Soll mal einer sagen, Armin Laschet, Ex-Ministerpräsident von NRW und angeblicher Nachfahre von Karl dem Großen, habe keine Weitsicht gehabt. Im April 2020 hatte er Nordrhein-Westfalen als das „Land der Küchenbauer“ bezeichnet. Er hätte auch vom wachstumsstarken Möbelbauer-Bundesland sprechen können. Denn im Jahr 2021 konnte die Möbelindustrie im bevölkerungsreichsten Bundesland mal wieder stärker wachsen, als die Branche bundesweit. Besonders gut lief es dabei für – na klar: Ostwestfalen. Und, ebenso klar: für die Küchenmöbelindustrie.
Die Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen haben nun errechnet, dass das bundesweite Wachstum von 2,4 Prozent auf Umsätze von 19,62 Mrd Euro (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten), „maßgeblich von der Schwerpunktregion Nordrhein-Westfalen und hier besonders von den Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe getragen“ wurde. Die Umsätze NRW-bezogen wuchsen demnach um 4,8 Prozent auf 7,88 Mrd Euro, die auf OWL konsolidierten sogar um 5,5 Prozent auf 5,94 Mrd Euro.
Das zeigt sich auch an der Anzahl der Beschäftigten. „Obwohl die Anzahl der im Markt aktiven Unternehmen der Möbelindustrie aus Nordrhein-Westfalen leicht um 1 Prozent gesunken ist,“ so lässt sich Verbands-Geschäftsführer Jan Kurth zitieren, „konnten nicht nur die Umsätze, sondern auch die Beschäftigtenzahlen im Vergleich zu 2020 um 1,5 Prozent und begrenzt auf Ostwestfalen-Lippe um außergewöhnlich starke 6 Prozent gesteigert werden.“ Die Möbelregion NRW und besonders Ostwestfalen-Lippe habe ihre Stellung 2021 erneut stärken können, so Kurth.
In Ostwestfalen-Lippe besonders stark vertreten ist bekanntlich die Küchenmöbelindustrie: Die im Berichtsjahr ansässigen Unternehmen mit knapp 10.000 Mitarbeitern setzten im vergangenen Jahr 3,9 Mrd Euro (plus 6,4 Prozent) um und erwirtschafteten damit mehr als ein Drittel des gesamten deutschen Umsatzes des Branchenzweigs Küche.