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Neue Ära in Dogern

Sedus blickt nach vorn

14.07.2021 | 12:16

Der Büromöbelhersteller Sedus Stoll hat ein hartes Jahr hinter sich. Nun stellt man in Dogern die Weichen für die Zukunft.

 

„Sedus is a complete supplier.“   Auf   Deutsch:  Sedus  ist  ein  Komplett-Lieferant.  Dieser  Schriftzug  ist  das  erste  Bild,  das der Zuseher des Online-Events „New Horizons“  zu  sehen  bekam.  Mit  der  Kamera  scharf  eingefangen  im  Hintergrund  des Schlagzeugers, der den Kollegen den Takt mit seinen Sticks angab. Saxophonist, Bassist,  Gitarrist,  Keyboarder  und  eben der Schlagzeuger bildeten einen gelungenen Side-Kick für die Sedus-Event-Moderatoren.

 

New Horizons bei Sedus. Auf  der  einen  Seite  feierte  die  AG  aus  Waldshut-Tiengen mit dem Online-Event Ende Juni 150 Jahre Firmengeschichte.  Auf  der  anderen  Seite  endete  die  vergangene  Ära  tragisch  mit  dem  plötzlichen  Tod  des Vorstandssprechers Holger Jahnke im vergangenen November (INSIDE 1101). Die Branche trauerte.

 

Nun will man in Dogern die Ärmel hochkrempeln  und  den  Neustart  einläuten.  Die  Sedus-Strategen  haben  sich  für  das  Event  ins  Zeug  gelegt:  Zuseher  konnten live an Umfragen teilnehmen, Keynote-Speaker Dr.  Arndt  Pechstein, der schon mit Audi und Otto arbeitete, sprach live über „Hybrid Thinking“, viele weitere Gäste kamen zu Wort. Die übergeordnete Frage des Events lautet: „Wie werden wir morgen  arbeiten?“  Die  Antwort  nach  einer  Stunde  vor  dem  Bildschirm: Ja, genau, hybrid. Aus Dogern, hier steht das so genannte Sedus Smart Office, meldeten  sich  per  Live-Schalte  Finanzvorstand  Cornel  Spohn und Vorstand Technik Daniel Kittner. „Tradition und Werte auf der einen Seite, Digitalisierung und Zukunft auf der anderen Seite. Das ist unser Erfolgsrezept“, sagte Spohn in die Kamera.

 

Kittner: „Wir wollen bis 2025 an allen unseren Standorten klimaneutral werden.“ Klimawandel und Digitalisierung seien mittelfristig für Sedus die großen Herausforderungen. Auch  das  Jahr  2020  war,  wie  für  alle,  hart.  Die  Corona-Krise  setzte den Office-Markt mächtig unter Druck. Erwischt hatte es auch Sedus – wie die Gesamtbranche, die laut Industrieverband IBA einen Rückgang von 11,8 Prozent auf 2,2 Mrd Euro hinnehmen musste. Der Sedus-Umsatz sank im vergangenen Jahr um 12,4 Prozent auf 184 Mio Euro. Stärker als im Inland, wo der Umsatzrückgang sich mit 6 Prozent auf 109,3 Mio  Euro  in  Grenzen  hielt,  brach  das  Geschäft im Export ein: um 20,4 Prozent auf 74,7  Mio  Euro.  Das  Jahr  konnte  immerhin  noch mit einem Gewinn von 2,5 Mio Euro abgeschlossen  werden.  Im  Vorjahr  waren  7,8 Mio Überschuss gemeldet worden. Ernst  Holzapfel, Marketing-Chef  in  Dogern, sieht die Zukunft nun, wie viele der Strategen und Marktbegleiter, in Co-Working-Spaces  und  Homeoffice-Lösungen:  „Ich  spreche  nicht mehr  von  Arbeitswelten,  sondern  von  Lebenswelten.“ 

 

Eine  der  Live-Umfragen  während  des  Events  bestätigte,  dass  78  Prozent der Zuseher einen hybriden Arbeitsplatz bevorzugen. Zurück in einen klassischen Büro-Job ohne Homeoffice-Möglichkeiten  wollte  dagegen:  niemand.  0  Prozent  zeigt  hier  die  Grafik. Die Keynote des Abends hielt übrigens Neurowissenschaftler Dr.  Arndt  Pechstein.  Pechstein  sprach  über  „die  exponentielle  Entwicklung des Menschen“. Seine Botschaft: Veränderung ist unbequem. Doch nur so entwickeln wir uns weiter. Gilt ja auch für Unternehmen.

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