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„Die teuerste SMS der Welt“

Gericht bestätigt Vorwurf des Insiderhandels gegen Markus Jooste

16.12.2021 | 15:20

Vor seinem überraschenden Abgang Anfang Dezember 2017 hatte der damalige Steinhoff-CEO Markus Jooste vier SMS an Vertraute verschickt. Drei von ihnen (Joostes inzwischen verstorbener Freund Ockie Oosthuizen, sein Freund Dr. Gerhardus Diedericks Burger und sein Chaffeur Marthinus Swiegelaar) verkauften ihre Steinhoff-Aktien. Rechtzeitig – bevor der Aktienkurs crashte und die Zerschlagung des mächtigen südafrikanischen Möbel-Konzerns begann. „Ihr fragt immer nach meiner Meinung, Steinhoff wird eine lange Zeit brauchen, all die schlechten Nachrichten und Amerika zu verarbeiten. Es gibt also bessere Orte, Euer Geld zu investieren. Nehmt den aktuellen Preis sofort mit. Und lösche diese SMS und erwähne sie niemandem gegenüber“, soll laut Business Insider in den Kurznachrichten gestanden haben. Allein der Geschäftsmann Jaap du Toit reagierte nicht.

 

Was man aus dem Bauch raus als Insider-Handel beurteilen würde, schätzte auch die südafrikanische Finanzaufsichtsbehörde FSCA so ein und belegte Jooste und die drei Männer mit einer Strafe von zusammen 241 Mio Rand, was in der südafrikanischen Presse zu Schlagzeilen wie „Die teuerste SMS der Welt“ geführt hatte.

 

In diesen Tagen bekräftigte auch das Financial Services Tribunal den Vorwurf des Insiderhandels gegenüber Jooste. Er habe zum Handel mit Steinhoff-Aktien ermuntert, während er sich im Besitz von Insiderinformationen befand. Die Finanzbehörde müsse allerdings prüfen, ob die Höhe der Strafe angemessen sei. Das Bußgeld, mit dem die Behörde Ockie Oosthuizens Firma Ocsan belegt hatte (115 Mio Rand), wurde zurückgewiesen. Das Gericht stellte fest, dass der Inhalt der versendeten SMS weder konkret noch präzise genug war, um als Insiderinformation im Sinne des Finanzmarktgesetzes zu gelten.

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