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Klimaschutz und große Auswahl

Ein kurzer Blick auf die Gipfel-Studie „Wie tickt der Kunde in Krisenzeiten?“

21.06.2022 | 11:22

Auf dem Gipfel präsentierte das Bonner Marktforschungsinstitut Infas 360 erste Ergebnisse der Studie „Wie tickt der Kunde in Krisenzeiten?“. Die Studie ist im April mit mehr als 10.000 Befragten umgesetzt worden. Die Bandbreite der Fragestellungen mit Relevanz für den Einrichtungsmarkt ist enorm, ein paar Ergebnisse bringen wir auch hier: Die Deutschen wollen nachhaltigere Möbel, für diese auch gerne mehr zahlen, erwarten einen reibungslosen Online-Einkauf, eine große Auswahl im stationären Handel wie im Netz und haben genaue Vorstellungen, bei wem sie online oder stationär am besten ihre Möbel kaufen.

 

Nachhaltigkeit ist inzwischen Mainstream, ganz repräsentativ. „50 Prozent der Haushalte wollen für den Klimaschutz auch höhere Preise für Möbel bezahlen“, sagt Julia Kroth. Genaugenommen: Die Hälfte aller Befragten ist inzwischen dazu bereit. Die Ergebnisse lassen sich auf alle 19 Mio Wohnadressen in Deutschland hochrechnen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Franziska Kern präsentierte die Daten-Expertin am 12. Mai beim 4. INSIDE Branchen-Gipfel die Ergebnisse wochenlanger Arbeit.

 

Wie lange wollen deutsche Endkunden eigentlich noch auf ihre Sofas und Küchen warten? Exakt 5,9 Wochen beziehungsweise 7,1 Wochen, jeweils durchschnittlich versteht sich. Und, was passiert danach? Etwa die Hälfte der Kunden würde sogar eine weitere Wartezeit für den gewünschten Artikel in Kauf nehmen. Nur 28 Prozent würden sich stattdessen lieber ein Ersatz-Möbel aussuchen. Diese Antworten hat ein Daten- und Marktforschungsteam aus Bonn rund um Kern und Kroth gefunden.

 

Im Januar hatten wir uns vom INSIDE mit den Bonner Markt- und Datenforschern erstmals getroffen (INSIDE Spezial Neue Ideen 3), um Erkenntnisse zu den Verbrauchergewohnheiten seit der Pandemie zu gewinnen. Die auf Regionalisierung von Daten und Fakten spezialisierten Infas-360-Kollegen machten sich an die Arbeit. Gemeinsam mit der Redaktion und Inputs von Branchenfirmen entstand ein Fragenkatalog. Michael Herter, Geschäftsführer von Infas 360, steckte beim Gipfel in der Alten Kongresshalle auch den Rahmen ab: „Daten werden schon seit Jahrtausenden gesammelt. Wir sammeln sie, um daraus zu lernen.“ Herter ist überzeugt, dass datengetriebene Unternehmen automatisch profitabel arbeiten. Voraussetzung: eine gezielte Datenerfassung und effiziente Informationsgewinnung. Ein trauriges Beispiel, wie auch bei vielen vorliegenden Daten falsch gehandelt werden kann, gab er ebenfalls. Während der Ahrtal-Überschwemmung im letzten Jahr wurde teilweise nicht ausreichend gewarnt. „Man hat die Chance, besser zu handeln. Damit so etwas nicht mehr passiert.“

 

Preis für 41 Prozent wichtig

 

Gut informiert sein über den Kunden ist für die Branche wichtig. Vom 5. bis 27. April fand die Befragung statt, pünktlich zum Gipfel war die Studie fertig. Insgesamt 10.504 Menschen über 18 Jahren wurden über ein Online-Access-Panel befragt, um Antworten auf die Frage „Wie tickt der Kunde in Krisenzeiten?“ zu erhalten. Mehr Daten von Befragten kann man kaum noch haben. In die Untersuchung flossen sehr viele aktuelle Ereignisse ein. Aber auch langfristige Trends sind erkennbar. Drei Viertel der Befragten haben bemerkt, dass die Möbelpreise angestiegen sind. Damit sind schon die ersten Reaktionen auf die im Euro-Raum gestiegene Inflation enthalten. Im Durchschnitt gaben die Befragten in den vergangenen zwölf Monaten 864 Euro für Möbel im Innenraum aus und 172 Euro für Outdoormöbel. Ganze 476 Euro wurden in neue Haushaltsgeräte investiert. „Corona und der Krieg sind die beiden aktuellen Krisen, in denen die Menschen ihre Antworten gaben“, so Kern bei der Präsentation der Studie. Für 41 Prozent aller Befragten hat die Bedeutung des Preises zugenommen. „Die gestiegenen Preise wurden bemerkt, halten aber nicht vom Kauf ab“, heißt es dazu in der Studie. Auf der Suche nach Möbeln sind derzeit 18 Prozent, nach Möbeln fürs Homeoffice wiederum 11 Prozent davon. Rund 82 Prozent aller Befragten suchen aktuell allerdings keine Möbel. Erfreulich: Für 29 Prozent ist es wichtiger, dass sie ein Möbel „Made in Germany“ kaufen, als noch vor zwei Jahren. Auf der anderen Seite finden sich die 63 Prozent der Käufer, denen die Herkunft des Möbels genauso wichtig oder unwichtig wie vorher ist. Nachhaltigkeit ist für 34 Prozent, ein Öko-Siegel für 26 Prozent der Befragten wichtig. Vor allem junge Menschen und Personen mit hohem Haushaltseinkommen sind bereit, für ein klimafreundlich hergestelltes Möbelstück höhere Preise zu bezahlen. Wer also die Mehrheit der Zielgruppen zwischen 18 und 44 Jahren gut erreichen kann, ist eindeutig. Bei dieser Frage gibt es auch klare Unterschiede zwischen dem Osten und dem Westen des Landes.

 

Welche Händler sind besonders beliebt bei den Deutschen? Auch hier liefert die Studie Fakten: So ist Ikea die beliebteste Onlinequelle. Dort kaufen 30 Prozent am liebsten ein. Es folgen Otto (12 Prozent) und Amazon (11 Prozent). Auf den folgenden Plätzen liegen XXXLutz (9 Prozent), Höffner (8 Prozent) und Poco (6 Prozent). Auch beim stationären Handel ist Ikea der Liebling der Kunden. Es folgen Höffner, XXXLutz, Poco, Roller und Segmüller. Auch Häuser wie Zurbrüggen, Kraft und Ostermann sind bei den Kunden beliebt. Ähnlich sieht es bei den „Anderen“ aus, an die sich die Onlinekunden gerne erinnern: Segmüller, Roller, aber auch Jysk oder Ebay Kleinanzeigen werden genannt. Bei Elektrogeräten – etwa 12 Prozent möchten 2022 welche kaufen – sind Qualität der Marke, Funktionalität und Preis die für die Kunden wichtigsten Kriterien. Trost für den leidgeprüften Küchenfachhandel: Ein niedriger Energieverbrauch ist den Kunden noch deutlich wichtiger als die sofortige Verfügbarkeit von Geräten. Die spielt lediglich für 5 Prozent der Haushalte eine Rolle.

 

18 Prozent der Befragten auf der Suche

 

Rund 18 Prozent der Befragten sind übrigens zurzeit nach wie vor auf der Suche nach Möbeln. Als Hauptgründe nennen sie: Das bisherige Möbel gefällt nicht mehr – oder ist kaputt. Allein 11 Prozent der Möbel-Suchenden halten noch nach Homeoffice-Möbeln Ausschau. Auch hier ist der Bedarf lange nicht gedeckt.

 

 

Beim Infas-360-Team geht die Arbeit indes weiter. Erste Kunden aus Möbelhandel oder -industrie haben sich während und nach dem Gipfel bei den beiden Data-Science-Spezialistinnen gemeldet. „Wir können noch wesentlich weitergehende Analysen für Kunden durchführen“, sagt Julia Kroth. Gemeinsam mit Franziska Kern ist sie per Mail erreichbar: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

 

Weitere Infos zur Studie gibt es auch beim INSIDE. Kontaktieren Sie uns gerne. Die Studie ist entstanden in einer Kooperation von Infas 360 mit INSIDE.

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