete gezahlt hat, sei für einen Monat zumutbar. Die restlichen Lockdown-Monate müssten Vermieter und Mieter bei den Kosten halbe-halbe machen. Die Neubewertung kam in Gera durch die Dezember-Verordnung der Bundesregierung, der zufolge nun Vermieter belegen müssen, dass die Geschäftsgrundlage für den Mietvertrag nicht gestört sei. 

 

In Gera zumindest hat man daraus weitreichende Schlüsse gezogen. Die Tragweite des Urteils ist in der Tat noch nicht abzusehen, denn es kann ja wieder kassiert werden vom OLG. Es könnte aber auch sein, dass es einen Wendepunkt in der Bewertung darstellt – mit Auswirkungen auf die Pandemie- Nachlese im gesamten Einzelhandel. Wellmann jedenfalls macht für sein Haus einen Betrag von mehr als 2 Mio Euro fest, den ihm das Urteil bringen könnte. Wellmann: „Und ich finde, es ist nur gerecht. Es ist doch nicht einzusehen, dass allein der Mieter einer Geschäftsimmobilie die Lasten der Pandemie zu tragen hat.“

 

Man wird noch sehen, wie andere Landgerichte das große Streitthema weiter bewerten. Die Fälle, in denen über Mietminderung gestritten wird, sind unzählbar. Gera könnte eine Welle losgetreten haben.

 

 

Halbe-halbe

Weder der Vermieter noch der Mieter kann etwas für die Pandemie: Der Berliner Rechtsanwalt Aldo Trentinaglia (Kanzlei ZENK) fasst das Urteil des Landgerichts Gera in seinen Worten zusammen.

 

„Die Antwort auf die Covid-19-Pandemie kann nur eine partnerschaftliche sein – in diesem Sinne lässt sich das Urteil des Landgerichts Gera lesen, das für staatlich angeordnete Schließungszeiträume eine Halbierung der Miete bestimmt hat. Es hatte sich dabei mit einigen Besonderheiten der Möbelbranche auseinanderzusetzen: Umsätze aus einem Onlineshop seien zu vernachlässigen, weil gerichtsbekannt sei, dass Käufer jedenfalls bei Polstermöbeln auf ein Probesitzen Wert legen. Möglicherweise in Post-Lockdown-Zeiten nachholbare Umsätze dürften bei der Frage des Wegfalls der Geschäftsgrundlage nicht mit Umsatzeinbußen aus Lockdown-Zeiten saldiert werden – solche Nachholeffekte bleiben also unberücksichtigt. Mietern und Vermietern ist zu raten, mit gegenseitigem Verständnis eine einvernehmliche Lösung zu suchen – die Pandemie fällt weder in den Verantwortungsbereich des Mieters noch in den des Vermieters.“

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Ein Schwesterchen für Jysk

  • Schlagzeile: Lars Larsen Group kauft Sofacompany

Die Jysk-Dachgesellschaft Lars Larsen Group hat dem Finanzinvestor Procuritas Capital Investors VI den dänischen Polstermöbelhändler Sofacompany abgekauft. Das 2012 von Cathrine und Christian Rudolph als Onlinehändler gegründete Unternehmen, das inzwischen nicht nur vier Showrooms in Deutschland, betreibt, bringt es aktuell auf 73 Mio Euro Umsatz, meldet Procuritas.

 

Neben den nordischen Ländern gehört die DACH-Region zu den Kernmärkten der D2C-Marke. Sofacompany hat eigene Designer, die die Produkte in Dänemark entwickeln. Produziert wird in Vietnam.

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Mehlknepp, Dibbedabbes und mehr

  • Schlagzeile: Die Woche auf INSIDE Küche--

„Die Deutschen geben mehr Geld für Küchen aus und weniger fürs Essen. Bei den Franzosen ist es umgekehrt. Und der Saarländer schätzt beides: gute Küchen und gutes Essen.“ So begründet der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, warum das Bundesland aus seiner Sicht der richtige Standort zum Küchenbauen ist. Unter gutem Essen versteht man im Saarland übrigens - das haben wir bei einem Tagestrip nach Saarlouis am Mittwoch dieser Woche gelernt - Spezialitäten wie „Mehlknepp“ und „Dibbedabbes“.

 

Für den saarländischen Neubürger Nobilia, der dort in dieser Woche sein Werk V einweihte, gab es sicher noch ein paar andere Gründe für die Standortwahl. Wir waren bei der Eröffnungsfeier zu Gast und haben unter anderem einen kleinen Video-Clip mit ein paar Eindrücken von dem Event mitgebracht.

 

Ums Essen und darum, dass sich die Ernährungsgewohnheiten der Zukunft auf die Küchen- und Hausgeräteindustrie auswirken werden, dreht sich auch der siebte Teil unserer Serie „Die Küche von morgen“. „Die Küche muss den Konsumenten schmecken“, meinen Christiane Pauli und Hanni Rützler, Gründerinnen des Start-ups futurekitchen, das Küchenausstatter mit Food-Start-ups, Tableware-Designern und Profis aus flankierenden Branchen vernetzen will. Auch ein neues Händlerportrait ist online auf INSIDE Küche: Der badische GEDK-Händler Hubert Lehmann hat uns erzählt, wie er Nobilia- und Allmilmö-Küchen verkauft, ohne eine einzige Musterküche dieser Hersteller platziert zu haben. Haupt-Holzlieferant seines Küchenstudios ist und bleibt aber Schüller.

 

Der jüngste unter den Küchenspezialverbänden, die EMV-Tochtergesellschaft KSV, hat mittlerweile fast 400 Mitglieder. In Fahrenzhausen sind sie allerdings lautloser gewachsen als andere. Das war durchaus gewollt, wie Susanne Schiffner-Geringer, Willibert Fröschen und Ulf Rebenschütz uns erklärt haben. Zum Videointerview mit der KSV-Führungsriege geht es hier entlang.



Und sonst so auf INSIDE Küche? - Die Ifa-Absage, das Möfa-Interview mit Sabine Gantzkow, weitere Messe-Splitter in unserem Frühjahrs-Technik-Spezial (u.a. Schattdecor, Schüco, Ninkaplast) und die Übernahme der türkischen Whirlpool-Aktivitäten durch Arcelik.


 

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Ausgeschieden

  • Schlagzeile: Maja plant personelle Neuaufstellung

Peter Völkner ist seit Anfang April kaufmännischer Geschäftsführer von Maja Möbel Kasendorf und Wittichenau. In Wittichenau unterstützte er in den letzten Wochen Axel Brömstrup in der Geschäftsführung.

 

Brömstrup, seit 2017 Maja-Geschäftsführer, hat den Betrieb am 19. Mai verlassen. Völkner übernimmt Brömstrups Aufgaben interimsweise, bis Elmar Duffner, Chef der Muttergesellschaft Vivonio, einen Nachfolger gefunden hat.

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Neue Personalien

  • Schlagzeile: Volle Kraft auf Bad Salzuflen: ZOW vor dem Revival

Nach der Digitalisierung der diesjährigen Interzum ist die nächste Option für die Zulieferindustrie, sich auf deutschem Boden zu präsentieren, die ebenfalls von der Kölnmesse organisierte ZOW vom 8. bis 10.2.2022.

 

Wenn die Corona-Lage sich bis dahin wie erhofft entspannt hat, könnte ausgerechnet die Pandemie der zuletzt in ziemlich kleinem Rahmen abgehaltenen Messe in Bad Salzuflen wieder Rückenwind geben (INSIDE 1108). Sieht auch die Kölnmesse so. „Der kommende Zulieferevent ZOW im Februar 2022 wird einer der ersten sein, der wieder ein persönliches Treffen ermöglichen und somit zum wichtigsten B2B-Event der Möbelbranche werden wird: Eine Messe wiederbelebter Kontakte, des persönlichen Austauschs „face-to-face“, der Kommunikation und der Vorstellung vieler, teils „angestauter“ Neuentwicklungen aus den Zulieferunternehmen“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung, in der nun auch das Gerücht bestätigt wird, dass man sich in Köln personelle Verstärkung für die ZOW sucht.


Bei der neuen Konzeption, an der der Designer Niko Ott und der langjährige Nobilia-Entwicklungschef Andreas Bielefeld mitarbeiten werden, wird von ein paar Ur-Prinzipien der ZOW abgewichen. So wird die Messe für einen individuellen Standbau geöffnet und auch die Standflächenbegrenzung aufgehoben.


 

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Flexibel mit offenen Schnittstellen

  • Schlagzeile: Expert Systemtechnik stellt sich breiter auf

Wasser oder Messer – was ist besser? Lange gab‘s darauf beim Zuschnittspezialisten Expert Systemtechnik die klare Antwort: der Zuschnitt per Wasserstrahl. Seit einiger Zeit ist das Bielefelder Unternehmen aber auch mit Messer-Cuttern am Markt und sieht viel Wachstumspotenzial im kommenden Jahr.

 

2020 war, wie für die meisten Unternehmen im Maschinenbau, alles andere als erfreulich. Expert Systemtechnik hat die Investitionszurückhaltung gespürt wie andere Unternehmen auch. Dass es holprig werden würde, war schon mit dem Lockdown im März 2020 klar. Kosten wurden angepasst, der Vertrieb wurde neu aufgestellt. Noch dazu traf Expert die Krise besonders, weil das Unternehmen mehr als 50 Prozent des Umsatzes im Export macht und Besuche im Ausland oder aus dem Ausland kaum möglich waren. Einiges konnte durch Webinare und Videokonferenzen aufgefangen werden.

 

Hinzu kam ein weiteres Hindernis: Bei erklärungsbedürftigen Investitionsgütern, wie Expert sie hat, spielt es eine große Rolle für Kunden, die Technik einmal live zu erleben. Das war durch Video-Präsentationen natürlich nicht so möglich. Dennoch hat das Unternehmen jede Möglichkeit genutzt, die sich bot, beispielsweise die Live-Stream-Optionen von Youtube. Kurzum: Es war ein herausforderndes Jahr für Expert. Aber in Bielefeld sehen die rund 30 Mitarbeiter des Unternehmens schon viel Licht am Ende des Tunnels.

 

Seit Februar steigt die Investitionsbereitschaft der Industrie wieder deutlich. Neukunden-Kontakte sind aufgrund der Reisebeschränkungen noch schwer aufzubauen. Aber auch da ist Besserung in Sicht. „Wir sind für 2021 optimistisch, mindestens wieder auf das Niveau von 2019 zu kommen“, sagt Sebastian Bruder, der gemeinsam mit seinem Bruder Manuel die Geschicke des Familienbetriebs lenkt.

 

Die Geschichte des Unternehmens begann vor fast 30 Jahren. Bevor Wolfgang Bruder, Vater der heutigen Geschäftsführer, Expert Systemtechnik aus der Taufe hob, leitete er die Entwicklungsabteilung des Bielefelders Nähmaschinenherstellers Dürkopp Adler. Dort beschäftigte man sich nicht allein mit dem Zusammennähen von Stoffen, sondern auch seit Mitte der 80er Jahre mit deren Trennung. Zum Einsatz für das formgerechte Schneiden kam dabei schon damals der Wasserstrahl. Als der Nähmaschinenhersteller mal wieder in eine schwierige finanzielle Lage kam und man die Entwicklungsgesellschaft der Dürkopp Adler schließen wollte, gründete Wolfgang Bruder, gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen, im Zuge eines Management-Buy-outs 1994 Expert Systemtechnik.

 

Zunächst konzentrierte man sich bei Expert Systemtechnik auf die Programmierung von Software zum Optimieren von Leder- und Textilzuschnitten. Später ging es dann mit dem Bau von Wasserstrahl-Cuttern weiter, auf die sich das Unternehmen spezialisiert hat.

 

Seit 2019 ist Expert allerdings auch mit einem Messersystem offensiv im Markt, auch wenn man die Technologie schon seit 2011 im Programm hat. Dass Expert nun auch im Messerbereich aktiv ist, liegt daran, dass der Wasserstrahl durch seine hohe Kapazität nur für Kunden geeignet ist, die mehr als 70 Lederhäute pro Schicht verarbeiten. Ideal für Unternehmen wie die 3C-Gruppe, Ada, die IMS-Gruppe oder HTL in China. Im Bereich der Messercutter hat Expert nun auch die eher handwerklich geprägten, kleineren Polstermöbelbauer im Visier, auch Raumausstatter und Sattlereien, genauso wie Premium-Anbieter wie Cor oder Artanova. Messercutter sind deutlich günstiger als die Wasserstrahl-Variante. Rund 100.000 Euro kostet eine textile Lösung mit einem Messer. Eine Wasserstrahl-Lösung fängt bei rund 180.000 Euro erst an. Da geht es sogar schnell mal auf 240.000 Euro oder 280.000 Euro hoch.

 

Den hohen Preis für Wasserstrahl-Cutter zahlen gerade große Unternehmen gerne, denn diese besondere Technologie hat einige Vorteile. So arbeiten Wasserstrahl-Systeme rund zweimal so schnell wie Messersysteme, bilden eine wesentliche höhere Kapazität ab. Neben der Geschwindigkeit spricht aber auch die Präzision für den Wasserstrahl. „Wir können jede Kontur schneiden“, sagt Sebastian Bruder.“ Der kleinste Durchmesser, den wir schneiden können, ist der Durchmesser des Wasserstrahls, nämlich 0,1 Millimeter. Das können Sie mit einem Messer nicht.“

 

Auch wenn das Geschäft mit Messercuttern stetig wächst, sieht man in Bielefeld langfristig das größte Potenzial in der eigenen Software-Schmiede. „Für uns ist das ein Wettbewerbsvorteil, wenn man sieht, was in Zukunft auf die Branche zukommt“, sagt Manuel Bruder. „Im Gegensatz zu anderen, die einzelne Software-Pakete zukaufen, hat Expert alles selbst entwickelt. Das ist großer Aufwand, setzt aber Expert in die Lage, auf kundenspezifische Anforderungen flexibel reagieren zu können.“ Anders gesagt: Passgenaue Lösungen anbieten statt Kunden etwas aufzwingen, was bereits vorhanden ist, - darin sieht man bei Expert die eigene Stärke.

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Mehr als 25 Prozent

  • Schlagzeile: Megaschub im Onlinegeschäft der Otto-Gruppe

Stichtag 28. Februar. Das letzte Geschäftsjahr der Otto-Gruppe ist schon bisschen rum. Nun haben die Hamburger ihre Zahlen vermeldet. Der Umsatz stieg um 17,2 Prozent auf 15,6 Mrd Euro. Im Onlinegeschäft wuchs die Gruppe gleich um 25,6 Prozent. Die reinen E-Commerce-Umsätze stiegen demnach weltweit auf vergleichbarer Basis auf rund 9,9 Mrd Euro zu. In Deutschland ging es auf 7,0 Mrd Euro hoch. 

 

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 432 Mio Euro auf 688 Mio Euro. Und weiter: „Das Ergebnis vor Steuern verdreifachte sich aufgrund der guten operativen Entwicklung sowie vor allem durch Anteilsverkäufe von 291 Millionen Euro auf 1,104 Mrd Euro; der Jahresüberschuss stieg entsprechend von 214 auf 971 Mio Euro.“

 

Kurz zur Einzelgesellschaft Otto. Wie in INSIDE 1107 gemeldet, legte Otto im reinen Möbelgeschäft gewaltig zu – der Möbelumsatz (2019: rund 1 Mrd Euro) stieg 2020 auf 1,5 Mrd Euro. Insgesamt verzeichnet die Einzelgesellschaft Otto über alle Sortimente ein Plus von 30,2 Prozent und kommt nun auf 4,54 Mrd Euro.

 

 

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400 Millionen im Blick

  • Schlagzeile: Lectra spürt steigenden Investitionswillen

Herausfordernde Monate liegen hinter dem französischen Polster-Zuschnitt-Spezialisten Lectra. Gerade schaut man dort aber wieder optimistischer ins Jahr, auch weil die Investitionsbereitschaft von Unternehmen in vielen Fällen wieder deutlich steigt.

 


Lange Zeit hat sich die Polstermöbelindustrie in Sachen Digitalisierung schwergetan. Hört man sich bei Lectra um, scheint derzeit ein Umbruch stattzufinden – und das, obwohl oder gerade weil die Pandemie die Märkte ordentlich durchgerüttelt hat. Denn allen Schwierigkeiten zum Trotz hat sie insbesondere beim Verbraucher den Wunsch verstärkt, nicht nur im eigenen Wohnumfeld zu investieren, sondern bei ihm ebenso die Erwartungen erhöht, was die Liefergeschwindigkeit und Konfigurierbarkeit von Polstermöbeln angeht.

 


Jetzt hat diese Entwicklung aber nicht sofort und unmittelbar zu einem Push bei Lectra geführt. Im Gegenteil: 2020 war für das Unternehmen Lectra, das seinen Umsatz hauptsächlich mit der Fashion-Industrie (47 Prozent) und zu einem eher geringen Teil mit der Automobil- (29 Prozent) und Polstermöbelindustrie (18 Prozent) macht, insgesamt ein herausforderndes Jahr.

 

Das zeigt auch der Jahresbericht. Dabei kannte die Umsatzlinie bis aufs Krisenjahr 2009 zuletzt nur eine Richtung, und zwar die nach oben. 2015 lag der Umsatz bei 237,9 Mio Euro, 2016 bei 260,2 Mio Euro, 2017 bei 277,2 Mio Euro und 2018 bei 282,5 Mio Euro. 2019 sank der Umsatz erstmals seit längerer Zeit wieder etwas auf 280 Mio Euro.

 

Und 2020 verschärfte sich diese Situation – bedingt durch die Pandemie – noch einmal stärker. Doch trotz eines herben Umsatzrückgangs von 14 Prozent auf 236,2 Mio Euro in 2020 belief sich das Betriebsergebnis vor Einmaleffekten auf 25,6 Mio Euro und die operative Marge vor Einmaleffekten auf 10,9 Prozent. In Europa ging‘s umsatztechnisch um 11 Prozent zurück, in Nord- und Südamerika um 2 Prozent, in Asien-Pazifik um 27 Prozent und im Rest der Welt um 24 Prozent. Allerdings ist Europa auch die weitaus wichtigste Region für Lectra, der Umsatz dort macht 43 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Nord- und Südamerika kommen auf 27 Prozent, Asien-Pazifik auf 23 Prozent.

 


Dennoch hat Lectra keine Kurzarbeit eingeführt und auf finanzielle Unterstützung von der französischen Regierung verzichtet. Tatsächlich lief es im dritten und vierten Quartal für Lectra schon wieder besser, weshalb die Führungsetage – auch wegen eines konsolidierten Eigenkapitals von 192,2 Mio Euro – recht optimistisch auf 2021 schaut.

 

Und wie sieht es im Möbelbereich aus? Im Möbelsektor lief es, vor allem in Europa und Asien, gut. Heißt: Zwar hat Lectra auch dort leichte Umsatzeinbußen in Kauf genommen, unterm Strich wurde aber genauso viel Geld verdient wie im Vorjahr. Hinzu kommt: Lectra hat kaum Service-Verträge verloren. Auch wurden viele Service-Vereinbarungen für die nächsten Jahre erneuert. Insofern konnte Lectra seine Entwicklungsprojekte stramm weiter nach vorne bringen.

 

Das ist auch notwendig, denn die Ziele, die sich Lectra gesteckt hat, sind durchaus ehrgeizig. 2019 wurde verlautbart, dass man bis Ende 2022 bei 400 Mio Euro Umsatz liegen wolle. Natürlich war da noch nicht abzusehen, dass die Pandemie kommt. Aber klar war auch, dass das nicht allein organisch zu meistern ist.

 

Die Akquisition des amerikanischen Zuschnitt-Spezialisten Gerber Technology (Jahresumsatz rund 160 Mio US-Dollar), im vergangenen Jahr angestoßen, wird Lectra dahingehend einen deutlichen Schub nach vorne geben.

 

Mit Gerber Technology wird Lectra seine Position in den USA signifikant verbessern, wo Gerber Technology schon seit Langem als Platzhirsch gilt. Auch sonst scheint der Deal sinnvoll. Nicht zuletzt, weil Gerber und Lectra eine ähnliche Philosophie verfolgen – was beispielsweise die strategische Ausrichtung und den Fokus auf wiederkehrende Einnahmen angeht, genauso wie die Orientierung an Software-as-a-Service-Lösungen. Aus dieser in der Vergangenheit doch recht synchronen Entwicklung lassen sich vermutlich einige Synergieeffekte heben.

 


Aber nicht nur in den USA, auch in Europa hat Lectra einiges vor. Teilweise verhindern die Marktstrukturen hierzulande jedoch noch große Sprünge. „Deutschland hinkt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und insbesondere USA und China hinterher, weil der Markt von den Einkaufsverbändern gesteuert wird und dort noch starre Strukturen herrschen.“ So sagt das Holger Max-Lang, Geschäftsführer von Lectra Deutschland mit zusätzlicher Verantwortung für die Region Nord-, Zentral- und Osteuropa, einschließlich Russland sowie Türkei und Mittlerer Osten. Viele Hersteller könnten aus seiner Sicht sofort online gehen und einen eigenen E-Commerce-Shop aufbauen. Dabei sieht er dort viel Potenzial, gerade was die wachsende Bedeutung der Millennials als Käuferschicht angeht, die vor digitalen Bestelloptionen keine Scheu hat.

 


Aber es gibt noch andere Hemmnisse, die es zu überwinden gilt. „Diejenigen, die sich bereits in der Vergangenheit mit Investitionen schwergetan haben, waren während der Pandemie noch vorsichtiger“, sagt Max-Lang. „Die Unternehmen, die in Vergangenheit schon kräftig dabei waren, Prozesse zu optimieren und in neue Technologien Geld zu stecken, haben das während der Pandemie verstärkt getan.“

 


Ein gutes Beispiel ist für Max-Lang Himolla, ein Unternehmen, das die Transformation vom manuellen Handzuschnitt von Leder auf hochkomplexe digitale Technologie mitten in der Covid-Zeit gemanagt hat. „Da kann man nur seinen Hut ziehen“, sagt er. Grob sieht Max-Lang die Zukunft der Zuschnitt-Technologie im vermehrten Angebot von Software-as-a-Service, erweitert um Machines-as-a-Service. Der Vorteil liegt dabei unter anderem darin, die Kapitalbindung für Unternehmen zu reduzieren. Außerdem, so Max-Lang, wird die teure Ressource der menschlichen Arbeitskraft mehr und mehr durch Maschinen abgelöst. Die mangelnde Verfügbarkeit von Produktionsmitarbeitern sei in Osteuropa für mittlerweile viele Unternehmen das größte Hindernis für weiteres Wachstum. Momentan, so prognostiziert das Max-Lang anhand der Investitionspläne der Industrie für 2021, stellt sich die Polstermöbelindustrie auf ein starkes Wachstum ein, schon in der zweiten Jahreshälfte.

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„Präsenz stärken“

  • Schlagzeile: Arçelik kauft Whirlpool Türkei

Der türkische Haushaltsgeräte-Konzern Arçelik (Beko, Grundig) – nach Marktanteilen in Europa das zweitgrößte Unternehmen seiner Branche – hat für 78,3 Mio Euro Whirlpool Türkei übernommen. Zu Anfang Juli soll die Übernahme gültig werden, vorbehaltlich der Zustimmung  der Behörden. Mit der Transaktion wurde eine Fabrik für Kühlschränke und Waschmaschinen in der Westtürkei erworben. Die Anlagen in Manisa haben eine jährliche Produktionskapazität von 2,7 Mio Geräten. Am Standort arbeiten 1.000 Mitarbeiter.

 

Arçelik-CEO Hakan Bulgurlu lässt sich so zitieren: „Mit der Übernahme des Whirlpool-Geschäfts in der Türkei unternehmen wir einen wichtigen Schritt, um unsere Präsenz in Europa und der Türkei weiter zu stärken, indem wir unsere Produktionskapazität weiter erhöhen. Wir bauen außerdem eine wichtige strategische Geschäftsbeziehung mit Whirlpool auf, die Exportmöglichkeiten in neuen Märkten eröffnen wird.“

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