Trotz der gemeldeten Umsatzsteigerung um 10,7 Prozent auf 14 Mrd Euro ist es keine Zuversicht, die in der aktuellen VDM-Veröffentlichung mitschwingt. Laut amtlicher Statistik haben die deutschen Möbelhersteller ihren Inlandsumsatz in den ersten drei Quartalen im Vorjahresvergleich um 10 Prozent verbessert, den Auslandsumsatz um 12 Prozent.
Die den einzelnen Produktgruppen legten dabei relativ gleich zu. VDM-Geschäftsführer Jan Kurth: „Die Umsatzzuwächse sind in erster Linie preisgetrieben und bilden die dramatisch gestiegenen Material- und Energiekosten ab.“ Dass die Nachfrage seit dem Sommer erheblich zurückgegangen ist, spiegelt sich in den Zahlen nicht wider.
Im Monat September lag das Umsatzplus auch nur noch bei 3,3 Prozent. Dabei verzeichneten mit Ausnahme der Küchenmöbelindustrie (+9,2 Prozent) und der Büro- und Ladenmöbelindustrie (+10,4 Prozent) alle Segmente Einbußen.
Ein Blick auf die Exportzahlen für die ersten neun Monate erfreut UK-Lieferanten. Hier ging es um 11 Prozent rauf. In den wichtigsten deutschen Auslandsmarkt Frankreich wurden dagegen wertmäßig 3,7 Prozent weniger Möbel geliefert als im Vorjahreszeitraum. Zuwächse gab es bei den Lieferungen in die Schweiz (+5,9 Prozent) und die Niederlande (+9,3 Prozent). Die Österreicher nahmen 1,7 Prozent weniger deutsche Möbel ab.
Ausgehend von niedrigem Niveau legten die Exporte in die USA – auch durch Währungseffekte – um etwa 20 Prozent zu, während die Exporte nach China um 13 Prozent einbrachen.
Wie es weitergeht? Schwer abschätzbar. Kurth: „Die Material- und Energiepreise befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau, die Lieferketten sind nach wie vor fragil und die Auftragslage hat sich spürbar eingetrübt.“ Auf der anderen Seite stelle die Investition in langlebige Konsumgüter wie Möbel gerade in Zeiten hoher Inflationsraten eine wertstabile Anlage dar, und dem eigenen Zuhause komme in unsicheren Zeiten eine herausragende Bedeutung zu.