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Noch keine Einigung bei Natuzzi

Sanierung auf wackeligen Füßen

09.07.2026 | 4:42
Ohne Einigung: Verhandlungen beim Ministerium Ende Juni

Die Nachrichten haben sich ihren Weg von der italienischen Presse über die US-Fachpresse in Richtung Europa gebahnt: Beim krisengeschüttelten italienischen Polsterer Natuzzi spitzt sich die Auseinandersetzung um die Restrukturierung zu. Ende Juni waren Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern gescheitert. Das Unternehmen hat dennoch mit der Umsetzung seines Sanierungsplans begonnen – begleitet von Protesten.

Kurz nach dem Scheitern bestätigte Natuzzi die im Sanierungsplan vorgesehenen Maßnahmen: die endgültige Schließung des Werks Iesce 2 in Santeramo zum 3. Juli sowie den Beschäftigungsstopp an den Standorten Graviscella und Altamura PS, der mit der Versetzung von 668 Beschäftigten verbunden ist. Für 1.755 Menschen in den Werken in Apulien und der Basilikata war zuvor Kurzarbeit in Höhe von bis zu 62 Prozent vereinbart worden, ergänzt um ein bis Ende 2026 laufendes freiwilliges Austrittsprogramm, für das ein Budget von 6 Mio Euro zur Verfügung stand.

Nach Gewerkschaftsangaben soll der Anteil der rumänischen Produktion von 8 auf 13 Prozent steigen, während drei Werke in der Provinz Bari geschlossen werden.

Am 3. Juli kam es vor dem Natuzzi-Werk in Santeramo zu Protesten, bei denen Beschäftigte symbolisch den Verlust der italienischen Produktion inszenierten; in Laterza blockierten Arbeiter zeitweise die Werkszufahrten. Gewerkschaftsvertreter verwiesen dabei auf die Bedeutung der Branche für die Region: Rund 9.000 Arbeitsplätze seien dort direkt oder indirekt zu etwa 40 Prozent mit Natuzzi verknüpft. Wirtschaftsminister Adolfo Urso signalisierte am 6. Juli in Brindisi Gesprächsbereitschaft, machte eine Wiedereinberufung des Verhandlungstischs jedoch davon abhängig, dass beide Seiten wirklich zur Kooperation bereit seien.

Am Mittwoch dieser Woche eskalierte die Situation erneut: Die Werksleitung in Laterza hatte eine Betriebsversammlung ohne vorherige Einbindung der Gewerkschaften einberufen. Die Gewerkschaft Fillea Cgil bewertete dies als schwerwiegenden Eingriff in die gewerkschaftliche Mitbestimmung und prüft nun rechtliche Schritte. Ob und wann die Verhandlungen am Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT) – das heißt wirklich so! – wieder aufgenommen werden, ist derzeit offen.

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