„Die Anmeldungen liegen unter Bezug auf die Anmeldungen aus dem Ausland bereits annähernd wieder auf dem hervorragenden Niveau von 2018.“ Mit diesem Satz trommelt Kölnmesse-Geschäftsführer Oliver Frese für die Büromöbelmesse Orgatec, die nächste Woche nach langer Pause in Köln wieder an den Start geht. Nachdem 2020 Corona die traditionelle, im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Leitmesse der Objekt- und Büromöbelbranche verhindert hatte, war der Restart der Office-Leitmesse immer wieder mit Vorsicht beäugt worden.
Diskutiert wurde reichlich. Viele IMM-Aussteller aus den 11er Hallen hatten lange ein Zusammengehen mit der Orgatec favorisiert. Und einige der Premiumwohnmöbelanbieter gehen mit ihren Objektideen nun auch trotzdem auf die Orgatec. Die Orgatec findet statt, die Veranstalter rechnen mit 600 Ausstellern, einer Zahl, die vordergründig an frühere Veranstaltungen anknüpft.
Ganz so ist es aber nicht, denn es fehlen viele große Player aus dem Markt. Nicht am Start in den Messehallen am Rhein sind u.a. Vitra, Wilkhahn, Brunner, König + Neurath, Topstar, Walter Knoll, VS, Wini, USM. Die großen US-amerikanischen Konzerne Steelcase, Haworth und MillerKnoll kommen nicht, der wahrscheinlich größte europäische Hersteller Flokk aus Norwegen auch nicht. Bene aus Österreich hat ebenfalls abgesagt. Einige sind mit, sagen wir mal, alternativen Shows und Showroom-Sessions in Köln, aber eben nicht auf der Messe. Zudem sind auch einige Zulieferer und Komponentenanbieter für die Officehersteller in Köln, die streng genommen eigentlich auf der Interzum zuhause wären.
Dabei sind in der nächsten Woche zentrale Player und Quereinsteiger im Officesegment wie Interstuhl, Sedus, Assmann, Palmberg, Kinnarps, Calligaris, Artemide, Cassina, Dauphin, Ekornes, Grid oder Hund.
Ob das für den Restart reicht, wird man nächste Woche sehen. Der Objekt- und Büromöbelmarkt ist in diesen Tagen schwer zu greifen. Katastrophenstimmung ist bei den Herstellern meist noch keine, auch wenn vor allem die Stuhlexperten zuletzt deutlich härter getroffen wurden als die Korpusmöbelfraktion. Viele Anbieter bemühen sich zudem umso intensiver um öffentliche Aufträge, da im klassischen Firmengeschäft Investitionen in Büromöbel gerade oft recht weit unten stehen auf der Liste der Krisenmaßnahmen.