Relaunch in Rheinbach
Orderstarkes Alliance-Wochenende als Abschluss des Mittelstands-Messe-Trios
EMMK, VME und jetzt noch Alliance an diesem Wochenende: Wer im konventionellen Wohnen das ganz große Los gezogen hat, war im November nun drei Mal Teil des Verbandsmessereigens. Und auch an diesem Wochenende war die Stimmung auf der Messe, dieses Mal nun eben in Rheinbach, erstaunlich gut.
Die prognostizierte Hardcore-Krise, sie war auch auf dieser Mittelstandsmesse nicht wirklich zu spüren. Druck, ja. Großer Druck? Ja, auch bei einigen. Aber hoffnungslos, das ist was anderes. Die Alliance-Händler waren meist gut gelaunt und interessiert und wie immer in Rheinbach auch orderfreudig angereist. Die neue Verbandsgeschäftsführung rund um Jürgen Feldmann muss da wieder einen guten Job gemacht haben, denn die Händler hatten ihren Fokus klar: Eine Messe ist zum Einkaufen da.
Die Stressthemen in Rheinbach nach vielen Jahren, in denen dort mehr Wert allein auf Konditionen und schlanke Teamarbeit in der Zentrale als auf Vermarktungskonzepte gelegt wurde, sie sind nach der kompletten Neuaufstellung in der Alliance-Führung nicht komplett verflogen. Aber Feldmann, Daniel Borgstedt und Marko Steinmeier haben sich als ehemals reine Küchenleute doch tief reingebohrt in kurzer Zeit, um den Gesellschaftern eine neue Perspektive an Ort und Stelle aufzuzeigen. Sie haben einiges auf die Beine gestellt: Von neuen Sortimentsbausteinen bis zu Service- und Marketingthemen für die Gesellschafter. Dass Küchentreff und Küchenring jeweils Neuzugänge im Dutzenderpack in diesem Jahr zu verzeichnen haben, nützt der Fraktion im konventionellen Wohnen nichts. Da helfen nur: Funktionierende Konzepte und Hilfestellungen für die Händler, die diese im Alltag wirklich brauchen.
Rund 380 Gesellschafter hat der Alliance-Verband aktuell damit zu versorgen – in Zeiten, in denen viele an der Front überlegen, wie sie den Herausforderungen der neuen Zeit, die spätestens 2023 anbrechen wird, begegnen werden. Hersteller, die eher im gehobenen Segment verkaufen, haben in Rheinbach am Wochenende dann auch plötzlich mit Gesellschaftern gesprochen, die schon länger nicht mehr bei ihnen vorbeigekommen sind, weil sie eher im Preiseinstieg unterwegs sind. Dieser Trend nach oben, er ist zumindest eindeutig.
In der Verbandszentrale wurde in den vergangenen Monaten der Blumenstrauß an Vermarktungsideen kräftig und kritisch durchsortiert. Es wurde ausgemistet. Und sich aufs Wesentliche konzentriert. Übergeblieben ist das, was, so Feldmann, „schnell und gut wirkt und echtes Potenzial hat, dann aber jetzt auch als 360-Grad-Konzept“. Casada zum Beispiel stand am vergangenen Wochenende in neuer Blüte und mit einem umfassenden neuen POS-Marketingkonzept auf der Messe. Knapp 90 Händler machen derzeit mit bei Casada. „Da schieben wir jetzt an“, sagt Borgstedt. Auch Planpolster wurde neu gemacht. Im Erdgeschoss des Messezentrums fand man plötzlich eine gut sortierte Range an Fachsortimenten. Am Stammdaten-Management für die Gesellschafter wurde intensiv gearbeitet. Borgstedt verwies darauf, dass die Gesellschafter mit dem neuen Konfigurator nun immer und zu jeder Zeit aktuelle Daten am POS zur Verfügung hätten. Die ganze Latte an SoMe-Marketing-Maßnahmen und Postings für Händler gibt es mittlerweile ebenfalls in Paketen auf einer neuen Plattform zu buchen. Die Leadgenerierung stünde ebenfalls ganz oben, sagt Feldmann. Im Wissen, dass die wirklich funktionierende Leadgenerierung ein oft unerfreuliches Thema ist für Händler auf der Fläche. Läuft eben oft auch nicht so.
Neu in Rheinbach ist auch sortimentstechnisch einiges. Ein neues Konzept für ältere und pflegebedürftige Menschen namens Homecare zum Beispiel. Als Lieferanten sind hier Priess, Frankenstolz, Arco und Stiegelmeyer für die Pflegebetten an Bord.
Und auch die neue Loft-Kollektion kommt, die Marc Mispelkamp neben vielen anderen Relaunch-Themen mit aufbaut. Auf der Messe stand sie noch nicht. Sie richtet sich als bezahlbare Alternative an urbane und eher lifestyle- und markenorientierte Menschen. Um die Kastenmöbel kümmert sich im Loft-Konzept wie berichtet Nobilia (INSIDE 1142). Zudem an Bord hier u.a. Candy, DFM und Rom. Die Studios gehen bei 180 qm in der Fläche los. Erste Piloten stehen bald im Wohncenter Nordenham, bei der Neugründung Kitchen Concept in Bonn, der Wohnfabrik May in Neuwied oder bei Möbel Debbeler in Visbek.