Digital und strukturell tut sich was beim italienischen Haubenschwergewicht Elica. Digital, weil die Italiener nun ihren neuen multimedialen Showroom auf den Weg gebracht haben. „Realitätsnah“ und „spielerisch“ könne man da durch alle Produktsegmente navigieren, meldet Elica, über Desktop-Rechner, Smartphone oder Tablet. Dazu wurde ein fiktives Gebäude erschaffen, das mit seinen sechs Räumen in etwa 350 qm groß ist. Und ganz wie in der Realität kann man dort Hauben und Kochfelder aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. In Videos, in denen der Chef des Designcenters Fabrizio Crisà zu Wort kommt, werden die Entwürfe der Hauben erklärt. Konzipiert wurde der Showroom für die Märkte in Italien, Deutschland, Frankreich, Belgien und Spanien.
Noch maßgeblicher für die Entwicklung von Elica dürfte allerdings eine Entscheidung sein, die vor wenigen Tagen gefällt worden ist. Eine Umstrukturierung des italienischen Cooling-Bereichs ist geplant. Vorausgegangen sind offenbar Differenzen mit den italienischen Gewerkschaften, die sich dafür einsetzen, dass Teile der Produktion von Polen wieder nach Italien verlagert werden sollen, vor allem im High-End-Bereich, was auch die Herstellung des Muldenlüfter-Modells Nikola-Tesla betrifft. Der Standort Mergo nahe Fabriano soll die künftige Drehscheibe für hochwertige Elica-Produkte werden. In Polen setze man dagegen eher auf eine Großserienproduktion mit einer stärkeren Standardisierung und automatisierten Prozessen. Rund 1.000 Beschäftigte zählt Elica in der Region Ancona. Die Entscheidung markiere den positiven Abschluss „einer der komplexesten und heikelsten Phasen in der Geschichte von Elica“, lässt sich Firmenpatriarch Francesco Casoli in einer Meldung zitieren. Der Vorstandsvorsitzende von Elica, Guilio Cocci, spricht in Zusammenhang mit der Einigung mit den Gewerkschaften von einer „nachhaltigen, langfristigen Strategie“. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung werde Elica in der Lage sein, die Verwirklichung der strategischen Ziele des Geschäftsplans voranzutreiben - mit gleichzeitig positiven Auswirkungen für die Beschäftigten.