Auf der Bilanzpressekonferenz für das vergangene Geschäftsjahr 2020 hat der größte deutsche Beschlaghersteller Hettich am Mittwochmittag mit 1,066 Mrd Euro einen Umsatz nahe am Vorjahr vermeldet. Das sozusagen zweigeteilte Pandemie- und Geschäftsjahr (zweite Hälfte mit einem Turbo) brachte einen Verlust um 2,4 Prozent, bezogen auf den Umsatz. Der familiengeführte Riese aus Kirchlengern kommunizierte Gewinne auch heute wieder auf die gewohnte Art. Dr. Andreas Hettich, mittlerweile bekanntlich Beiratsvorsitzender, auf der Video-PK: „Dazu sage ich gerne – wie jedes Jahr – nichts.“ Hettich weiter: „Wir können aber sagen, dass wir recht ordentlich durch das letzte Jahr gekommen sind und am Ende zufrieden auf das Jahr zurückblicken.“ Die Treiber für die Entwicklung: Schöner Wohnen und Homeoffice.
„Sehr zufrieden“ wiederum hatte sich Holding-Geschäftsführerin Jana Schönfeld gezeigt. Zwar ist das Auslandsgeschäft mit 70 Prozent nach wie vor die Säule des Geschäfts, aber, im Vergleich zu den Vorjahren, nahm der Anteil ein klein wenig ab. Grund: die gute Konjunktur in der hiesigen Küchenindustrie.
Beim Thema Galvanik – vor sechs Wochen hatte der Standort in Berlin gebrannt, was im ganzen Markt Folgen für die Lieferkette hatte und hat – kann die Beschlagsgröße nun über externe Partner auf deren Kapazitäten zurückgreifen. Bis eine neue Anlage in Berlin entstehen kann, wird es dauern. Alleine ein Jahr dauere normalerweise ein Genehmigungsverfahren zur Errichtung einer entsprechenden Produktionsstätte, so Schönfeld.
Stolze 72 Mio Euro hat Hettich global investiert im Jahre 2020. Investitionsschwerpunkte waren neue Produkte, Kapazitätserweiterungen und der Ausbau der Infrastruktur. So wurden Produktionsflächen in Deutschland, Tschechien und China erweitert. Aktuell sind rund um den Globus über 6.600 Mitarbeiter bei Hettich tätig, davon mehr als 3.500 in Deutschland.