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Stimmung besser als der Markt

Ein Kurztrip durch Oberfranken

29.09.2022 | 9:39

Guten Mutes trotz der nicht zu leugnenden Auftragsrückgänge aller Orten haben in dieser Woche auch die Oberfranken ihre Hausmessen durchgezogen. Das Phänomen, das man in der Vorwoche schon in OWL bestaunen konnte, zog weiter in die Polster-Ausstellungszentren zwischen Ebersdorf und Lichtenfels. Geklagt wird nur noch auf explizite Nachfrage, obwohl der Wind wirklich rauer wird und sich bei Großkunden die unzutreffende Einschätzung verbreitet, es werde jetzt alles wieder deutlich billiger. Oft sind die Werke der oberfränkischen Möbelbauer auch noch gut ausgelastet, ob durch Sonderaktionen oder Überhänge wegen Corona-Ausfällen im Jahresverlauf. Mit Produktneuheiten, Konzepten und neuen Bezugsmaterialien, Stoffen und Ledern jedenfalls ließen sich die Hersteller nicht lumpen.

 

Die Dining-Sortimente, die einige Polsterer in den vergangenen Jahren angegangen sind, haben sich mittlerweile nicht nur bei Koinor etabliert. Bald 10 Prozent des Umsatzes macht inzwischen Willi Schillig mit „Seat and eat“. Markus Winzer kooperiert als Testimonial fürs Speisen mit dem Sternekoch Alexander Herrmann, der letzte Woche auch für Haier auf der Area30 kochte. Bei Otto zahlen Endverbraucher offenbar auch mal 600 Euro für einen Polster-Stuhl, wenn Herrmanns Name dran steht.

 

Auch bei den Ponsels – seit letzten Jahr neu in dem Segment – schauten die Speisen-Einkäufer diverser Verbände vorbei. „Wir haben auch schon Zuteilungen“, sagt Ponsel-Vertriebsleiter Detlef Ott. Wohl von den Nachbarn ermutigt, soll auch Gruber in Sonnefeld in diesem Jahr den Vorstoß ins Speisen wagen.

 

Messetechnisch einen neuen Weg ging für seine Dining-Stühle und -Sessel in diesem Jahr Thomas Machalke. Kurz vor der Hausmesse in Lichtenfels, wo vor drei Jahren ein permanenter Showroom bezogen wurde, hat Tommy M erstmals auch einen Messestopp in Bad Salzuflen eingelegt und dort gemeinsam mit dem Tischanbieter Yask sein Dining-Sortiment gezeigt. Oberfrankens Dining-Vorreiter, die Welle-Tochter K+W, steht ohnehin in Ostwestfalen im Informa.

 

Thomas Schlossers Signet hat dagegen in den letzten Jahren mit Betten als Ergänzung Fuß gefasst. Die neue Tochtergesellschaft Dehler profitiert zudem von Anschaffungen im öffentlichen Bereich.

 

Wohin geht’s? Wischi-Boss Erik Stammberger: „Wenn man 2019 als Referenz nimmt, ist der Auftragseingang in der Branche okay. Wir selbst sind relativ optimistisch, weil die preisliche Mitte funktioniert. Aber wenn man ehrlich ist, ist der AE zu niedrig für alle, für Handel, Hersteller und Lieferanten. Und dann kommt noch das große X bei den Kosten dazu.“ Auch in den Wischi-Werken wird (noch) voll gearbeitet, aber es könnte mehr sein. 

 

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