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Zähfließend

Alliance-Händler Dirk Welteke zur Lage

02.05.2022 | 16:10

„Heute kamen fast schon mehr Kunden in unser Möbelhaus als im gesamten April“, scherzt Dirk Welteke, Geschäftsführer vom Alliance-Haus Welteke aus Wuppertal, an diesem Montagnachmittag. Die Frequenz im April war bekanntermaßen recht schwach im Möbelhandel. Dass die Einkaufslaune bei den Endkunden im Mai wieder Fahrt aufnimmt, davon geht auch Welteke trotz eines ersten guten Mai-Verkaufstags nicht aus. Eher im Gegenteil. „Es wird voraussichtlich noch ein bisschen weniger werden.“

 

Zu der Prognose kamen kürzlich auch die Marktforscher vom ECC Köln. 35 Prozent von 500 befragten Personen gaben in einer ECC-Umfrage an, dass sie weniger Geld fürs Wohnen oder Einrichten ausgeben wollen als im Monat zuvor. Auf die Kauflaune dürften auch die weiter steigenden Möbelpreise drücken. „Koinor, Stressless, Himolla, nur um ein paar Beispiele zu nennen, ziehen die Preise weiter an. Im Schnitt kommen wir auf eine Preiserhöhung von rund 10 Prozent. Preisänderungen gehören mittlerweile zu unserem Tagesgeschäft“, sagt Welteke.

 

Und der Alliance-Händler weiter: „Solange kein Kollege anfängt mit Slogans zu werben wie ‚Kaufe noch heute zum alten Preis‘, solange kommen wir ganz gut durch diese Zeiten.“ Dem Endkunden fielen die Preiserhöhungen bei Möbeln nicht so stark auf wie bei Butter oder Gemüse, so der Alliance-Händler. Also hat die jahrelange Preisschlacht der Möbelhäuser auch fast schon wieder etwas Gutes: Der Endkunde hat den Überblick beim Thema Preis scheinbar komplett verloren. Und weiterhin gilt: Wer heute ins Möbelhaus kommt, der kauft auch etwas.

 

Nicht nur die Möbelhersteller schickten kürzlich Preiserhöhungen nach Wuppertal. Auch die Energieversorger haben sich gemeldet. Beim Familienbetrieb in Wuppertal investierte man bereits in eine Photovoltaik-Anlage. Welteke: „Eventuell bauen wir diese, angesichts der momentanen Situation, noch aus. Aber wir warten nun erstmal ab und beobachten, was in den kommenden Wochen und Monaten passiert.“


 

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