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Auf allen Kanälen

Die Hintergründe zum Neue-Alno-Antrag - Verwalter benannt

05.07.2021 | 14:52

So ist das eben, wenn man einen Markennamen wie Alno im Firmennamen führt: Dann meldet bei einem erneuten Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht nur die Fachpresse, nein, dann geht es richtig ab. Regionalpresse, eh klar: Schwäbische Zeitung bis hin zu SWR1 am Samstagvormittag. Aber auch die großen Überregionalen springen auf das Thema: von rtl.de bis zum Reichweiten-Marktführer t-online.de.

 

Wenn nun am Montagnachmittag von der Neue Alno GmbH in Pfullendorf auch noch die offizielle Mitteilung zur Genehmigung der Eigenverwaltung in Kombination mit dem Namen des vorläufigen Sachwalters (Rechtsanwalt Dr. Holger Leichtle aus Stuttgart, Tel.: 0711 / 214130) rausgeht, dann wird das Thema morgen sicher auch bei FAZ und Handelsblatt landen. Die Überschrift dürfte dann so in etwa lauten: Alno wieder pleite.

 

Die zwei Anträge (2017 und 2021) sind natürlich nullkommanull miteinander zu vergleichen. Erstmal ist das Liquiditätsloch, das die beiden Neue-Alno-Geschäftsführer Jochen Braun und Michael Spadinger am Freitag zum Amtsgericht Hechingen befördert hat, vielleicht wirklich eher ein kurzfristiger Engpass. Und zum anderen ist die Neue Alno GmbH mittlerweile ein Mittelständler mit 230 Mitarbeitern und keine seltsame Krisen- und Skandal-AG mehr wie einst. Investor Riverrock und die Führungsriege haben in den vergangenen Jahren viel unternommen, um Alno wieder auf – nach Schätzungen – 30 Mio Euro Umsatz zu heben. Sie haben den Alno-Neustarter stark im Häuserkampf im Fachhandel positioniert, sind im Ausland im Objektgeschäft gut vorwärtsgekommen – als Küchenanbieter etwas über der konsumigen Mitte, mit 19 Millimeter Korpus und engagiertem Außendienst.

 

An was hat es dann gelegen? Spadinger am Montag zum INSIDE: „In Summe sind wir gerade bedauerlicherweise durch zwei, drei Faktoren für kurze Zeit cash-rot geworden. Da ist zum einen ein siebenstelliger Betrag, der aus dem abgeschlossenen Verkauf eines kleinen Teils unseres Betriebsgeländes bis heute nicht geflossen ist. Dann ist es ja auch so, dass nicht jede offene Rechnung in diesen Tagen von Kundenseite sofort bezahlt wird. Und on top haben wir natürlich hohe finanzielle Belastungen auf der Materialseite zu stemmen.“ Das war dann in Summe zu viel.

 

Bei der Verwaltung in Eigenregie lassen sich Braun und Spadinger nun von der Frankfurter Kanzlei Brinkmann & Partner beraten. Die hatten einst auch bei Poggenpohl ein Beratungsmandat. Zudem geht der seit Monaten laufende Investorenprozess nun vielleicht sogar eine Schippe dynamischer weiter. Das wäre dann der positive Effekt mitten im neuen Schlamassel. Die strukturellen Vorarbeiten für einen Verkauf und den Einstieg eines neuen Investors in Pfullendorf sind gemacht. Nun wäre Alno in einem laufenden Insolvenzverfahren vielleicht sogar nochmal etwas günstiger zu erwerben. Gespräche laufen. Womit wir wieder beim Markennamen Alno und dem Standing des Herstellers im Fachhandel wären: Im Flurfunk werden schon die ersten Namen von bekannten Protagonisten aus der Möbel- und Küchenindustrie als strategische Investoren genannt.

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