Der für Hauben und Kochfelder bekannte Zulieferer O+F Systems aus Menden ist insolvent. Am gestrigen Dienstag hat das Amtsgericht Arnsberg Ulrich Zerrath (02361/ 48 84 - 0) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt (Aktenzeichen: 21 IN 75/22). Zwischen O+F-Geschäftsführer Rainer Luig und dem neuen Gesellschafter, der Gruppe des Deutschen Mittelstands Management GmbH (vormals: Tapp Services GmbH), hat es offenbar gekracht. Luig hatte dem Investor unter anderem vorgeworfen, vereinbarte Ratenzahlungen für den Kaufpreis des Unternehmens nicht an den vorherigen Insolvenzverwalter aus dem Verfahren über die Vorgängerfirma gezahlt zu haben. Stattdessen seien die Ratenzahlungen „mit Cash-Flow aus dem Factoring von O+F Systems bedient“ worden, „was dem Unternehmen die notwendige und vom Unternehmen im Umsatzprozess verdiente Liquidität entzog“.
In einer gestern versandten Mitteilung schrieb Luig dazu: „Im Vertrauen auf die Sorgfaltspflicht der Akteure im Insolvenzverfahren sind bei Vertragsabschluss über den Unternehmensverkauf von O+F im April dieses Jahres Entscheidungen zugunsten des Investors mit Sitz in Frankfurt getroffen worden – verbunden mit dem Ziel einer bestmöglichen Gläubigerbefriedigung bei gleichzeitigem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.“Diese Erwartungen hahabe der Investor nicht erfüllt. Luig spricht davon, dass „die Liquiditätsausstattung von O+F Systems von Anfang an völlig unzureichend“ gewesen sei. „Vereinbarte Ratenzahlungen für den Kaufpreis des Unternehmens an den Insolvenzverwalter mit Fälligkeit 30.5. und 30.6. wurden vom Investor nicht geleistet und stattdessen mit Cash-Flow aus dem Factoring von O+F Systems bedient, was dem Unternehmen die notwendige und vom Unternehmen im Umsatzprozess verdiente Liquidität entzog. Für die angemietete Firmenimmobilie wurden Mittel weder für die Kaution noch laufende Mietzahlungen bereitgestellt.“
Trotz positiver Entwicklungen bei Auftragseingang und Sanierung habe Luig seine Organstellung als Geschäftsführer am 7.7.22 mit sofortiger Wirkung niedergelegt und „damit auch die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens in die Hände der Gesellschafterin und deren Geschäftsführer Holger Bützler“ übertragen.
Von der Gruppe des Deutschen Mittelstands Management war auf Nachfrage (noch) keine Stellungnahme zu erhalten.