Was ist Vaund?
Showrooms als Plattform
Die Vaund-Macher Michael Volland und Christian Ladner haben eine klare Vision, wie der Handel von morgen ausschaut. Und die kommt gut an. Auch in der Möbelwelt.
Michael Volland ist derzeit ein gefragter Gesprächspartner. „In 45 Minuten bin ich zu einem Podcast-Gespräch eingeladen“, sagt der Co-Gründer der Realtale GmbH – besser bekannt unter der Retail-Marke Vaund. Auch im Vorfeld der kürzlich veranstalteten Handelskonferenz K5 in Berlin war Volland zu einem Arbeitskreis der Initiatoren eingeladen. Volland will mit Vaund den stationären Handel wieder zu einem Erlebnis machen; dem Wunsch der Kunden nach Abwechslung und gutem Service gerecht werden. Im September eröffnet Volland mit seinem Co-Founder Christian Ladner den vierten Vaund-Shop-in-Shop-Showroom – den ersten in einem Möbelgeschäft – bei Dodenhof in Posthausen.
Zwei weitere Läden betreibt das Gründer-Duo selbst. „Wir hatten bereits vor Corona Gespräche mit Möbelhändlern. Wir passen gut in die Möbelwelt rein. Nur nicht in jedes Möbelhaus“, sagt Volland, der mit Vaund momentan noch auf den Flächen hochwertiger Modehäuser zu Hause ist. Hersteller zahlen für die Präsenz auf der Fläche und für eine „ausgezeichnete Beratung“ der Produkte. Jeder Lieferant, der seine Produkte bei Vaund ausstellen will, muss die Vaund-Verkäufer in der Zentrale in Hannover schulen. 38 Mitarbeiter hat das Unternehmen, und es kommen monatlich ein bis zwei weitere hinzu.
Volland kuratiert mit seinem Team Produkte wie Mofas, hochwertige Grills oder Kaffeemaschinen. Ein bunt gemischtes, abwechslungsreiches Sortiment. Beratungsintensive Produkte. Mit gut 350 Herstellern arbeitet das Unternehmen zusammen. Seine Firma erhält einen Fixbetrag vom Hersteller. Mindestens sechs Monate muss man die Fläche und den Service mieten. „Der klassische Handel wird langsam zu langweilig. Vor allem Premium- Produkte gehen dort unter. Gleichzeitig ist der stationäre Handel alles andere als tot“, sagt Volland, der das Unternehmen 2019, kurz vor Ausbruch der Pandemie, gegründet hat. Es brauche innovative Konzepte.
Dass das Vaund-Konzept auch in die Möbelwelt passt, davon ist auch Philip Kehela, Gründer des B2C-Möbel-Start-ups Mokebo und K5-Speaker überzeugt: „Ich finde die Idee grundsätzlich super. Hersteller müssen Kapital nicht langfristig binden, dadurch ist das Risiko minimiert. Das wäre bei einem eigenen Showroom anders. Am Ende ist es wie ein Online-Marktplatz, nur eben stationär. Das Konzept ist eine exzellente Möglichkeit für Hersteller und Marken, Produkte zu testen.“ Bei Vaund baut man momentan ein weiteres Produkt auf, das Herstellern helfen soll, die eigenen Kunden kennen zu lernen: Die Auswertung von Daten, die dann gegen eine Gebühr an die Vaund-Kunden weitergegeben wird. Geplant ist es, dass Daten aus allen Geschäften zentral zusammengefügt und verarbeitet werden. Und auch die Expansion soll zügig vorangetrieben werden. Neben dem bei Dodenhof sollen heuer noch zwei weitere Shop-in-Shops folgen. Um das Wachstum zu stemmen, sind weitere Finanzierungsrunden geplant. Bislang halten die beiden Gründer mehr als 75 Prozent.