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Erste Bilanz

Möbelfirst zehn Monate nach der Übernahme

17.03.2022 | 13:51

Vor fast einem Jahr, im vergangenen Mai, stieg Dr. Dominik Benner mit seiner The Platform Group bei Möbelfirst ein. Seitdem setzen die Möbelfirst-Gründer Christoph Ritschel und Dennis Franken verstärkt auf Kooperationen mit bekannten Möbelmarken, die auch das Google-Ranking der eigenen Website nach oben pushen sollen.

 

Der erste Kontakt zwischen Möbelfirst und The Platform Group entstand im Jahr 2019. Es ging dann recht flott. Seit Mai 2021 ist Möbelfirst Teil der Benner- Holding aus Wiesbaden. Eine familiengeführte Holding, die in vielen Branchen aktiv ist: Immobilien, Einzelhandel, E-Commerce und so Sachen zählen dazu. Unter der Holding ist die Platform Group angesiedelt. Und zu der gehören mittlerweile rund 20 B2C- und B2B-Plattformen aus 14 Branchen. Das Handelsblatt krönte Benner vor gut einem Jahr zum „König der Nischen-Marktplätze“. Knapp 4.000 stationäre Händler sollen branchenübergreifend mit den Firmen der Platform Group zusammenarbeiten. The Platform Group rechnet mit einem Umsatz von über 200 Mio Euro fürs laufende Jahr. 2021 waren es 120 Mio Euro, im Jahr 2019 75 Mio. Geht die Rechnung auf, so hat sich der Umsatz der Gruppe – auch durch viele Zukäufe – knapp verdreifacht. In drei Jahren. Möbelfirst spielt umsatztechnisch mit 4 Mio Euro keine große Rolle im Benner-Imperium. Aber einen gesunden Teil zum großen Ganzen trage man bei.

 

Möbelfirst ist laut Christoph Ritschel profitabel. Im ersten Corona-Jahr 2020 konnte Möbelfirst laut eigenen Angaben 3 Mio Euro erwirtschaften. Für das Möbel-Jahr 2020 meldete das Unternehmen einst 30 Prozent Zuwachs. Ritschel damals: „Hätte mehr sein können.“ Dass das Unternehmen im Jahr 2021 schneller wachsen konnte als 2020, führt Ritschel darauf zurück, dass die 250 angeschlossenen Händler mit insgesamt 350 Filialen wieder mehr Produkte über die Online-Plattform Möbelfirst abverkaufen würden. Das war auch schon mal anders. Als im Boom-Jahr 2020 neben den Onlinern auch der stationäre Handel – sofern er denn offen war – durch die Decke ging, fehlte Möbelfirst die Abverkaufs-Ware (INSIDE 1110). Die Händler verkauften nahezu alles im Alleingang. „Das hat uns vor große Herausforderungen gestellt“, sagte Ritschel damals. Seit der Übernahme durch Benner sind bei Möbelfirst knapp 60 Händler dazugekommen.

 

Bis Ende 2023 will Möbelfirst Möbel von 500 Filialen verkaufen. So zumindest der Plan. Ritschel und Franken haben also noch viele Akquise-Sessions vor sich. Dabei helfen sollen nach wie vor 40 freiberufliche Fotografen, die für Möbelfirst die Produktdaten einholen und die Produktfotos schießen. „Das erleichtert den Prozess extrem. Für uns, aber auch für die Händler“, sagt Ritschel. Früher dauerte der Onboarding-Prozess acht bis zwölf Wochen. Heute sollen manche Händler bereits nach sechs Wochen im Abverkaufsprozess aktiv werden können. Stolz ist Ritschel auf die Retouren-Quote von 2 Prozent. Damit das auch so bleibt, setzt man in Bonn bei der Lieferung von Holzmöbeln von nun an auf Transportboxen des Design-Möbelherstellers Draenert aus Immenstaad am Bodensee. „Kommt super an“, sagt Ritschel. Draenert ist selbst Möbelfirst-Partner. Dass eine B2C-Möbelplattform im Netz auch gefunden werden muss, um erfolgreich zu sein, das ist ja klar. Ritschel und Franken setzten auf Kooperationen mit bekannten Möbelherstellern wie Rolf Benz, Koinor oder nun seit Kurzem auch Müller Small Living aus dem friesischen Bockhorn. Ritschel: „Möbelfirst besetzt Suchbegriffe wie ‚Rolf Benz günstig‘, oder ‚Koinor Rabatt‘. Wir versuchen so weit nach oben wie möglich auf Seite eins bei Google zu kommen. Unsere Stärke sind detaillierte Nischen-Suchanfragen.“ Ein Test in der Redaktion zeigt: Wer den Begriff „Koinor Rabatt“ sucht, findet Möbelfirst auf Seite eins, an siebter Stelle. Sucht man „Rolf Benz günstig“ ist Möbelfirst bei Google an zweiter Stelle auf Seite eins gelistet. Auch Hülsta, Check24, Leolux und Ekornes sind bei Möbelfirst dabei.

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