Wieder profitabel
Das ist die Rauch-Bilanz 2020/2021

In seinem letzten Gespräch mit INSIDE als geschäftsführender Rauch-Gesellschafter im Juni hatte Michael Stiehl auf „wieder akzeptable Zahlen“ verwiesen, die der Freudenberger Schlafmöbelbauer in Kürze für das Geschäftsjahr 2020/2021 (30.6.) veröffentlichen werde. Ob Rauch denn nach zwei von Umstrukturierungen beeinflussten verlustreichen Jahren wieder profitabel sei, wollten wir wissen. „Lassen Sie sich überraschen“, antwortete Stiehl. Wenig später gab er, das hatte sich bereits abgezeichnet, seinen Geschäftsführertitel ab.
Jetzt liegen die Zahlen vor — und ja: Sie lesen sich erheblich besser als die letzten. Die Eigenkapitalquote der Rauch-Gruppe erhöhte sich um 7 Prozentpunkte auf 40,8 Prozent. Und: Den Konzernumsatz hat Rauch im Berichtsjahr 2021/2022 um 9 Prozent auf 294 (Vorjahr: 269,7) Mio Euro gesteigert und war mit einem Konzernjahresüberschuss von 6,2 Mio Euro auch wieder profitabel. In den beiden Vorjahren waren dagegen jeweils um die 10 Mio Euro Verlust eingefahren worden. 245 (225,5) Mio Euro des Umsatzes entfielen laut der letzten Bilanz auf den Möbelbereich, davon wiederum gut 35 Prozent auf den Export. Im Berichtszeitraum wurde der Umsatz natürlich durch die Möbel-Sonderkonjunktur gepusht, die es aktuell nicht mehr gibt.
Die Unternehmensplanung für die kommenden drei Geschäftsjahre sieht für das Segment Möbel bis zum Geschäftsjahr 2024 einen höheren nominellen Umsatz vor. Um die Kostenstrukturen im Möbelsegment zu verbessern, seien „erhebliche Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen“ geplant, heißt es. Ebenso verfolge die Geschäftsführung das Ziel, die aus der Sortimentsvielfalt resultierende Komplexität zu reduzieren und die Kapazitäten an den Standorten besser auszulasten und möglichst flexibel zu gestalten. „Im Geschäftsbereich Möbel plant die Geschäftsführung wegen der zu kompensierenden erheblichen Preissteigerungen bei gleichzeitig hohen Investitions- und Instandhaltungsaufwendungen einen gleichbleibenden EBITDA für das Geschäftsjahr 2022 und bis zum Geschäftsjahr 2024 nur einen moderaten Anstieg dieser Kennzahl“, liest man weiter. Im Holzwerkstoffsegment, wo der Output steigen soll, wird vorsichtig geplant und deshalb ein rückläufiger Ergebnisbeitrag erwartet.
Konkret rechnete Rauch bei Unterzeichnung der Bilanz für 2021/2022 mit einem Umsatzanstieg um rund 7 Prozent, 20 Mio Euro EBITDA und einem Jahresüberschuss im unteren einstelligen Millionenbereich. Das war im Oktober 2021. Seither hat sich auf der Welt bekanntlich nochmal einiges verändert.