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„Wir evakuieren Mitarbeiter“

Raumschmiede und der Krieg in der Ukraine

09.03.2022 | 21:41

Auch Unternehmen, die nicht in der Ukraine fertigen, haben dorthin Geschäftsbeziehungen. Beispiel Raumschmiede: Lagerhaltung und Logistik sind entweder in Deutschland oder Polen angesiedelt. Wirtschaftlich seien auch keine Abschreibungen notwendig gewesen, so Geschäftsführer Jürgen Schuster. Also alles ohne Folgen? Ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht: Eine Partnerfirma in der Ukraine ist für die 3D-Datenerstellung zuständig – schließlich ist das Land beliebter Entwicklungsstandort für viele IT-Firmen. Dafür und für andere Aufgaben – die aber auch in Deutschland und an anderer Stelle erledigt werden – arbeiten insgesamt 40 Mitarbeiter. Um diese sorgt sich Raumschmiede, hat einen Krisenstab eingerichtet. 

 

„Einige in der Ukraine verbliebene Mitarbeiter arbeiten von ihrem aktuellen Aufenthaltsort aus weiter“, so Schuster. Aber natürlich können oder wollen nicht alle der Mitarbeiter im Kriegsgebiet bleiben. Will auch Raumschmiede nicht. „Wir evakuieren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Land verlassen wollen, und deren unmittelbare Angehörigen, etwa die Kinder“, sagt Schuster. „Aber auch diejenigen, die in der Ukraine bleiben und lediglich dem unmittelbaren Kriegsgeschehen entkommen wollen, erhalten von uns bestmögliche Unterstützung, etwa durch die Vermittlung von sicheren Routen, Transportmöglichkeiten und Unterkünften. Gleichzeitig zahlen wir alle Gehälter weiter und hoffen, den Menschen so ein wenig weiterhelfen zu können.“ 

 

Bei der Unterbringung der so aus dem Land entkommenen Menschen ist man schon recht weit. Zunächst sorgt der Krisenstab für die Erledigung all der üblichen bürokratischen Hürden. Für die ukrainischen Mitarbeiter gibt es jeweils Paten bei Raumschmiede. Erste Ansprechpartner vor Ort, die manchmal auch die ukrainische Sprache sprechen, sich um eine Verbindung hier vor Ort und auch um den Kontakt zu den in der Ukraine verbliebenen Familien und Freunden der geflüchteten Mitarbeiter kümmern. Hinzu kommen bei Bedarf Hilfestellungen bei der Suche nach professioneller Betreuung, etwa bei Traumatisierten. Und dann soll es möglichst normal weitergehen – soweit Normalität in einer solchen Situation herstellbar ist. „Die Raumschmiede mietet daher für die geflüchteten Menschen Wohnungen in Polen und Deutschland an, sobald der jeweilige Zielort klar ist.“ Auch an eine mögliche Weiterarbeit hat man schon gedacht. „ Sobald die Unterbringung gesichert und wieder ein bisschen Ruhe in den Lebensalltag eingekehrt ist, wäre dann sogar auch wieder eine Weiterarbeit möglich, um für diejenigen, die es möchten, zumindest ein winziges Stückchen dringend benötigte Normalität wiederherzustellen.“

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