Der 1932 von Georg Stokke gegründete norwegische Kindermöbel-Spezialist Stokke – bekannt für den mitwachsenden Kinderstuhl Tripp Trapp – hat innerhalb von zwölf Monaten die vierte Akquisition abgeschlossen. Stokkes Tripp Trapp, entworfen einst von Peter Opsvik, wird seit 1972 produziert und ist bislang etwa 13 Millionen mal verkauft worden. Mittlerweile kauft sich Stokke drumherum ein mittleres Hochstuhl-Imperium zusammen. In Kopenhagen wurde die Firma aus Ålesund jetzt erneut fündig und übernahm den dänischen Kinderstuhl-Produzenten Evomove. Evomoves Verkaufsschlager, der Hochstuhl Nomi, passt perfekt zum bestehenden Portfolio der Norweger. Schon allein optisch – da er vom gleichen Designer stammt.
In den ersten 40 Jahren seines Bestehens hatte Stokke nicht unbedingt was mit Produkten für Eltern und Kinder zu tun, produziert wurden nämliche Bussitze und reguläre Möbel. Inzwischen ist die Firma seit fast fünf Jahrzehnten Spezialist für Kindermöbel. Zukäufe gab es in letzter Zeit einige: Im Juni 2021 erwarben die Norweger den deutschen Babytragen-Hersteller Limas sowie Mukako, eine italienische Marke, die multifunktionale Spieltische für Kinder herstellt. Im Dezember dann gab Stokke die Übernahme der Marke Babyzen bekannt, Hersteller des leichten All-in-one-Kinderwagens Yoyo.
Stokke wurde 2014 von der Inhaberfamilie an die belgische Investmentfirma NXMH verkauft, die wiederum der südkoreanischen NXC-Holding gehört. In jüngster Vergangenheit wurde die Internationalisierung weiter vorangetrieben. Allerdings war dafür auch die Kriegskasse gut gefüllt. Der Gesamtumsatz legte 2021 um 19 Prozent zu. Allein beim Tripp Trapp stiegen die Umsätze weltweit um 39 Prozent, in den USA erhöhte sich der Umsatz bezogen aufs gesamte Portfolio um 57,5 Prozent. „Wir sind auf dem besten Wege, unsere Unternehmensgröße bis 2025 zu verdoppeln“, gaben die Norweger kürzlich bekannt. Der E-Commerce-Boom hat hier sicher seinen Teil dazu beigetragen. Zudem wurde kommuniziert, dass der Vorsteuer-Gewinn 2021 um 93,8 Prozent angestiegen sei. Demnach stieg auch das EBIT um 64,6 Prozent.