Seit offiziell diesem Montag läuft die Hausmesse beim Taufkirchener Polstermöbelhersteller Himolla. Die ersten Verbände sind durch. Mittags gingen die bayerischen Spezialitäten schon wieder über den Tresen. Und international geht’s nach zwei Jahren Corona-Reise-Blocker auch wieder zu. Aus nahezu allen Vertriebsländern kommen Kunden nach Taufkirchen in den nächsten Tagen. Amerikaner, Chinesen, Koreaner: „Eigentlich kommen alle“, sagt Himolla-Geschäftsführer Ralph Bestgen. In Mailand war Himolla in diesem Jahr nicht. Es gibt Nachholbedarf. Der Exportanteil liegt mittlerweile bei gut 35 Prozent.
Auch in Taufkirchen rechnet man mit einer Delle im Auftragseingang im ersten Halbjahr des nächsten Jahres. Doch das ist dann nach den letzten drei Jahren in Taufkirchen wohl zu verkraften. In diesem Jahr wird, so Bestgen, wieder ein zweistelliges Umsatzplus sowie ein zweistelliges Plus im Absatz erwartet. Die Durchschnittswerte bei den Garnituren (rund 60 Prozent des Umsatzes) und bei den Sesseln (rund 40 Prozent) sind weiter gestiegen, werden aber nicht mehr rausgegeben. Immer mehr Großkunden schwenken mittlerweile zudem auf die Marke Himolla in der Vermarktung um. „Wir bedienen nach wie vor die Eigenmarken der großen Kunden, aber wir wollen unsere eigene Marke weiter stärken und freuen uns, dass das klappt“, sagt Entwicklungs- und Kreativchefin Tamara Härty.
Über 30 neue Modelle stehen in diesem Herbst in Taufkirchen. Und weiter keine Betten, kein Outdoor, weiter also keine Sortimentserweiterung. Bestgen: „Wir haben in dieser Richtung auch nullkommanull Pläne.“ Dafür hat Härty mit ihrem 100-köpfigen Team in der Produktentwicklung viel Detail- und Entwicklungsarbeit betrieben.
Rund 3.000 Mitarbeiter arbeiten für die Welle-Tochter, 1.000 davon in Taufkirchen. Die IMM im Juni steht grundsätzlich im Messekalender. „Wir wollen nach Köln, aber nicht um jeden Preis“, sagt Bestgen. Übersetzt heißt das dann wohl: Wenn sich genügend Follower aus dem Polstermarkt finden, dann will auch Himolla in Köln stehen.