Neuer Abschnitt
Auf dem Weg zu Hetkamp 2.0
Nach 20 Jahren steigt Hetkamp-Inhaber Helmut Ackmann aus. Für den Hochwerthändler aus Raesfeld ist die Nachfolge bestens geregelt. Ab Juli beginnt dann eine neue Ära beim 1866 gegründeten Unternehmen.
Ende Juni ist für ihn Schluss. „Schweren Herzens, aber glücklich“ werde die Übergabe dann vollzogen, ließ Helmut Ackmann die Geschäftsfreunde vor einigen Wochen wissen. Damit geht der 2002 angetretene Geschäftsführer, den einst Luzie Hetkamp nach Raesfeld geholt hatte, um den Hochwerthändler Hetkamp zu führen.
Die Kunden kommen aus einem Einzugsgebiet, das 200 bis 250 Kilometer groß ist. 2006 kaufte Ackmann zusammen mit Ehefrau Marlene Hübers und Thomas Flinks das 1866 als Schreinerei gegründete Unternehmen von der vierten Generation: Luzie und Hubert Hetkamp hatten 1967 das erste der drei Möbelhäuser eröffnet. 2020 ist Flinks aus der Geschäftsführung ausgestiegen, Manuel Happe, „Eigengewächs“ der Raesfelder, stieg damals als Mitinhaber ein. „In der Corona-Pandemie war das nicht ganz einfach“, sagt Happe. In der Hetkamp-Geschäftsführung ist der MöFa-Absolvent bereits seit fünf Jahren. Ab Juli gibt es zwei Inhaber und zwei Geschäftsführer: Neben Happe wird Innenarchitekt Tobias Keßler, Chef der Planungsabteilung, das Unternehmen leiten. Der 38-Jährige ist ebenfalls seit einiger Zeit bei Hetkamp, Tischlermeister und im Haus der Experte für 3D-Renderings.
Der westfälische Premiumhändler hat sein eigenes Profil: Marken wie Schramm, Freifrau, Occhio, Janua, Wittmann, Cor oder Walter Knoll gehören zum Sortiment. Natürlich hat eine ehemalige Schreinerei auch eine selbige und die eigene Marke Design Hetkamp für Kundenaufträge – vom Wohnmöbel bis zur kompletten Küche. Ach ja: Nahezu fürstlich residiert Hetkamp teilweise auch – und verkauft auch Mode. Ein besonderes Haus also. „Das soll auch so bleiben“, sagt Happe. „Natürlich werden wir dem Ganzen unsere eigene Handschrift geben. Aber am Prinzip wird sich nichts ändern. Ich würde sagen, es wird eine Art Hetkamp 2.0.“
Dennoch, so ganz einfach wird’s nicht. Happe: „Was wir hier bislang analog gemacht haben, können wir so nicht eins zu eins auch online machen. Aber wir modernisieren die Firma natürlich.“ Als Standorte hat Hetkamp das Haupthaus in der Weseler Straße mit einem eigenen italienischen Wohnstudio und Mode, das 2018 zuletzt umgebaute und vis à vis liegende Küchenstudio und die „Schloßremise“.
Das ehemalige Wirtschaftsgebäude am Schloss Raesfeld ist seit 1973 die kleine Dependance für Wohnen und Mode in historischer Kulisse. Bereits in den letzten Jahren hat sich Hetkamp mehrfach gewandelt: Seit 2012 ist neben der Remise auch eine Musterwohnung Teil des Konzepts. Ein Jahr später war man mit Architekten und anderen Gewerken direkt an der Entwicklung eines Musterhauses beteiligt. Derzeit sind es neun Projekte, mit denen Hetkamp mit seinen insgesamt 35 Mitarbeitern nicht nur in den Sommer, sondern in den nächsten Abschnitt der Firmengeschichte startet. Neben einem stärkeren Fokus auf Digitales gibt es eine weitere Anpassung. „Wir wollen auf jeden Fall den Planungsbereich ausbauen“, sagt Happe. Im Juli soll zudem ein neuer Vertriebsleiter an Bord kommen.