Dass eine Firma einen Namen aufgibt, der in der Bevölkerung einen 90-prozentigen Bekanntheitsgrad hat, das passiert nicht jeden Tag. Am 27. September verschwindet der Name Dänisches Bettenlager von der Bildfläche. Das hatte der dänische Jysk-Konzern im Januar angekündigt. Die Umflaggung der Standorte läuft auch bereits seit Monaten. Aus vielen DB-Filialen ist schon ein Jysk-Standort geworden.
Ein Jysk-Sprecher auf der gestrigen digitalen Pressekonferenz spricht sogar von einer der größten Transformationen der deutschen Wirtschaft. Denn nicht nur der Name soll geändert werden. Innerhalb der nächsten drei Jahre plant das Unternehmen, das zur Lars Larsen Group (Actona, Bolia, Interstil) gehört, einen kontinuierlichen Umbau aller 950 Stores in Deutschland. Ziel der Dänen ist es, alle Stores auf 950 qm Verkaufsfläche und 250 qm Lagerfläche umzubauen. Auch das Sortiment verändert sich. Jysk will mit 45 Prozent neuen Artikeln punkten. Kostenpunkt: 250 Mio Euro.
Das Billigimage des Dänischen Bettenlagers passt nicht mehr in die Zeit. Nordisch und etwas stylischer will man jetzt daherkommen.
Zusätzlich zum Umbau will Jysk natürlich weiter zu wachsen: „In den kommenden Jahren wollen wir 1.150 Stores in Deutschland betreiben“, sagt Christian Schirmer, Jysk Country Manager Germany. Weltweit betreibt die dänische Milliarden-Größe 3.085 Jysk-Shops. Der 2017 verstorbene Gründer Lars Larsen sagte vor seinem Tod: „Unser Langzeitziel sind 5.000 Stores.“ Jysk-CEO Jan Bøgh dazu: „Obwohl die Welt immer digitaler wird, wir glauben fest an 5.000 Stores weltweit.“
Ab dem 27. September plant Jysk eine große Medien-Offensive zum Rebranding: 480 Mio Zuschauerkontakte sollen über TV erreicht werden und im Netz sind 300 Mio Page Impressions für die Kampagne einkalkuliert.
In der zuletzt veröffentlichten Blanz konnte der Filialist in Deutschland 1,128 Mrd Euro umsetzen. Die Jysk-Gruppe kam weltweit auf 4,078 Mrd Euro. Das EBIT lag bei 501 Mio Euro. Jysk sieht sich nach Ikea und der Lutz-Gruppe als Nummer drei im europäischen Möbelmarkt.