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Höhere Nachfrage, weniger Vorprodukte

Zur Lage in Polen

16.03.2022 | 10:46

Welche Effekte wird der Ukraine-Krieg auf die Möbelindustrie im Nachbarland Polen haben?  Tomasz Witorski vom Beratungsunternehmen B+R Studio, das eng mit dem polnischen Möbelindustrieverband zusammenarbeitet, schätzt, dass etwa 10 Prozent der Mitarbeiter in der polnischen Möbelindustrie bzw. 20.000 Personen Ukrainer sind. Etwa die Hälfte von ihnen seien in ihr Land zurückgekehrt, sagte Witorski gegenüber Furniture Today. Diese Lücken müssen gefüllt werden.

 

Die weitaus größere Sorge aber sei die Versorgungslage. Werke im Osten Polens, die auf Holz- und Holzwerkstoffimporte aus der Ukraine, Weißrussland und Russland angewiesen seien, würden die Auswirkungen als erstes spüren. Nach Einschätzung von B+R Studio stammen 7 bis 10 Prozent der in polnischen Möbelfabriken verarbeiteten Hölzer und Holzwerkstoffe aus den drei Ländern. Die Verknappung wird sich natürlich auch auf die Preissituation auswirken. Gleichzeitig erwartet Witorski aber eine um 8 Prozent (wertmäßig) bzw. 6 Prozent (mengenmäßig) höhere Nachfrage, weil westeuropäische Möbelimporteure nach Alternativen in Polen suchten. Die Inflation ist in dieser Schätzung noch nicht berücksichtigt.

 

Weitere Auswirkungen soll es auch auf dem polnischen Inlandsmarkt geben, der bislang etwa 10 Prozent der polnischen Möbelproduktion abnimmt. Durch die ankommenden Geflüchteten werde ein höherer Bedarf entstehen.

 

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