Achterbahnfahrt 1
Die deutschen Büromöbelhersteller müssen sich nach wie vor damit abfinden, vom Statistischen Bundesamt stiefmütterlich behandelt zu werden, denn erst jetzt erhalten sie die offiziellen Zahlen für das erste Quartal 2021. Und die sind mit minus 7,6 Prozent schlechter als erwartet, denn im vierten Quartal des Vorjahres hatten sich die Geschäfte nach miserablen Umsätzen von Januar bis September 2020 fast wieder auf Vorjahresniveau, also auf Vor-Pandemie-Level, bewegt.
Das Minus von Januar bis März dieses Jahres hat natürlich zu wesentlichen Teilen die Pandemie verursacht. So richtig hart traf es genau genommen nur die (Korpus-)Möbelhersteller, denn ihre Umsätze gingen im ersten Quartal 2021 um 11,3 Prozent zurück. Holzbüromöbel verschlechterten sich sogar um 12,4 Prozent, während die Metallbüromöbel das Quartal mit einem Minus von 6,6 Prozent abschlossen. Für das wichtigste Produkt – „Schreibtische aus Holz“ – wurden sogar minus 14 Prozent gemeldet. Während im Jahr zuvor noch 527.000 Stück dankbare Abnehmer fanden, waren es in diesem Jahr nur noch 453.000. Den Verlusten bei den Möbeln setzten die Stuhlhersteller ein kleines Plus von einem Prozent entgegen, der Absatz von „Drehstühlen mit verstellbarer Sitzhöhe“ verbesserte sich von 701.000 im Jahr 2020 auf 806.000 in diesem Jahr. Branchen-INSIDER wissen, dass sich diese Entwicklung in etwa auch im zweiten Quartal 2021 fortgesetzt hat: Bürostühle erhöhten ihre prozentualen Zuwächse, während bei den Büromöbeln die Geschäfte weiterhin deutlich zu wünschen übrig lassen.
Als der Büromöbelverband IBA zu Beginn dieses Jahres für 2020 ein Minus von 11,8 Prozent melden musste, verknüpfte er diese Meldung mit der Prognose, dass die Erholung der Nachfrage nach Büroeinrichtungen „einzig und allein von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie abhängen werde“. Doch nun werden die Bemühungen, im zweiten Halbjahr 2021 aufzuholen und steigende Umsätze zu erzielen, bei den Büromöblern wie in der gesamten Möbelindustrie durch die aktuellen Lieferengpässe bei Fertigteilen und Rohmaterialien zusätzlich stark eingegrenzt. Da Vorlieferanten Preissteigerungen ankündigten und auch durchsetzen, meldet der IBA, seinen Mitgliedsunternehmen bleibe nichts anderes übrig, als wenigstens einen Teil der gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. IBA-Geschäftsführer Thomas Jünger bleibt nun nur noch die Hoffnung, „dass die notwendigen Preiserhöhungen die seit Kurzem wieder steigende Nachfrage nach Büroeinrichtungsgegenständen nicht ausbremsen werden“.