Zum Hauptinhalt springen

 

 

 

Nie wieder Dampflok

Die Keynote von Ranga Yogeshwar auf den HettichXperiencedays

17.03.2021 | 12:24

Eine Runde durch eine us-amerikanische Supermarktfiliale vom Typ Amazon Go zu Beginn, und gegen Ende ein Hinweis auf San Francisco, der es in sich hatte: Mit seiner Keynote „Nächste Ausfahrt Zukunft“ hat Ranga Yogeshwar die HettichXperiencedays eröffnet, mit denen der Beschlagsriese seit Dienstag am Netz ist. Oberthema der digitalen Veranstaltung: Megatrends von allen Seiten beleuchten. Als solche hatte Hettich Individualisierung, Urbanisierung und New Work ausgewählt.

 

Journalist und Buchautor Yogeshwar stellte Generationen-Fragen und beschrieb, wie disruptiv Technologien sein können. Klar, dass die Digitalisierung ein immer wiederkehrendes Thema des halbstündigen Video-Vortrags war. Der Physiker und Wissenschaftler in ihm zeigte auch: Zukunftserwartungen hängen zu oft an der Gegenwart, in der sie entstehen. Beispiel war eine bemalte Werbekarte aus der Zeit um 1900: Sie zeigt die „Schönwettermaschine im Jahre 2000“, eine Strahlenkanone, die auf die Wolken gerichtet ist. Klar, Megatrend Klima. Dass das Zaubergerät mit Dampf angetrieben wird und auch die Menschen in der Umgebung in Kleidung aus der Entstehungszeit des Bildes abgebildet sind, darauf wollte Yogeshwar hinaus. Extrapolationen, die möglichst korrekte Fortschreibung von Fakten in eine Zukunft, sind halt so: „sehr schwer“, gerade weil sie wichtig sind. Deshalb auch Beispiele des Scheiterns, um selbst möglichst solche Fallen zu meiden.

 

In Hundert-Jahr-Schritten denken: Der 61-jährige Yogeshwar ist Großvater, erwähnt die Generation 2100. Zu der gehört sein Enkel Emil. Sie alle werden den Beginn des nächsten Jahrhunderts erleben – darauf deuten die demografischen Daten hin. Dann die Folie mit vertikal gezogenen Streifen. Links und in der Mitte herrschen Blautöne vor, über ein Weiß mit Bübchenblau geht es in den tiefroten Bereich über, der im rechten Fünftel des Bilds zu sehen ist. Visualisierung von CO2-Daten im Verlauf der letzten etwa 100 Jahre. 

 

Was ist wichtig? Yogeshwar meint, die Klimaprobleme sind das A und O: „Der Klimawandel ist eine globale massive Herausforderung.“ Und, die Probleme so zu lösen, dass weltweit Menschen etwas davon haben. Auch Fragen wie Zugang zu Ressourcen – Wasser-Netz, Strom, Internet-Verbindung – seien global zu behandeln. Es gehe um den Benefit für buchstäblich alle.

 

Wie wird die Digitalisierung verlaufen? Ohne KI geht nix, kann man Yogeshwar zusammenfassen. Hinzu kämen strukturelle Veränderungen. Yogeshwar: „Der Zugang zu Informationen könnte deutlich mehr über Video oder die gesprochene Sprache gehen. Man kann da durchaus an eine Post-Text-Gesellschaft denken.“

 

Puh, nie wieder Buchstaben? Das saß. Und doch: Man kann Yogeshwars Zukunftsentwurf vielleicht – in seinen Worten – so am besten zusammenfassen: „Ich glaube an eine bessere Welt.“

 

Hier zum Newsletter anmelden: