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Mitten im Krieg

Ukrainischer Möbelbauer macht weiter

18.03.2022 | 11:29

Man kann es sich kaum vorstellen: In der Ukraine werden nach wie vor Möbel produziert. Der ukrainische Möbelindustrieverband UAFM hat in dieser Woche auf seiner Webseite ein Interview mit Oleksandr Gotska veröffentlicht, dem Chef des ukrainischen Möbelproduzenten Volyn Furniture Company Ukraine, der auch andere Hersteller motivieren will, weiter zu machen.

 

Der Inlandsbedarf für Möbel ist seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine quasi nicht mehr existent. Den Export aber, berichtet Gotska, habe man sogar ausgeweitet. Ausländische Kunden hätten begonnen, Läger aufzubauen. Seit Beginn der russischen Invasion seien 20 LKW exportiert worden. Komponenten, die nicht mehr im eigenen Land bezogen werden können, kommen nun aus Polen.

 

Das Spanplattenlager sei im Vorfeld aufgestockt worden und reicht voraussichtlich bis in den April hinein. Bei der Bezahlung setzt Gotska inzwischen auf einen Tauschhandel, berichtet er. Die Exportkunden würden Vorprodukte für sie beschaffen und im Gegenzug fertige Möbel erhalten. Die Bezahlung der Mitarbeiter ist zumindest kurzfristig gesichert. An andere ukrainische Möbelproduzenten appeliert Gotska: „Wo auch nur die geringste Möglichkeit besteht, die Produktion nicht einzustellen, stärkt die „Arbeitsfront“ des Landes. Das ist ebenso wichtig wie es mit der Waffe zu verteidigen.“

 

Oksana Donska, Vorstandsmitglied beim UAFM, ruft in den sozialen Medien dazu auf, weiterhin ukrainische Möbel zu kaufen, um die Industrie zu unterstützen. „Wir haben einige sehr gute Fabriken in Gostomel, Irpin, Chernigiv, Kharkiv, Sumy und anderen Städten verloren, doch andere Hersteller arbeiten und exportieren. Die Exportunternehmen im Westen der Ukraine arbeiten! Die Branche muss Ersatz für weißrussische Produzenten finden. Bitte unterstützt uns! Wir können mit direkten Kontakten zu zuverlässigen Produzenten helfen.“

 

Hauptexportpartner der ukrainischen Möbelindustrie ist mit einem Anteil von 34 Prozent Polen, gefolgt von Deutschland mit 16 Prozent, schreibt Furniture Today. Die US-Zeitung berichtet auch, ukrainische Hersteller hätten verstärkt männliche Mitarbeiter über 60 geholt, um Personallücken zu füllen. Das wäre dann allerdings schnell gegangen.

 

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