Ikea behauptet, dass weltweit alle fünf Sekunden ein Billy-Regal verkauft wird. Interessant wäre, wie viele Pax-Schränke am Tag in Deutschland verkauft werden. Pax ist mit Sicherheit das mit Abstand erfolgreichste Schranksystem im Land. Umso erstaunlicher, wie schwach dieses offensichtlich nach wie vor gigantische Kundenbedürfnis nach einem bezahlbaren und halbwegs individuellen Ordnungs- und Stauraumsystem in vielen Teilen des Marktes bedient wird. Aber das soll sich nun ändern.
Wo stünde die deutsche Kastenmöbelindustrie, wenn Ikea nicht so erfolgreich mit Pax unterwegs wäre seit Jahrzehnten? Man sollte lieber nicht denken, von ihr wäre ohne Pax mehr übriggeblieben. Der radikale Niedergang hat schon viele andere Gründe, die wir an dieser Stelle lieber außen vor lassen. Und doch ist die Frage mehr als eine charmante Zuspitzung, auch wenn dein- Schrank-Geschäftsführer David Nickel sie so kontert: „Ihre These, dass der Pax den deutschen Kastenmöbel(produzenten)markt eliminiert habe, ist charmant zugespitzt, verwechselt aber aus unserer Sicht die Ursache und das Symptom. Letztendlich zeigt der Pax, was Millionen Menschen in Deutschland eigentlich suchen: einen planbaren, erschwinglichen, lieferbaren Schrank, der in den Raum passt. Dass Ikea mit einem modularen Standardprodukt zum Synonym für diese Bedürfnislage geworden ist, ist eine respektable Leistung und möglicherweise das Ergebnis aus konsequenter Umsetzung von Kundenwünschen.“ Es gäbe neben dem Segment des modularen, sofort verfügbaren Standardprodukts von der Stange, so Nickel weiter, aber auch ganz andere Kundenbedürfnisse, die von einem Ikea-Pax nicht abgedeckt werden. Na denn.
Offenbar hat es der Pax aber geschafft, schon sehr viele Bedürfnisse abzudecken und damit selbst zur Marke zu werden.