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Verluste mit deutschen Filialen

Ceconomy legt Quartalszahlen vor

20.07.2021 | 12:54

In wenigen Wochen ist eigentlich Wachablösung auf der Brücke: Ab August wird Karsten Wildberger, bislang Eon-Vorstand, Ceconomy-CEO und zugleich Chef der Handelsketten Media Markt und Saturn. Beide haben sich im hiesigen Markt zuletzt nicht gut entwickelt. Das zeigen die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal des Ceconomy-Geschäftsjahres, die Noch-Vorstandschef Bernhard Düttmann jetzt vorgestellt hat. 

 
In den drei DACH-Ländern haben die Filialen deutlich mit zu den Verlusten beigetragen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sank der Konzernumsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz von 2,68 Mrd Euro auf 2,365 Mrd Euro, ein währungsbereinigter Rückgang um -4 Prozent. Deutschland ist mit Portugal der einzige regionale Markt mit Umsatzeinbußen. Konzernweit hat sich zwar der Umsatz im dritten Quartal erhöht – 4,407 Mrd Euro nach 4,107 Mrd Euro im dritten Quartal 2019/20 (währungs- und portfoliobereinigt ein Anstieg um 8 Prozent) – aber nach neun Monaten steckt der Konzern in den roten Zahlen: Das bereinigte Ebit sank um sank um 48 Mio Euro, im Vergleich zum Vorjahr auf minus 93 Mio Euro (Q3 2019/20: –45 Mio Euro). Vor allem aufgrund der Normalisierung der Kostenbasis, also den Wegfall der Kurzarbeit. Den starken Ebit-Rückgang hierzulande führt der Handelskonzern auf „die lang andauernden Marktschließungen in Deutschland“ zurück. 
 
Zwar habe sich die Situation seit Mitte Juni verbessert, aber man habe in den Filialen noch nicht die Kundenfrequenzen der Vor-Corona-Zeit erreicht. Das Onlinegeschäft war dem Konzern zwar eine Stütze, mehr aber wohl auch nicht. Der Online-Umsatz stieg um 3,3 Prozent auf etwa 1,5 Mrd. Euro. Die Onlinegeschäfte stehen für 33,9 Prozent der Umsätze. Eine Konzentration im Filialnetz, der noch nicht abgeschlossene Prozess bei der Umgestaltung (die geplante Kapitalerhöhung zum Kauf der Convergenta-Anteile dürfte aufgrund von Klagen in diesem Jahr vom Tisch sein, Hintergrund der Kapitalerhöhung wiederum ist die Ende 2020 gefundene Einigung mit Convergenta, der Kellerhals-Holding) und die weitere Digitalisierung dürften auf Wildbergers Plan stehen. Vor allem beim letztgenannten Themenfeld ist vom Noch-Eon-COO Wildberger in den kommenden Jahren einiges zu erwarten: Beim Energiekonzern ist er für IT und Digitale Transformation und damit auch neue digitale Geschäftsmodelle verantwortlich. Der promovierte Physiker hatte zuvor bei großen internationalen Telcos wie Vodafone, Telstra und Telekom gearbeitet. Am 12. August will Ceconomy die endgültigen Zahlen vorlegen. Dass das Jahresziel gefährdet sei, hatten Kapitalmarktanalysten schon vor einiger Zeit zu Bedenken gegeben.

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