Wenn Ikea Nachhaltigkeit zur Botschaft in der Küchenvermarktung macht, wie aus dem Umfeld des Möbel-Riesen zu hören ist, bekommt die Branche ein Problem – egal, wie nachhaltig die neue Ikea-Küche dann sein wird. Doch Ikea scheint es ernst zu meinen.
Die Küchenbranche redet gern über Design, Stauraum, Ergonomie und Geräteinnovation. Beim Thema Nachhaltigkeit dagegen bleibt vieles erstaunlich vage. Hier mal ein Recyclingmaterial, dort ein energiesparendes Gerät. Man spricht über Langlebigkeit und verweist auf deutsche Fertigung. Was aber bislang weitgehend fehlt, ist ein wirklich konsequent gedachtes, marktfähiges Nachhaltigkeitsversprechen für die ganze Küche.
Es ist nicht so lange her, da haben wir mal zu einem größeren Gespräch geladen. Vertreter der Zulieferindustrie, der Küchen- und der Geräteindustrie waren dabei. Es ging um die Frage, weshalb es nicht wirklich eine konsequente und konzertierte Bewegung im Markt zur wirklich nachhaltigen Küche gibt. Ergebnis der Runde: zu kompliziert, zu viele Gewerke beteiligt; Idee gut, Umsetzung nicht möglich.
Darin liegt ein wachsendes Risiko. Denn aus Gesprächen mit Zulieferern und Dienstleistern verdichtet sich ein Bild, das man in der Branche ernst nehmen sollte: Ikea erhöht die Anforderungen an seine Lieferanten knallhart, will Produkte nochmal deutlich klimafreundlicher herstellen und treibt die Dekarbonisierung der eigenen Wertschöpfungskette mit Nachdruck voran. Wer das als PR-Kulisse abtut, unterschätzt, wie systematisch Ikea das Thema bearbeitet. Die neuen Vorgaben an die Zulieferer haben klare Deadlines, bis wann sie umgesetzt sein müssen. Man hört: Ende des Jahres.
Ob Ikea die nachhaltige Küche im Marketing der Zukunft groß spielen wird, darüber kann man derzeit nur spekulieren. Viele halten es für sehr wahrscheinlich. Zumindest könnte Ikea es aber bald. Wenn Ikea will. Und damit kann Ikea dann mehr als viele andere im Markt.
Die Stoßrichtung ist klar. Ikea hat