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Krieg in der Ukraine 1

28.02.2022 | 11:40

Mit einem Einkaufsvolumen von 20 Prozent in den Ländern Weißrussland, Ukraine und Russland und natürlich Riesenvolumina im indirekt von der Lage betroffenen Polen bekommt die Bega-Gruppe den Krieg im Osten Europas bereits zu spüren. „Wir haben Lieferanten auf beiden Seiten der Fronten“, sagte Dieter Hilpert am Montagmorgen hörbar angefasst.

 

Folgenden Situationsbericht aus Sicht der Lügder Möbel-Holding schickten Hilpert als Beiratsvorsitzender und die Holding-Geschäftsführer Thorsten Hilpert und Rüdiger Schliekmann am Montag an ihre Kunden:

 

„Der Überfall Russlands auf die Ukraine macht uns fassungslos. Der Krieg wird Tausende Menschenleben kosten, eine große Flüchtlingswelle auslösen und Europa total verändern.

 

Die Bega-Gruppe hat umfangreiche Geschäftsverbindungen zu allen Konfliktparteien, und wir befürchten erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäfte.

 

Aktuell sind nur die Lieferungen aus der Ukraine eingestellt. Die Lieferungen aus Russland und Weißrussland sind noch nicht unterbrochen. Verzögerungen ergeben sich aber aus mangelnder LKW-Kapazität und tagelangen Wartezeiten an der polnischen Grenze.

 

Die ersten Produktionseinschränkungen in Weißrussland sind in Kürze zu erwarten, da die weißrussische Regierung eine Teilmobilisierung angekündigt hat und viele Mitarbeiter aus den Fabriken zum Militär eingezogen werden.

 

Obwohl Polen nicht direkt in den Konflikt einbezogen ist, spüren wir erste Auswirkungen auch bei unseren polnischen Lieferanten. Es ist nicht jedem bekannt, dass mehr als eine Million Ukrainer als Gastarbeiter in Polen arbeiten und dies in erheblichem Umfang in der Möbelindustrie und als Fahrer bei unseren Spediteuren.

 

Sehr viele dieser Ukrainer kehren in diesen Tagen zurück in ihr Heimatland, um sich der kämpfenden Truppe anzuschließen oder einfach nur bei ihren Familien zu sein. Viele fahren zurück in die Ukraine, um ihre Familie dann außer Landes zu bringen. Ukrainische Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das Land wegen der Generalmobilmachung dann nicht mehr verlassen.

 

Die fehlenden ukrainischen Mitarbeiter in Verbindung mit zurzeit extrem hohen Krankenständen durch die Corona-Pandemie in Polen lassen auch Produktionseinschränkungen bei unseren polnischen Herstellern befürchten. Wegen der fehlenden ukrainischen Fahrer können viele unserer Spediteure nicht alle Fahrzeuge besetzen.

 

Das größte Risiko für Lieferausfälle aus Russland und Weißrussland könnten weitere Sanktionen des Westens sein. Das SWIFT-Zahlungssystem mit Russland ist bereits stark eingeschränkt und könnte komplett ausgesetzt werden. Wenn dies passiert, werden die Lieferungen aus Russland sehr schnell eingestellt, da wir die Rechnungen der russischen Hersteller nicht mehr bezahlen könnten. Sollten diese Sanktionen auch auf Weißrussland ausgedehnt werden, gilt das gleiche für alle Lieferungen auch aus diesem Land.

 

Sanktionen gegen Weißrussland sind seit gestern wahrscheinlich geworden. Es hat gestern ein Referendum in Weißrussland gegeben, das der Regierung ermöglicht, Atomwaffen im Land zu stationieren und mit den Russen gemeinsam den Krieg gegen die Ukraine zu führen.

 

Wir sind – solange dies möglich ist – mit unseren Freunden und Partnern in der Ukraine im ständigen Kontakt. Wir informieren uns täglich über die Situation unserer russischen und weißrussischen Lieferanten.

 

Über konkrete Lieferausfälle und Verzögerungen werden unsere Kunden von den Geschäftsführern und Vertriebsleitern der einzelnen Bega-Firmen informiert.

 

Wir hoffen, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen schnell eingestellt werden und das Blutvergießen in der Ukraine endet. Die Bega-Gruppe trauert um die Toten dieses Konfliktes. Wir sind solidarisch mit dem ukrainischen Volk. Die ukrainische Fahne weht auf unserem Firmengelände.“




 

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