„Keine galoppierenden Preise mehr“
Frank Hofmeister zur Lage in Bietigheim
Probleme auf der Beschaffungsseite und nach oben kletternde Preise waren im bisherigen Jahresverlauf die Dauerbrennpunkte im Markt. Die Flaute auf der Fläche kommt in diesem Sommer auch wieder dazu. Speziell 2020 war das bekanntlich anders. „Wir dürfen dieses Jahr nicht mit den letzten beiden Jahren vergleichen“, sagt Frank Hofmeister, Inhaber des EMV-Mitglieds Hofmeister mit Sitz in Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg.
Natürlich kommen auch bei Hofmeister gerade weniger Kunden zum Möbel-Shoppen als im letzten Sommer. „Verglichen mit dem Jahr 2019 stehen wir gut da“, so Hofmeister. Das heißt schon was. Schließlich musste im März die Feuerwehr in Bietigheim-Bissingen anrücken und weite Teile des Haupthauses wurden zerstört. Bis heute ist die genaue Brandursache nicht geklärt. Nur so viel weiß der Unternehmer: „Es war wohl ein technischer Defekt. Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Es ist niemand verletzt worden. Und auch das Materielle war versicherungstechnisch gut abgedeckt.“
Bei Hofmeister spürt man eine leichte Entspannung beim Thema Preisentwicklung: „Wir sehen momentan keine nach oben galoppierenden Preise mehr.“ Wie lange das anhält, das bleibt abzuwarten. In Gesprächen mit der Industrie ist durchaus zu hören, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.
Momentan steckt das Hofmeister-Team inmitten der Planungen zur Neuausrichtung nach dem Brand. „Vor dem Hintergrund, dass niemand zu Schaden gekommen ist, bietet die Neueröffnung nun auch eine Chance die heutigen und zukünftigen Kundenbedürfnisse abzudecken. 40 Prozent der Fläche können wir eventuell schon im ersten oder zweiten Quartal 2023 eröffnen. Bei den restlichen 60 Prozent dauert es voraussichtlich ein bisschen länger mit der Wiedereröffnung.“ Wie genau das Möbelhaus dann ausschaut, das kann Hofmeister heute noch nicht sagen: „Wir stecken nach wie vor in der Konzeptionsphase.“ Die Endkunden können derzeit im Trendy-Haus neben der Brandstelle vollumfänglich auf 28.000 qm einkaufen. „Die Trendy-Abteilung wurde komplett umgekrempelt. Alle Marken gedreht. Es müssen ja nicht immer 50.000 qm sein“, sagt der EMV-Filialist. Eine Erkenntnis, die gerade einige im Markt haben. Letzte Woche hat Hofmeister alle Mitarbeiter samt Partner als Dankeschön für den Einsatz in den letzten Monaten zu einem Sommerfest eingeladen.
Und wie geht’s weiter? Alle im Markt werden die Kosten genau im Blick behalten. „Wir sind vorsichtig optimistisch. Allerdings ist nichts vorhersehbar. Der Krieg und das unnötige Sterben müssen endlich aufhören“, so Hofmeister.