Während die Schweiz von weitergehenden Maßnahmen absieht, und auch in Deutschland bislang kein Lockdown geplant ist, hat Österreich gerade nach 20 Tagen Zwangsschließung den Handel wieder geöffnet – mit Ausnahmen in Hotspots wie Oberösterreich im 2G-Modell. Wie ist es dem Möbelhandel in diesen 21 Tagen ergangen? Um eins vorweg zu nehmen: Das sieht unterschiedlich aus.
Während die Großen gern noch etwas Umsatz aufgeholt hätten, gibt es im Mittelstand durchaus Händler, denen die Schließungen gar nicht so ungelegen kamen.
Kika/Leiner hatte schon kurz vor dem Re-Start Sonntagsöffnungen verkündet, die helfen sollen, verloren gegangenen Umsatz wieder wett zu machen. Kika/Leiner-Boss Reinhold Gütebier lässt sich so zitieren: „Der Handel wurde vom neuerlichen Lockdown hart getroffen - das Weihnachtsgeschäft ist die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Sicherheit geht natürlich vor, aber wir freuen uns, dass wir nun wieder aufsperren können. Ich begrüße zudem den Beschluss der Regierung die Geschäfte am Sonntag, 19. Dezember, offen zu lassen.“ In den 40 Häusern sind zahlreiche Weihnachtsartikel nun um die Hälfte heruntergesetzt. Bei Möbeln sollen teilweise 35 Prozent Rabatt (und Verzicht auf 20 Prozent Mehrwertsteuer) für wieder mehr Frequenz sorgen.
Wie man hört, soll sich der Marktführer XXXLutz ganz gut geschlagen haben in den letzten Wochen. Auch Wels wird die Sonderöffnung am kommenden Sonntag mitnehmen – und dann seinen Kunden die 20 Prozent Mehrwertsteuer erlassen.
VME-Händler Rutar ist in Österreich mit vier Einrichtungshäusern am Netz. „Wir hatten ein gutes Jahr“, sagt Inhaber Georg Rutar. Man hoffe nun auf ein starkes Weihnachtsgeschäft im Heimatmarkt. In Italien und Slowenien seien die Geschäfte in den letzten Wochen „sehr gut“ verlaufen. Auch die landesweit etwa 300 Händler, die bei Service & More / Garant organisiert sind, konnten den erzwungenen Stillstand nutzen. „Die kleinen und mittelgroßen Fachhändler konnten den Auftragsstau abbauen, haben auch weiter Montagen oder Beratungen durchführen können. Insofern war das für die meisten Mitglieder eher eine willkommene Verschnaufpause“, sagt Geschäftsführer Christian Wimmer. „Von den 4,8 Mrd Euro Netto-Umsatz mit Möbeln in Österreich stehen wir für etwa 550 Mio Euro. Die meisten hatten rechnerisch schon im Oktober ihre Schäfchen im Trockenen‘“.