Voglauer im Messeherbst
„Die Entscheidung liegt beim Endkunden“
„Es ist kaum noch etwas, wie es mal war“, sagt Voglauer-Möbelchef Martin Fütterer mit Blick auf die aktuelle Lage im Möbelmarkt. Entscheidend sei heute die Frage, was den Endkunden tatsächlich zum Möbelkauf bewegt. „Am Ende entscheidet der Endkunde über unseren Erfolg oder Misserfolg. Das gilt für Handel wie Industrie.“
Für Voglauer ist der Messeaufschlag im Informa-Messezentrum in diesem Jahr besonders wichtig. Nach der letzten IMM Cologne im Januar 2024 und dem eigenen Produktevent im März 2025 in München liegt zwischen den großen Produktvorstellungen diesmal ein ungewöhnlich langer Zeitraum. Umso höher sind die Erwartungen an den September. „Wir brennen sprichwörtlich dafür und freuen uns mit dem gesamten Vertriebsteam auf die Herbstmesse“, sagt Fütterer.
Anknüpfen will das Unternehmen an die im vergangenen Jahr eingeführte Linie V/lacera, die laut Fütterer extrem erfolgreich angelaufen ist. „Es gab in der Voglauer-Geschichte noch kein Programm, das wir so eingeführt haben wie dieses, über fünf Wohnbereiche.“ Auf der Messe folgt nun ein weiteres Programm in einer Kombination aus Holz und Lack. Die typische Voglauer-DNA soll erkennbar bleiben, gleichzeitig will sich das Unternehmen gestalterisch weiter öffnen.
Auch der Preis rückt beim Massivholzspezialisten stärker in den Fokus. Hochwertigkeit, Massivholz und Nachhaltigkeit allein sind laut Fütterer heute kein ausreichendes Verkaufsargument mehr. „Wenn das Produkt das Budget des Kunden deutlich überschreitet, kann es noch so nachhaltig und hochwertig produziert sein, der Kunde kauft dann nicht“, sagt Fütterer. Voglauer habe deshalb begonnen, Konstruktionen und Materialeinsatz so zu verändern, dass attraktive Einstiegspreise möglich werden, ohne die eigene Voglauer-Linie aufzugeben.
Dieser Weg soll nun weitergeführt werden. Ziel sind Produkte, bei denen Voglauer weiterhin sofort erkennbar bleibt, die aber für einen größeren Käuferkreis erschwinglich bleiben. „Wir müssen für unsere Kunden, mit geänderten Budgets, auch Top-Produkte haben“, so Fütterer.
Auch im Hotel-Geschäft, das zuletzt viele Jahre gute Umsätze gemacht hat, läuft es zurzeit schleppender. Investoren sind aufgrund von Finanzierungskosten, verändertem Reiseverhalten und allgemeiner Unsicherheit zurückhaltender. Dennoch: „Wir stehen stabil da“, so Fütterer.
Für die gesamte Branche wünscht sich Fütterer vor allem eines: wieder mehr Lust aufs Einrichten. „Eine Krise und Unsicherheit jagt die nächste.“ Viele Verbraucher beschäftigten sich stärker mit den Auswirkungen wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen als mit einem neuen Zuhause. Handel und Industrie müssten deshalb gemeinsam daran arbeiten, den Möbelkauf wieder attraktiver zu machen. „Unsere Branche wird heute und in Zukunft nur vom partnerschaftlichen Miteinander von Handel und Industrie profitieren können.“