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Primär digitalstationär

Smow wächst

15.03.2021 | 14:09

Im April verliert Konstanz wieder ein Möbelgeschäft – wieder eines mit Geschichte. 140 Jahre lang hat der Familienbetrieb Wohnform die Region Hochrhein-Bodensee mit neuen Einrichtungsideen versorgt. Aber dafür kommt auch etwas Neues. Die Wohnform-Inhaberin Jeannine Schmidt (59) hat ihr Unternehmen an Bernd Hauser und Michael Klausmann verkauft. Beide betreiben seit vier Jahren bereits in Villingen und Freiburg je einen Smow-Laden. Jetzt öffnen sie in Konstanz ihren dritten. Leiterin von Smow Konstanz wird Christiane Schmidt-Neubig, die Schwester von Jeannine Schmidt.

 

Die Zeichen stehen also auf Kontinuität – auch bei Smow, das, zwar vergleichbar mit einem Franchise-System, stark auf die Individualität und das persönliche Engagement der Shop-Betreiber setzt. Die Zahl der Smow-Filialen wächst von Jahr zu Jahr. Mittlerweile sind bundesweit zwölf am Netz – in Berlin, Hamburg, München (INSIDE 1021), Stuttgart, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Leipzig, Chemnitz, Kempten und eben auch in Villingen und Freiburg. 2017 waren es noch neun. Zu finden sind dort Möbel von Marken wie Vitra, USM, Richard Lampert, Thonet, Knoll, Nils Holger Moormann, Kartell, Fritz Hansen, Cassina, Hay, Louis Poulsen oder Muuto.

 

Und auch sonst geht es bergauf. Der Eindruck drängt sich zumindest auf, wenn man mit Smow-Chef und -Gründer Michael Petersen spricht. 150 Mitarbeiter zählt das Smow-Netzwerk insgesamt (2017: 75). Und gut 50 Mio Euro Umsatz bringt Smow mittlerweile auf die Waage. Dabei kommt der Großteil aus dem Offline-Geschäft durch den direkten Kontakt mit dem Kunden und weniger durch die Smow-Online-Plattform, die das Geschäft der Filialen begleitet. Aber eigentlich kann man das gar nicht trennen, meint Petersen. „Ein Online-Kunde ist für uns oft ein Kunde, den wir online erreichen und in die Geschäfte vor Ort führen können“, sagt Petersen. Am Ende ist es nur eine Frage, wo die Rechnung gestellt wird. So gesehen liegt der Umsatzanteil für die Geschäfte bei rund 70 Prozent, der Umsatzanteil des Online-Shops bei rund 30 Prozent. Im Corona-Jahr 2020 konnte der Online-Shop allerdings überdurchschnittlich um rund 70 Prozent zulegen, die Geschäfte trotz Lockdown-Phasen im Durchschnitt zweistellig.

 

„Nachhaltige Kundenbeziehungen kann man nur vor Ort aufbauen“, sagt Petersen. „Der Online-Kanal dient vielen Kunden nur der Informationsgewinnung, die Kaufentscheidung wird meist erst im Laden gefällt.“ Dabei bietet der Online-Shop von Smow Konfiguratoren, mit denen man zu Hause in Ruhe austesten kann, wie sich bei den jeweiligen Möbelstücken welches Feature auf den Preis auswirkt. Petersen sieht die Konfiguratoren allerdings nur als Einstieg für die Kunden – zumal man ja schon einen kalibrierten Monitor bräuchte, um Farben von Stoffen richtig zu sehen. Im Laden erst, so Petersen, erkennt der Kunde die ganze Vielfalt der Möglichkeiten – und auch, wie er preislich nach unten oder auch nach oben gehen kann, wenn er beispielsweise neue Produktdetails entdeckt.

 

Dass Petersen noch Potenzial für Smow sieht, hält er kaum zurück. Neue Pläne liegen schon in der Schublade. Aktuell möchte er noch mehr abseits der großen Metropolen, wo Smow bereits gut vertreten ist, nach Optionen suchen. Und auch das Ausland rückt verstärkt in den Fokus. „Was das benachbarte Ausland angeht, sind wir bereits mit Partnern im Gespräch“, sagt Petersen. Konkret sieht Petersen vor allem Chancen in Frankreich, Benelux, Skandinavien und vor allem in der Schweiz.

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