Mit frischem Kapital will Pabio nun in den deutschen Markt einsteigen. Darum geht’s: Das bisherige Geschäftsmodell der Möbelindustrie sei „completely out of time“, meinten im vergangenen Jahr ein paar Gründer aus der Schweiz. Und zogen mit Koj ein Start-up auf, das auf ein Vermiet-Modell setzt. Möbel, in dem Falle hochwertige und langlebige, werden monatlich per Abo gezahlt. Man will bewusst schick-designte Wohnumgebungen besonders an junge Zielgruppen vertreiben. Nachdem sich Koj im Mai in Pabio umbenannt hatte, hat das Team aus Bern weiteres Kapital eingesammelt. Zu den bisherigen Geldgebern (Serpentine Ventures / Swiss Startup Group, Session.VC und diverse Business Angels) gesellte sich im August dann Y Combinator, ein 2005 gegründetes Gründungszentrum im kalifornischen Mountain View, das seit 2005 im Geschäft ist (haben unter anderem mal Reddit und Airbnb gefördert). Gut 1 Mio US-Dollar kamen im Sommer zusammen, im heimischen Markt konnten die ersten 100 Vermiet-Verträge abgeschlossen werden. Mitte Dezember kamen weitere 2,2 Mio Dollar zusammen, mit denen nun der Markteintritt in Berlin, beziehungsweise dann Deutschland angeschoben wird. Die beiden Gründer Carlo Badin (CEO) und Anand Chowdhary (CTO) sowie COO Claudia Grahofer und ihr Team sind überzeugt, mit einem Fokus auf schicke Innenarchitektur, Vermietung und Millenials, die sich teure Einchrichtungen ganzer Wohnungen weniger leisten können, weiter wachsen zu können.
So funktioniert das Rent-to-Own-Modell: Kunden fordern einen individuellen Einrichtungsvorschlag mit fotorealistischen Renderings an. Der zeigt virtuell die später komplett eingerichtete Wohnung an. Vorher müssen ein Grundriss und Fotos hochgeladen werden. Pabio erstellt ein 3D-Modell. Bei Gefallen werden die Möbel geliefert, montiert und versichert. Die monatliche Abogebühr soll maximal bei 15 Prozent der Wohnungsmiete liegen. Der zusätzlich zur Miete an Pabio zu entrichtende Beitrag für die komplette Möblierung der Wohnung inklusive Schlafzimmereinrichtung und Nutzung der Mietmöbel liegt derzeit bei weniger als 200 Euro, beziehungsweise 225 US-Dollar, heißt es.