Deutschland ist zum Import-Weltmeister für Waren aus China geworden. Ganze Branchen zittern, Geschäftsmodelle erodieren. Die Möbelbranche leidet und blutet aus, stellt sich aber auf die neuen Gegebenheiten ein. Schließlich geht es vielerorts ums wirtschaftliche Überleben.
Endlich mal in Ruhe Klamotten shoppen, ohne, dass der Anhang zu sehr nervt: Das können Kundinnen in einigen chinesischen Shopping Malls des Jahres 2026. Während chinesische Männer dort zuvor alleine an ihren Smartphones vor Umkleidekabinen herumdaddelten oder nutzlos in der Gegend rumstanden, können sie jetzt mancherorts in einer Art Bällebad für Erwachsene abgegeben werden.
Teilweise stehen dort Spielekonsolen, die Herren der Schöpfung kommen dort in Kontakt zueinander, verabreden sich schon gezielt mit ihren neu gewonnenen Kumpels. Motto: „Schatz, darf ich nächste Woche wieder mit zum Einkaufen?“
Skurril? Wer über solche neuen Entwicklungen in Gesellschaft und Handel bloß billige Witze reißt, dürfte nicht mehr lange als Entscheider Verantwortung zu tragen haben. Der Einzelhandel in China und anderen Teilen Asiens hat sich so rasant gewandelt wie die gesamte chinesische Wirtschaft. Asien ist nicht nur die Region, in der Menschen mit Live-TV-Shopping oder Einkaufsorgien via TikTok beschäftigt sind, die 30-Minuten-Lieferung, das Bezahlen per Gesichtsscan und Drohnen-Kioske alltäglich sind. Wutao Wen ist einer der Experten des Rheingold-Instituts in Köln. Er sieht