Christian Wegmann
hat BWL studiert, aber die meiste Zeit seines Berufslebens mit Airlines und Buchungsplattformen verbracht. Nach dem Verkauf seines IT-Unternehmens wollte er „erst mal basteln“ – und landete bei Bassgurten aus alten Feuerwehrschläuchen, produziert in sozialen Werkstätten. Aus dem Nebenprojekt wurde ein Prinzip: Reststoffe sind wertvoller als ihr Ruf. Über Forscherkontakte stieg er in die Materialentwicklung ein und gründete 2023 21upcycling – heute arbeitet er lieber mit Textilresten und Kaffeesatz als mit Codes und Cloud-Diensten.
Wenn Christian Wegmann morgens um halb sechs im Heidelberger Büro steht, ist der Tag längst durchgetaktet. Materialproben, Mischverhältnisse, Kundentermine. „Es hört gar nicht auf“, sagt er, „aber es ist ein gutes Gefühl.“ Der Unternehmer hat mit 21upcycling ein Unternehmen aufgebaut, das Abfallstoffe in neue Materialien verwandelt – und damit mitten in die Debatte um nachhaltige Werkstoffe für Möbel, Böden und Innenausbau gerät.
„Wir leben in einer Zeit, in der Brüssel immer stärker vorgibt, was in Produkten enthalten sein darf“, sagt Wegmann. Formaldehyd, Phenolharze, Melamin – Stoffe, die in klassischen Spanplatten oder HPL-Schichten stecken – geraten zunehmend unter Druck. „Da sind klare Grenzwerte definiert, die sich jedes Jahr verschärfen. Hersteller müssen Alternativen finden – und das ist genau unsere Nische.“
Bei 21upcycling kommen keine dieser chemischen Bindemittel