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Herrmann trifft Herrmann

GfM-Trend-Hauptversammlung endlich wieder in München

13.06.2022 | 14:08

Im Jahr 2016 hatte der Mittelstandsverband GfM-Trend zum letzten Mal seine Jahreshauptversammlung im Bayerischen Hof in München abgehalten. Letztes Wochenende war es dann endlich wieder soweit. Die Verbandsmitglieder sind zahlreich in München erschienen, wenngleich es schon ein paar weniger waren als auf den Hauptversammlungen vor Corona. Einen Grund dafür sieht Verbandsgeschäftsführer Joachim Herrmann beim diesjährigen Termin – dieses Jahr fand das Event inmitten der süddeutschen Pfingstferien statt. Klar dürften auch Corona, die dadurch bei dem einen oder anderen weiterhin eingeschränkte Reiselust und die Terminhäufung im Sommer eine Rolle gespielt haben. Doch sonst war vieles wie früher. Die Gesellschafter und auch die Gäste aus der Industrie, die den Weg nach München gefunden hatten, dürften mit einem guten Gefühl in die neue Woche starten.

 

Zwar ist laut dem Marktforschungsunternehmen IFH Köln das Volumen im Möbelmarkt 2021 um 0,8 Prozent gesunken. GfM konnte jedoch den Umsatz 2021 gegenüber dem Vorjahr 2020 um 9 Prozent steigern. Am stärksten wuchs, wenig überraschend, die Küchensparte. Konkrete Zahlen werden wie auch in den Vorjahren nicht genannt. Der Ertrag (+ 10,5 Prozent) und auch die Rückvergütungen (+ 12,2 Prozent) konnten sogar zweistellig wachsen. Und auch in den ersten fünf Monaten 2022 lagen die Umsatzzahlen um 9,1 Prozent über Vorjahresniveau —obwohl das Geschäft im Mai deutlich zurückgegangen ist, wie viele Händler vor Ort berichteten. Ein Grund für die exzellenten Zahlen in den ersten fünf Monaten ist sicherlich der noch abzuarbeitende Auftragsbestand aus dem Vorjahr. Wie es weiter geht, das wird man im Herbst sehen. Die Meinung vor Ort: Die Sonderkonjuktur im Möbelmarkt wird sich allmählich in Richtung Normalität einpendeln. Grund zur schlechten Laune sei das aber nicht.

 

Auf der GfM-Bühne sprach unter anderen Carla-&-Marge-Gründerin Monika Simon, die den beiden Verbandseigenmarken Marc Harris und Angelo Divani einen neuen Anstrich verpasst. An die Unternehmer vor Ort appellierte die ehemalige Höffner Einkäufsleiterin, mit emotionalem Marketing zu arbeiten und mehr emotionale Verkaufserlebnisse zu schaffen. Kam gut an. Amüsant wurde es bei der Vorstellung des Star-Redners im Bayerischen Hof: Dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, Namensvetter des Geschäftsführers. Herrmann trifft Herrmann. Der CSU-Mann Herrmann sprach im selben Saal, in dem auch die Münchner Sicherheitskonferenz stattfindet, über das Thema Sicherheit. Wie umgehen mit einem möglichen Gas-Embargo? Für Herrmann der falsche Ansatz. „Ein Totalausfall von russischem Gas hätte drastische Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft“, so der Minister. Man müsse erneuerbare Energie ausbauen und nutzen, gleichzeitig aber auch überlegen, ob denn die drei Atomkraftwerke in Deutschland, wie in anderen europäischen Ländern auch, Teil der Lösung seien, so Herrmann weiter. Kann man gut finden. Muss man nicht. Auch in den Pausen gab es dazu unterschiedliche Meinungen.

 

Auch der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn streifte bei seinem Vortrag zum Thema Inflation (diese wird nach aktuellen Berechnungen schon im August bei 12 Prozent liegen) natürlich das Thema Energieversorgung. Um für Energie- und Preissicherheit zu sorgen, plädierte Sinn in München für einen ausgewogenen Energiemix aus konventionellen und erneuerbaren Energien.

 

Gefeiert wurde wie immer an beiden Abenden der Jahreshauptversammlung. Am Freitag lud GfM in lockerer Atmosphäre zu Münchner Bier und Spanferkel in den Augustiner Keller. Am Samstag traf man sich zur Gala im Bayerischen Hof wieder.

 


 

 

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