Ein „drastisch verschärfter“ Fahrermangel, gestörte Lieferketten, gestiegene Transportkosten: In seiner aktuellen Kundeninfo bereitet Schenker die Kunden auf die nächste Preiserhöhung vor, die es mal wieder in sich hat. Insgesamt, so Schenker, würden in der Logistik- und Transportbranche für die zweite Jahreshälfte 2022 sowie für 2023 um bis zu 22 Prozent weiter steigende Preise erwartet. Bereits im Frühjahr hatte der Konzern den sogenannten „Dieselfloater“ eingeführt, eine variable Größe für die Treibstoffkosten (INSIDE 1133). Allerdings reicht diese Maßnahme offenkundig nicht, der Floater decke die entstandenen Mehrkosten nicht mehr. So schreibt das Schenker. Nun gibt’s wieder einen Zuschlag obendrauf, und zwar für alle Ladungsgeschäfte. Er entspricht dem Doppelten des Zuschlags des bisherigen Floaters (der weiter für alle Stückguttransporte gelten soll).
Beim Logistiker verweist man auf „durchgängig deutlich sinkende Laderaumverfügbarkeit, bei gleichzeitig gestiegenen Preisen“. Das führe dazu, dass das Volumen der auf dem Transportmarkt verfügbaren Laderaumkapazitäten, längst deutlich überschritten werde.
Gleichzeitig führt Schenker nun aber das neue Angebot DB Schenker Home Delivery ein. Damit will Schenker Deutschland im Bereich Stückgut die Zustellung und Abholung auf Privatkunden ausweiten und in Zukunft 195 Mio Haushalte in Europa erreichen. Schenker: „Mit dem neu geschaffenen Produkt DB Schenkersystem Home bieten wir für B2C-Sendungen dieselbe Zuverlässigkeit, Flexibilität und Qualität wie für unsere System Freight-Produkte an. Gleichzeitig ersetzt dies den aktuell bestehenden Avisprozess.“
In der Industrie fragt man sich aber, wie das zusammenpasst. Einerseits ist die Laderaumverfügbarkeit knapp und knapper, gleichzeitig weitet man den Service aus.