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Ein schwieriges Plus

Die News von der VDM-Jahrespressekonferenz

19.08.2022 | 11:29

Mit dem neuen IMM-Termin fürs nächste Jahr hat auch der VDM in dieser Woche gerade noch rechtzeitig vor seiner Jahreswirtschaftspressekonferenz an diesem Freitagvormittag eine Lösung für die viel diskutierte Leitmesse der deutschen Möbelwirtschaft gefunden, die – man glaubt es kaum – viele auch noch richtig gut finden angesichts der Umstände. Nicht alle, eh klar. Das gibt es ja nie im Möbelmarkt. Einige fangen auch schon wieder an, die Juni-Lösung zu zerreden. Andere sehen in der Entscheidung, die IMM wohl auch langfristig in den Frühsommer zu legen, eine Riesenchance.

 

Damit wäre es das aber erstmal auch mit den Riesenchancen. Denn ansonsten sieht auch VDM-Geschäftsführer Jan Kurth erstmal – klar – fast nur Probleme. Die Themen sind bekannt. Sie wurden auch am Freitagvormittag vorgetragen und eingeordnet. Mit keinen neuen Sichtweisen und Perspektiven. Wie auch? Niemand weiß, was im Herbst und Winter passiert. Und die Themen Inflation und Energie treffen alle.

 

Kurths Lagebericht zum Einstieg: „Die Zeiten bleiben unsicher und außergewöhnlich herausfordernd – auch für die deutsche Möbelindustrie. Die Achterbahnfahrt für unsere Branche geht weiter: Seit Beginn der Pandemie verzeichnen unsere Hersteller eine höchst volatile Geschäftsentwicklung. Dem Corona-Schock im Frühjahr 2020 folgte eine überraschend schnelle Erholung, die allerdings durch den drastischen Materialmangel im Verlauf des Jahres 2021 ausgebremst wurde. Die Verteuerung nahezu aller Vorprodukte wurde zur großen Belastung für unsere Branche; insbesondere auch deshalb, weil die drastischen Kostensteigerungen entweder nicht vollständig oder aber nur zeitversetzt weitergegeben werden konnten bzw. können. Durch den Ausbruch des Ukraine-Kriegs verschärften sich die Störungen in den Lieferketten weiter. Aktuell scheint sich die Materialverfügbarkeit in vielen Bereichen zwar wieder etwas stabilisiert zu haben, wie unsere verbandsinternen Umfragen zeigen. Auch haben sich die Lieferzeiten in der Folge wieder etwas verkürzt. Die Versorgungslage – etwa im Bereich Massivholz – bleibt allerdings weiter angespannt, die Lieferketten sind nach wie vor fragil. Und: Der Preisanstieg bei Vorprodukten und Energie setzt sich fort.“

 

Demnach lagen beispielsweise die Erzeugerpreise für Holzwerkstoffe nach amtlicher Statistik im Juni um 46,4 Prozent über dem Vorjahresmonat und auch für das zweite Halbjahr 2022 wurden bereits weitere Steigerungen angekündigt. Kurth dazu: „Entspannung sieht anders aus, und für die Unternehmen bleibt die Weitergabe dieser Belastungen in der Kette existenziell.“  

 

Zu den Zahlen: Im ersten Halbjahr haben die deutschen Möbelhersteller ihren Umsatz um 13,4 Prozent auf rund 9,5 Mrd Euro gesteigert. Der Verband betont aber sogleich: Das Umsatzwachstum spiegelt dabei vor allem die gestiegenen Materialkosten wider. Das mengenmäßige Wachstum fiel deutlich geringer aus als das Umsatzwachstum. Zudem: „Im Monat Juni zeigte sich unterdessen mit einem Umsatzplus von 4,3 Prozent eine abgeschwächte Dynamik.“ Ein Blick aufs Inland: Im ersten Halbjahr entwickelte sich der Inlandsumsatz vor dem Hintergrund der guten Nachfrage im Winter und angesichts der hohen Auftragsbestände Ende 2021 mit plus 13,8 Prozent positiv. Ein Blick aufs Ausland: Hier gab es ein Plus von 12,6 Prozent.

 

Und noch kurz zu den Segmenten im ersten Halbjahr: Küche: plus 12,4 Prozent auf rund 3,2 Mrd Euro. Polster: Mit dem höchsten Umsatzanstieg um plus 19,1 Prozent auf 577 Mio Euro. Auch die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Möbelindustrie – den sonstigen Möbeln (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) sowie Möbelteilen – fiel positiv aus mit plus 17,1 Prozent auf 3,3 Mrd Euro. Das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – fuhr hingegen ein Minus von 7,1 Prozent auf 336 Mio Euro ein.

 

 

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