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Fokus auf Deutschland und Italien

Neue Plattform für Premium-Hersteller

04.03.2022 | 15:22

Gabor Goertz ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Ursprünglich kommt Goertz aus der Technik. Seine Anteile an der Firma ProLicht Werbung mit Sitz in Hildesheim – das Unternehmen erwirtschaftet mit 800 Mitarbeitern einen Umsatz von über 80 Mio Euro – verkaufte Goertz. Ob sein jüngstes Projekt, die Möbel-Plattform und der Möbel- Konfigurator für Premium-Hersteller Beam, ähnlich erfolgreich sein wird, muss sich nun erst noch herausstellen. „Entstanden ist der Gedanke beim eigenen Hauskauf. Ich bin erschlagen worden von den vielen Materialien und Variationen der verschiedenen Möbel-Modelle. Ich wollte den Prozess vereinfachen. So entstand die Idee. So entstand Beam“, sagt Goertz. Die ersten drei Jahre nach der Unternehmensgründung im Jahr 2018 nutze er, um die Software zu entwickeln. Auch Investoren sind mit an Bord. Am Hauptsitz in der ungarischen Hauptstadt Budapest arbeiten 22 Personen. Man sieht sich als junges Tech-Unternehmen. Der erste Kunde, der österreichische Premium-Hersteller Wittmann, hat bereits knapp 350 Modelle und 280 Materialien mit Beam digitalisiert. Die Beam-Qualität sei eine „lifelike experience“, so nennt Goertz den größten Vorteil seiner Software. Goertz meint: Es gibt keine andere Plattform, die Strukturen und Konturen von Möbeln so haargenau abbildet wie Beam. Diese Perfektion ist auch der Grund, warum die Beam- App bisweilen nur auf IOS-Betriebsgeräten, also Apple, verfügbar ist. Nicht alle Android-Endgeräte bieten eine ähnlich gute Bildschirmqualität wie Apple-Produkte, so dass die hochwertige Beam-App-Bildqualität auf dem einen oder anderen Endgerät flöten gehen könnte. Das Risiko wolle man gar nicht erst eingehen, sagt Goertz. Eine Web-Version gibt es natürlich auch.

 

Beam soll also eine weitere digitale Plattform für Premium-Hersteller werden. Ein Hersteller alleine bringt wenig Traffic. Das ist klar. Beam will die Produkte digitalisieren und dadurch auch den Handel mit einem Konfigurator unterstützen. Dass das keine bahnbrechende Neuheit im Markt ist, das dürfte Goertz durchaus wissen. Marktführer auf dem Gebiet ist bekanntermaßen Pcon. Pcon kommt ursprünglich aus dem Büromarkt. Nimmt aber schon länger Fahrt im Wohnmöbel-Segment auf. Walter-Knoll-Boss Markus Benz war einer der ersten großen Förderer. Jochen Müller, Geschäftsführer der Müller Möbelwerkstätten mit Sitz in Bockhorn und auch seit mehr als einem Jahr mit seinen Möbeln auf Pcon vertreten, sagt: „Pcon hat gute Chancen auf eine Art Monopolstellung im Markt. Die angeschlossenen Hersteller haben bereits viel Geld in das System investiert und die Produkte mit Pcon digitalisiert. Wir auch. Und auch der Handel nutzt die Software bereits als Konfigurator. Wer bereits Pcon verwendet, der wird nicht so schnell in ein weiteres System investieren.“ Prognostiziert Müller.

 

Auch dass Pcon bereits einige Premium-Hersteller bedient (zum Beispiel Walter Knoll und Cor) könnte sich für Beam als Nachteil herausstellen. Auch dem ist sich Goertz durchaus bewusst. Sein Argument pro Beam: Die Bildqualität sei um einiges höher als bei der Konkurrenz. Und für Premium-Hersteller, Luxus- Händler und deren Kunden, sei höchste Qualität ein wichtiges Kriterium. Das dürfte mit Sicherheit oft der Fall sein. Dennoch bleibt abzuwarten, wie viele Hersteller er damit überzeugen kann. Das Akquise-Tempo soll auf jeden Fall zügig erhöht werden. Auch auf der IMM wollte Beam mit Wittmann gemeinsam auf dem Stand für sich werben. Gemeinsam den internationalen Markt ansprechen. Daraus wurde nichts. Der Fokus liegt neben Deutschland auf dem italienischen Markt. In Italien gibt es bekanntermaßen auch viele Premium-Marken. Verantwortlich für den Vertrieb in Italien ist Beam- Mitarbeiter Fabrizio Bucci.

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