Zum Hauptinhalt springen

 

 

 

Ein letzter Gruß

Mathias Wiemann ist gestorben

24.01.2022 | 21:18

Es gibt kaum Industrielle in unserem Markt, auf die der Begriff des Grandseigneurs besser passen würde, als auf Mathias Wiemann. Als der Outsider, der diese Zeilen verfasst, Ende der 90er Jahre seine ersten Runden im Markt drehte, grün hinter den Ohren, wie man nur sein konnte, da traf er bei seinen ersten Besuchen auf der M.O.W. oder auch in Köln immer auch auf Mathias Wiemann. 

 

Man kann so einem Greenhorn auch von oben herab begegnen. Vollkommen zu Recht natürlich. Nichts wäre Mathias Wiemann ferner gelegen. Am Ende hat er nie Geheimnisse erzählt, aber Wiemann hatte eine Art an sich, die selbst einen neugierigen Outsider, der gerne mehr gehört hätte, über die oberflächliche Informationspolitik des Schlafzimmerriesen Wiemann hinwegsehen ließ. Wiemann war immer interessiert, zuvorkommend, neugierig und vor allem: so unfassbar freundlich. Er steckte sich eine Zigarette an, qualmte vor sich hin und nahm den Nachwuchsschreiberling ernst. 

 

Die Nachricht vom Tod von Mathias Wiemann ist eine sehr traurige in diesen Tagen. Geboren am 30. November 1937 hatte Mathias Wiemann in den Wirtschaftswunderzeiten alle Chancen, aber er widerstand jedem Größenwahn. Er schaute sehr präzise auf die Dinge. Man kann Wiemanns Leistung in den vielen Jahrzehnten bis zur seiner Übergabe an Markus Wiemann im Jahr 2008 kaum überschätzen.

 

Im Januar 1966 hatte Mathias Wiemann die Geschäftsführung übernommen. In der Traueranzeige, die am Montag von Geschäftsführung, Beirat und Belegschaft unter anderem in der FAZ veröffentlicht wurde, steht: „Das Unternehmen lenkte er gemeinsam und in enger Abstimmung mit der gesamten Führungsmannschaft. Er war ein Teamplayer, der mit seiner Offenheit und mit seinem Interesse an neuen Themen und Menschen und insbesondere an den Mitarbeitenden als Vorbild wirkte. Gegenseitige Wertschätzung war ihm stets wichtig. Unser Seniorchef lenkte das Unternehmen mit Herz und Verstand, aber auch mit Humor.“

 

Gute Reise, lieber Herr Wiemann.

Login

Hier zum Newsletter anmelden: