Sinkende Onlineumsätze - davon hat man lange nicht gelesen. Bei Wayfair ist der globale Umsatz im dritten Quartal um 18,7 Prozent auf 3,1 Mrd Dollar eingebrochen, was natürlich in erster Linie auf das hohe Vorjahresniveau zurückzuführen ist. In der US-Heimat ging es um 20,8 Prozent auf 2,6 Mrd runter, international um 6,8 Prozent auf 0,5 Mrd Dollar. Unterm Strich stand im dritten Quartal ein Verlust von 78 Mio Dollar. Wayfair Co-Founder und CEO Niraj Shah kommentiert: „Da in vielen Ländern nach den Lockdowns wieder geöffnet wurde, haben sich die Konsumausgaben in Richtung Reisen und Unterhaltung und von E-Commerce wieder in den stationären Handel verschoben. Das Interesse am Zuhause ist nach wie vor da, wir rechnen aber einige weitere Quartale ein, bis wir zurück auf unserem normalen Wachstumskurs sind.“
Den Rückwärtstrend zum physischen Einkaufserlebnis hat man sich bei Wayfair zu Herzen genommen. Shah sagte im Analysten-Call, dass man für die Zukunft - ab dem kommenden Jahr - eine „neue Art von Omnichannel-Shopping-Experience“ prüfe. Zunächst sollen verschiedene Formate der Eigenmarkenfamilie ausgetestet werden und die Gewinner anschließend skaliert.
In Europa, wo bislang UK und Deutschland auf der Vertriebslandkarte stehen, soll im kommenden Jahr die nächste Expansionsstufe gezündet werden. Um auf die bestehende Infrastruktur zurückgreifen zu können, geht es erstmal nicht weit weg: Irland und Österreich stehen auf dem Plan. Weitere größere europäische Märkte sollen folgen.