An den letzten beiden Verkaufswochenenden war der eine oder andere Händler optimistischer. Die Stimmung war auch bei den Polsterspezialisten auf der Messe besser als das Geschäft und die Prognosen es so sind. Das zeigte auch die Pressekonferenz des VdDP: Auch die Polstermöbelindustrie muss, trotz einer 16-prozentigen Umsatzsteigerung in den ersten sieben Monaten des Jahres, den Nachfrageabschwung stemmen, der seit Juni in den Statistiken sichtbar geworden ist. Das Segment Polster ist von der Kaufzurückhaltung im Handel genauso stark betroffen. Insgesamt 665 Mio Euro Umsatz konnte Cor-Chef Leo Lübcke in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie auf der Pressekonferenz in Herford am Mittwochvormittag vermelden. Das zweistellige Plus ist natürlich vor allem durch Preissteigerungen zustande gekommen, weniger über Mengen-Änderungen. Angesichts des schwächeren Konsumklimas und der weiter steigenden Kosten für Rohstoffe, Vormaterialien, Logistik und Energie stehe die Branche vor „sehr herausfordernden Monaten“, sagte VDM-Chef Jan Kurth.
444 Mio Euro wurden von Januar bis Juli in Deutschland mit Polstermöbeln umgesetzt, ein Plus von 22,6 Prozent. Beim Export war das Wachstum deutlich verhaltener: Der Auslandsumsatz wuchs um 4,7 Prozent auf 221,5 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund ging die Exportquote auf 33,33 (Vorjahr: 37,9) Prozent zurück. Ausbauen konnten die Polstermöbelproduzenten ihr Geschäft unter anderem in der Schweiz (plus 12,5 Prozent), dem wichtigsten Auslandsmarkt, und dem auf Rang drei platzierten Frankreich (plus 1,7 Prozent). Großbritannien ist nun der fünftwichtigste Export-Markt. Hier wuchsen die Umsätze um 36 Prozent.
Wie geht es weiter in diesem Jahr? Lübke: „Die Auftragsbestände schmelzen allmählich ab.“ Für die kommenden Wochen sei die Auslastung gesichert. Von Januar bis August lagen die AE 17 Prozent über Vorjahr. Allerdings sind die neuen Auftragseingänge nun dreimal hintereinander stark gesunken: um 21,3 Prozent im Juni, um 38,4 Prozent im Juli und um 29,4 im August, jeweils verglichen mit dem Vorjahresmonat. Vor diesem Hintergrund erwartet der Verband für das Gesamtjahr noch ein Plus von 8 Prozent.